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1. Semester Zahnmedizin: Fächer, Stundenplan und Kosten

RedaktionVon Redaktion14 Min. Lesezeit
Leerer Hörsaal mit langen Sitzreihen aus Holz und Klappsitzen – 1. Semester Zahnmedizin

Das 1. Semester Zahnmedizin besteht vor allem aus naturwissenschaftlichen Grundlagen: medizinische Terminologie, Chemie, Biologie, oft Physik und erste Anatomie. Dazu kommt je nach Uni ein erster Kontakt mit dem Berufsfeld, entweder als Berufsfelderkundung oder schon als zahnmedizinisches Praktikum. Neu gegenüber der Schule ist weniger der Stoff als die Form: Praktika mit Anwesenheitspflicht und Scheine, die Du später für den Antrag auf den Ersten Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung (Z1) brauchst. Die größte Hürde ist die Mischung aus viel neuem Stoff und Kursen, die aufeinander aufbauen – allen voran das Chemie-Praktikum. Und weil die Unis ihre Pläne unterschiedlich zuschneiden, liegen Physik, Dentale Technologie und Präparierkurs je nach Standort zwischen dem 1. und 4. Semester.

Die Angaben unten stützen sich auf die Studienpläne von sechs Unis im Regelstudiengang (LMU München, Köln, Mainz, Marburg, Münster, Rostock) und auf Hamburg als Modellstudiengang, jeweils für den Start im Wintersemester, soweit nichts anderes dasteht. Allgemeine Anfängertipps stehen in den Tipps fürs erste Semester, hier geht es um die sachliche Übersicht.

Das Wichtigste auf einen Blick

Thema Stand im 1. Semester
Schwerpunkt Naturwissenschaftliche Grundlagen, Fachsprache, erster Berufskontakt
Kurse, die fast überall im 1. Semester liegen Terminologie (6 von 6 Plänen), Chemie-Praktikum (5 von 6, Köln im 2. Semester), Biologie-Vorlesung (5 von 6, Köln im 2. Semester)
Kurse mit Spanne Physik 1. bis 3. Semester, Berufsfelderkundung 1. bis 2. Semester (Mainz: Praktikum frei zwischen 1. und 4.), Präventive Zahnheilkunde 1. bis 3., Dentale Technologie 1. bis 4., Präparierkurs 1. bis 4. Semester
Prüfungen Klausuren, Kolloquien und Testate je nach Uni, Scheine nach Anlage 1 ZApprO
Anwesenheit in den Ordnungen mindestens 80 bis 90 Prozent, einzelne Praktika 100 Prozent
Gesetzliche To-dos Erste Hilfe (Nachweis höchstens drei Jahre alt), Pflegedienst (ein Monat)
Belastung in vier Plänen rechnerisch grob 20 bis 27 Semesterwochenstunden
Kosten Semesterbeitrag 82 bis 484,18 Euro, keine Studiengebühren an staatlichen Unis

Was in diesem Semester ansteht

Für die ersten vier Semester schreibt die Approbationsordnung (ZApprO) in Anlage 1 zehn Pflichtveranstaltungen vor: acht naturwissenschaftlich-medizinische (Nr. 1 bis 8, zusammen mindestens 504 Stunden) und zwei zahnmedizinische Propädeutik-Praktika (Nr. 9 und 10, zusammen mindestens 84 Stunden). Welche davon im 1. Semester landen, entscheidet jede Uni selbst. Hier die Fächer einzeln.

Medizinische Terminologie

Die Übung in medizinischer Terminologie liegt in allen sechs ausgewerteten Plänen im 1. Semester und umfasst 1 bis 1,5 Semesterwochenstunden (SWS). Du lernst die lateinisch-griechische Fachsprache, die Dir in der Anatomie und später in jeder Patientenakte wieder begegnet. In Köln ist die Terminologie eine Blockveranstaltung in der vorlesungsfreien Zeit, in Marburg gibt es eine Klausur und höchstens einen erlaubten Fehltermin.

Chemie

Das Praktikum der Chemie (Anlage 1 Nr. 2) startet in fünf von sechs Plänen im 1. Semester. Köln legt es ins 2. Semester und führt es in der vorlesungsfreien Zeit durch. Der Umfang liegt je nach Uni bei etwa 2 bis 4 SWS Praktikum plus 2 bis 3 SWS Vorlesung, in Mainz kommt noch ein Begleitseminar mit 1,5 SWS dazu. Marburg teilt die Chemie in zwei Teile und beginnt im 1. Semester mit dem ersten, im 2. folgt der zweite.

Wichtig ist die Chemie auch als Türöffner: In Mainz und Münster setzt das Biochemie-Praktikum den erfolgreichen Abschluss der Chemie voraus, in Mainz gilt das auch für das Physiologie-Praktikum (dort zusätzlich mit Physik). Im Z1 steckt die Chemie später in der Fächergruppe mit Biochemie und Molekularbiologie.

Biologie

Biologie ist laut Anlage 1 kein eigenes Pflichtpraktikum, sondern läuft an den Unis als Vorlesung mit 2 bis 3 SWS. In fünf von sechs Plänen liegt sie im 1. Semester (LMU 2,5, Mainz 2, Marburg, Münster und Rostock je 3 SWS), in Köln im 2. Semester als „Biologie für Zahnmediziner“. Geprüft wird das Fach im Z1 gemeinsam mit der Anatomie.

Physik

Das Praktikum der Physik (Anlage 1 Nr. 1) ist das Fach mit der größten Streuung: Münster und Rostock führen es im 1. Semester durch, in Mainz startet die Vorlesung im 1. und das Praktikum im 2. Semester, LMU und Marburg legen das Praktikum ins 2., Köln ins 3. Semester.

Berufsfelderkundung

Das Praktikum der Berufsfelderkundung (Anlage 1 Nr. 7) beginnt je nach Uni im 1. oder 2. Semester. In Marburg besteht es aus einem einwöchigen Praktikum von 31,5 Stunden in einer Zahnarztpraxis, in Rostock findet es außerhalb der Hochschule statt. Köln verbindet es mit der Zahnmedizinischen Propädeutik zu einem interdisziplinären Kurs, an dem alle Abteilungen der Zahnklinik beteiligt sind, mit Klinikausweis als Pflicht. Die Kölner Broschüre nennt das 1. Semester ausdrücklich „berufsorientierend“: Am Ende sollst Du entscheiden können, ob Du das Studium fortsetzt. Findet die Erkundung extern statt (Rostock, Marburg), kümmere Dich früh um eine Praxis. Mit einer Famulatur hat das nichts zu tun, die ist erst nach bestandenem Z1 erlaubt.

Anatomie

Im 1. Semester dominieren Vorlesungen: In Münster sind es 6 SWS makroskopische Anatomie, in Rostock 4 SWS Anatomie I, in Marburg eine Einführung in die Organsysteme mit 1 SWS, in Mainz Neuroanatomie mit 2 SWS (im 1. oder 2. Semester). Der eigentliche Präparierkurs mit Praktikum beginnt nur an der LMU schon im 1. Semester, die Kölner starten mit Mikroskopischer Anatomie. Sonst reicht die Spanne vom 2. bis zum 4. Semester. Was dort passiert, beschreibt der Artikel zum Präparierkurs.

Präventive Zahnheilkunde und Dentale Technologie

Hier zeigt sich der größte Unterschied zwischen den Unis. Das Praktikum der Zahnmedizinischen Propädeutik mit Schwerpunkt Präventive Zahnheilkunde liegt in Marburg, Rostock und (integriert) Köln im 1. Semester, an der LMU und in Mainz im 2., in Münster im 3. Semester. Das Praktikum mit Schwerpunkt Dentale Technologie, das Fachschaften noch „TPK“ nennen, startet in Marburg im 1. Semester, in Rostock im 2., an der LMU und in Mainz im 3. und in Münster im 4. Semester. Frankfurt legt es bei Start im Sommersemester ins 1., bei Start im Wintersemester ins 4. Fachsemester. Eine typische Lage gibt es also nicht. Den Begriff „TPK“ kennt die ZApprO nicht, was dahintersteckt, erklärt der Artikel zur technischen Propädeutik.

Wer in Marburg beginnt, sammelt schon im 1. Semester testierte praktische Arbeiten: Morphologiestudien an extrahierten Zähnen, Gipsmodelle und Zahnmodellationen.

Stundenplan: Wie sich die Woche zusammensetzt

Das Semester besteht aus Vorlesungen und Praktika. Die Studienpläne nennen dafür Semesterwochenstunden, keine Uhrzeiten. Addierst Du die Angaben für das 1. Semester, kommst Du bei Mainz auf rund 20, Marburg auf rund 21, Rostock auf rund 25 und Münster auf rund 27 SWS (eigene Summe aus den Plänen, einzelne Veranstaltungen laufen je nach Uni über mehrere Semester). Köln und die LMU weisen die Stunden anders aus. Dazu kommen Vor- und Nachbereitung und das Lernen für Klausuren, das in keinem Plan auftaucht. Wann welche Gruppe wo sitzt, legt Deine Fakultät im Veranstaltungsverzeichnis fest, Uhrzeiten nennen die Studienordnungen nicht.

Realistische Lernziele für das Semester

Realistisch ist erstens, die Scheine der Veranstaltungen zu holen, die Dein Plan vorsieht, denn jede Anlage-1-Veranstaltung muss „regelmäßig und erfolgreich“ besucht sein. Zweitens sollte die Chemie sitzen, weil Biochemie und Physiologie darauf aufbauen. Drittens lohnt es sich, die Fachsprache früh zu festigen. Viertens brauchst Du einen tragfähigen Lernrhythmus, mehr dazu bei den Lernstrategien. Der Stoff kommt wieder: Das Z1 verlangt laut § 32 Abs. 2 ZApprO, Grundlagen zu beherrschen und ihre Bedeutung für klinische Zusammenhänge zu erfassen, und zwar mündlich, Jahre nach der Klausur.

So unterscheiden sich die Unis

Ein Blick auf das 1. Semester im Wintersemester-Plan zeigt, wie unterschiedlich der Start aussieht:

Uni Im 1. Semester laut Plan
LMU München Terminologie, Berufsfelderkundung, Chemie, Makroskopische Anatomie I, Neuroanatomie, Biologie-Vorlesung
Köln Terminologie, Erste Hilfe für Zahnmediziner, Mikroskopische Anatomie, interdisziplinärer Kurs Zahnmedizinische Propädeutik und Berufsfelderkundung
Mainz Chemie-Praktikum samt Vorlesung und Begleitseminar, Terminologie, Biologie, Physik-Vorlesung, Vorlesungen zu Präventiver Zahnheilkunde und Berufsfelderkundung
Marburg Biologie, Chemie I, Physik I, Terminologie, Anatomie-Grundlagen, Praktika in Präventiver Zahnheilkunde und Dentaler Technologie, Vorlesung Berufsfelderkundung
Münster Terminologie, Physik- und Chemie-Praktikum samt Vorlesungen, Biologie, Vorlesung Makroskopische Anatomie, Berufsfelderkundung
Rostock Experimentalphysik und Chemie mit Praktikum, Medizinische Biologie, Anatomie I, Terminologie, Präventive Zahnheilkunde

Außerdem unterscheiden sich die Unis darin, ob sie neben dem Wintersemester auch zum Sommersemester aufnehmen. Wer im Sommer startet, hat an vielen Standorten einen anderen Plan. In Marburg etwa liegen im 1. Semester bei Sommerstart schon Physik II mit Praktikum, Mikroskopische Anatomie, Physiologie I und Biochemie I. An der LMU stehen im Sommerstart-Plan im 1. Semester Terminologie, Berufsfelderkundung, Physik und Histologie, während Chemie, Biologie und Makroskopische Anatomie erst im 2. Semester folgen. Welche Unis überhaupt im Sommer aufnehmen, steht im Artikel Zahnmedizin zum Sommersemester. Mit dem Startsemester verschiebt sich auch der Z1-Termin: Wer im Winter beginnt, hat das 4. Fachsemester im Sommer und kann den Z1-Antrag frühestens bis 10. Juni stellen, bei Sommerstart ist es frühestens der 10. Januar.

Hamburg als Ausnahme

Hamburg arbeitet mit dem Modellstudiengang iMED DENT und kennt die Fächer-Praktika nach Anlage 1 nicht. Die Zulassung erfolgt nur zum Wintersemester. Im 1. Semester laufen die Module A (Naturwissenschaftliche und zahnmedizinische Grundlagen mit Physik, Chemie, Biologie) und B1 (Gewebe und Funktionen des oralen Systems mit Anatomie und Biochemie), dazu kommen manuelle Übungen mit zahnmedizinischen Werkstücken. Ein Z1 gibt es nicht – an seine Stelle tritt eine hochschulinterne Äquivalenzprüfung am Ende des 4. Semesters. Vieles in diesem Guide gilt deshalb für Hamburg nur sinngemäß.

Prüfungen und Leistungsnachweise

Im 1. Semester sammelst Du vor allem Scheine. Nach § 4 ZApprO muss an den Anlage-1-Veranstaltungen „regelmäßig und erfolgreich“ teilgenommen werden, was „erfolgreich“ heißt, regelt die Uni. Die Prüfungsformen sind entsprechend verschieden. Marburg beschreibt es am genauesten: Terminologie mit Klausur, die Chemie-Praktika mit Kolloquien und Klausuren, die Praktika in Präventiver Zahnheilkunde und Dentaler Technologie mit testierten praktischen Arbeiten und einer praktischen Prüfung. Hamburg setzt auf modulbegleitende Klausuren in Chemie, Biologie und Biochemie sowie mündlich-praktische Prüfungen. „Testate“ sind im Wortlaut nur für Marburg belegt, andere Unis sagen schlicht Erfolgskontrolle.

Bei der Anwesenheit setzt das Gesetz nur den Rahmen, die Quote legt jede Uni selbst fest. In den ausgewerteten Ordnungen liegt sie so:

  • Frankfurt: in der Regel 80 Prozent des Lehrangebots
  • Marburg: in der Regel mindestens 84 Prozent, einzelne Praktika 100 Prozent
  • Münster: höchstens 15 Prozent Fehlzeit
  • Mainz: in der Regel mindestens 90 Prozent
  • Rostock: höchstens 10 Prozent unentschuldigt versäumt

An der LMU legt die Kursordnung der jeweiligen Veranstaltung die Anforderungen fest, bei Krankheit brauchst Du ein ärztliches Attest, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung genügt dort nicht. In Köln sind die praktischen Kurse anwesenheitspflichtig.

Wiederholungsregeln gibt es nur uni-intern und sie unterscheiden sich stark. In Mainz sind Scheinprüfungen zweimal wiederholbar, bei Marburg Studienleistungen in der Regel einmal und Prüfungsleistungen dreimal, in Münster Lehrveranstaltungen höchstens zweimal. Eine bundeseinheitliche Regel gibt es nicht, maßgeblich ist die Ordnung Deiner Uni. Durchfallquoten nennen wir nicht, weil wir keine belastbare amtliche Statistik dazu kennen.

Material, Kosten und Organisation

An staatlichen Unis zahlst Du keine Studiengebühren, sondern nur den Semesterbeitrag. Nach den Angaben in unseren Standortprofilen liegt er zwischen 82 Euro (FAU Erlangen-Nürnberg, Wintersemester 2026/27) und 484,18 Euro (Göttingen, Wintersemester 2026/27) pro Semester. Private Hochschulen verlangen deutlich mehr, etwa die Medizinische Hochschule Brandenburg mit 12.000 Euro pro Semester. Die Gesamtrechnung für das Studium steht im Artikel zu den Kosten des Zahnmedizinstudiums.

Für die Erstausstattung kursieren Zahlen, die auf Berichten von Fachschaften beruhen und die wir als Erfahrungswerte kennzeichnen: Ein kompletter neuer Instrumentenkoffer für den Kurs der Dentalen Technologie soll rund 2.000 Euro kosten, Winkelstücke ab etwa 600 Euro, eine Technikermaschine zwischen 600 und 1.000 Euro, ein Artikulator rund 800 Euro. Primärquellen mit Preisen haben wir dafür nicht gefunden. Für das 1. Semester heißt das: Diese Kosten fallen erst an, wenn Dein Dentale-Technologie-Praktikum beginnt, und das liegt nur in Marburg (und in Frankfurt bei Sommerstart) im 1. Semester, sonst im 2. bis 4.

Wie unterschiedlich die Anforderungen sind, zeigt die offizielle Materialliste der Uni Frankfurt für die Propädeutik: 59 Positionen ohne Preise, darunter Mundspiegel, Sonden, Gipsmesser, Wachsmesser, ein Artikulator und ein Proxxon-Multifunktionswerkzeug, aber weder Winkelstück noch Technikermaschine. Kauf deshalb nichts auf Verdacht – warte auf die Liste Deiner Uni. Was in einen Koffer gehört, steht in der Instrumentenkiste, bei knappem Geld hilft ein Blick auf BAföG im Zahnmedizinstudium.

Gesetzliche To-dos in diesem Semester

Erste Hilfe (§ 13 ZApprO)

Die Ausbildung in erster Hilfe muss vor dem Z1-Antrag absolviert und beim Antrag nachgewiesen werden. Der Nachweis darf nach § 20 Abs. 1 ZApprO bei Antragstellung nicht älter als drei Jahre sein. Das ist die Falle: Beginnst Du im Oktober und stellst den Antrag zur ersten Frist im Juni des zweiten Studienjahres, liegen rund 20 Monate dazwischen. Ein Kurs aus der Führerscheinzeit ist dann oft schon zu alt. Anerkannt sind unter anderem Bescheinigungen von ASB, DRK, Johannitern und Maltesern sowie Sanitätsausbildungen und bestimmte Gesundheitsfachberufe. Manche Unis bauen den Kurs in den Studienbeginn ein: Köln bietet „Erste Hilfe für Zahnmediziner“ im 1. Semester an, Hamburg lässt ihn im Rahmen der Orientierungseinheit zu – beides entlastet die spätere Planung.

Pflegedienst (§ 14 ZApprO)

Der Pflegedienst dauert einen Monat, findet in einem Krankenhaus oder einer Rehabilitationseinrichtung mit vergleichbarem Pflegeaufwand statt und wird mit einem Zeugnis nach Anlage 10 nachgewiesen. Du darfst ihn vor Studienbeginn oder in den unterrichtsfreien Zeiten des Studiums ableisten, spätestens bis zum Z1-Antrag. Keiner der ausgewerteten Pläne legt ihn auf ein bestimmtes Semester. Die ersten Semesterferien bieten sich an, aber „unterrichtsfrei“ ist nicht dasselbe wie „vorlesungsfrei“ – in Köln liegen Blockkurse in der vorlesungsfreien Zeit, andere Unis legen Praktika dorthin. Schau also in den Kursplan, bevor Du eine Stelle zusagst.

Nicht jeder muss den Pflegedienst ableisten. Er entfällt nach einer abgeschlossenen Ausbildung etwa in der Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege oder als Notfallsanitäter. Anrechnen lassen sich pflegerische Tätigkeiten im Freiwilligen Sozialen Jahr, im Bundesfreiwilligendienst, im Zivildienst und im Sanitätsdienst der Bundeswehr (§ 14 Abs. 5 und 6 ZApprO).

Weitere Fristen am Rand

Das Wahlfach vor dem Z1 ist nach § 10 ZApprO freiwillig, in Rostock aber per Studienordnung Pflicht. Den Z1-Antrag stellst Du frühestens im 4. Fachsemester, Eingang bis 10. Januar oder 10. Juni (§ 19 ZApprO). Wie die Prüfung abläuft, steht im Artikel zum Physikum (Z1), den Weg ins Studium beschreiben unter anderem die Bewerbungsfristen.

Typische Stolpersteine und Tipps

Das Chemie-Praktikum nicht unterschätzen. Hängen Biochemie- und Physiologie-Praktikum an ihr, kostet ein verpatztes Praktikum Zeit im nächsten Semester. Plane die Kolloquien und Klausuren ernsthaft ein.

Fehlzeiten zählen. Bei 10 bis 15 Prozent erlaubter Fehlzeit, in einzelnen Praktika sogar 100 Prozent Anwesenheit, wird es mit wenigen Fehltagen schnell eng. Kläre früh, wie Deine Uni Fehltage kompensiert. Rostock etwa verlangt bei längeren entschuldigten Fehlzeiten Ersatzleistungen bis zur doppelten versäumten Zeit.

Reihenfolgen beachten. Die LMU verlangt für Veranstaltungen des 2. Semesters das Absolvieren der jeweiligen des 1. Semesters. Wer Praktika schiebt, schiebt oft eine ganze Kette mit.

Nicht zu früh einkaufen. Instrumente brauchst Du erst, wenn Dein Praktikum beginnt, und oft gibt die Fachschaft vor Ort Sammelbestellungen oder Gebrauchtangebote weiter. Mehr dazu in den Tipps fürs erste Semester.

Keine zu hohe Erwartung an die Praxis. Wer im 1. Semester Bohrer und Patientenkontakt erwartet, wird in den ausgewerteten Plänen enttäuscht. Phantom-Praktika folgen nach bestandenem Z1, Behandlungskurse am Patienten im Regelstudiengang erst nach dem Zweiten Abschnitt (§ 5 Abs. 3 ZApprO). Eine Ausnahme ist Hamburg mit seinem Modellstudiengang.

Wie es weitergeht

Im 2. Semester verschiebt sich der Schwerpunkt: Je nach Uni startet der Präparierkurs und die Anatomie wird zum Kern. Wie die ersten vier Semester zum Z1 hinführen, beschreibt der Überblick zur Vorklinik, das gesamte Studium ordnet der Hub zum Aufbau des Zahnmedizinstudiums zeitlich ein. Die Regeln der neuen Approbationsordnung fasst der Artikel zur neuen ZApprO zusammen.

Quellen

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