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MedAT-Z: Der Aufnahmetest für Zahnmedizin in Österreich

RedaktionVon Redaktion5 Min. Lesezeit
Prüfungssaal mit Testteilnehmern und österreichischer Flagge – MedAT-Z: Der Aufnahmetest für Zahnmedizin in Österreich

Kein NC, kein Abiturschnitt, der über die Zulassung entscheidet – in Österreich läuft die Zulassung zum Zahnmedizinstudium komplett anders als in Deutschland. Wer an einer staatlichen österreichischen Medizinischen Universität Zahnmedizin studieren will, muss durch den MedAT-Z, den Aufnahmetest für Zahnmedizin. Er ist an einem einzigen Testtag über Erfolg oder Misserfolg der Bewerbung entscheidend.

Für welche Unis der MedAT-Z gilt

Der MedAT-Z ist Voraussetzung für die Zulassung zum Zahnmedizinstudium an den staatlichen Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck. Die Johannes Kepler Universität Linz bietet zwar Humanmedizin an, aber kein grundständiges Zahnmedizinstudium. Dort spielt der MedAT-Z also keine Rolle. Wichtig für deutsche Bewerber:innen: Anders als beim MedAT-H für Humanmedizin gibt es beim MedAT-Z seit 2019 keine Quotenregelung mehr, die Studienplätze nach Herkunft (Österreich, EU, Drittstaaten) aufteilt. Alle Bewerber:innen konkurrieren unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit in einer einzigen gemeinsamen Rangliste um die verfügbaren Plätze. Private Anbieter wie die Danube Private University in Krems setzen dagegen eigene, vom MedAT-Z unabhängige Aufnahmeverfahren an.

Aufbau des Tests

Der MedAT-Z ist zu weiten Teilen mit dem MedAT-H für Humanmedizin identisch, unterscheidet sich aber in einem entscheidenden Punkt: Statt des Testteils Textverständnis und der Aufgabengruppe „Implikationen erkennen“ wird bei Zahnmedizin ein eigener Testteil zu manuellen Fertigkeiten eingesetzt. Insgesamt besteht der MedAT-Z aus vier Testteilen:

  • Basiskenntnistest Medizinische Studien (BMS): ein Multiple-Choice-Wissenstest zu medizinisch relevantem Schulwissen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik
  • Manuelle Fertigkeiten (MF): Die für Zahnmedizin spezifische Komponente, bestehend aus den Aufgabengruppen „Drahtbiegen“ und „Formen spiegeln“. Geprüft werden feinmotorisches und räumliches Vorstellungsvermögen: Fähigkeiten, die im späteren Praxisalltag am Behandlungsstuhl direkt gebraucht werden
  • Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF): räumliches Vorstellungsvermögen, Zahlenfolgen, Wortflüssigkeit und weitere kognitive Grundfähigkeiten
  • Sozial-emotionale Kompetenzen (SEK): Aufgaben zu Empathie, sozialem Verständnis und Emotionserkennung

Für die Rangliste werden die Testteile unterschiedlich gewichtet: Der BMS macht 40 Prozent der Gesamtpunktzahl aus, die manuellen Fertigkeiten 20 Prozent, die kognitiven Fähigkeiten 30 Prozent und die sozial-emotionalen Kompetenzen 10 Prozent. Damit entscheidet vor allem das naturwissenschaftliche Grundwissen über den Ausgang, der praktische Testteil zu den manuellen Fertigkeiten macht aber einen spürbaren Unterschied gegenüber der Bewerbung für Humanmedizin.

Der Testtag

Der MedAT wird einmal jährlich an einem einzigen Termin durchgeführt, üblicherweise Anfang Juli. 2026 fand der Test am Freitag, den 3. Juli, statt. Alle Bewerber:innen für Human- und Zahnmedizin treten am selben Tag an, die jeweiligen Testteile unterscheiden sich aber je nach gewähltem Studiengang. Der Test findet zeitgleich an mehreren Standorten statt, wobei Du Dich bei der Anmeldung für genau einen Studienort entscheidest. Dein Testergebnis gilt ausschließlich für diesen gewählten Standort und für das unmittelbar folgende Studienjahr – eine nachträgliche Übertragung auf eine andere Universität ist nicht möglich.

Anmeldung und Kosten

Die Anmeldung zum MedAT erfolgt ausschließlich online über die zentrale Registrierungsplattform der Medizinischen Universitäten, medizinstudieren.at, und ist nur innerhalb eines festen, meist mehrwöchigen Zeitraums im März möglich. Eine Nachfrist gibt es nicht. Für die Teilnahme wird eine Kostenbeteiligung fällig, die zuletzt (Stand 2026) bei 110 Euro lag und innerhalb der Anmeldefrist beglichen werden muss, sonst verfällt der Testplatz automatisch. Voraussetzung für die Zulassung zum Test ist grundsätzlich eine allgemeine Universitätsreife, wie sie das österreichische Universitätsgesetz vorsieht, für Bewerber:innen mit deutschem Abitur ist diese in aller Regel gegeben.

Wie das Ergebnis über die Zulassung entscheidet

Anders als beim TMS in Deutschland, wo das Ergebnis nur eine von mehreren Komponenten im Auswahlverfahren ist, entscheidet der MedAT-Z direkt über die Rangliste und damit über die Zulassung. Es gibt kein Bestehen oder Nichtbestehen im klassischen Sinn – gezählt wird der erreichte Rang im Vergleich zu allen anderen Bewerber:innen am jeweiligen Studienort. Je nachdem, wie viele Studienplätze an der gewählten Universität für Zahnmedizin zur Verfügung stehen, reicht der Rang für eine Zulassung oder eben nicht. Die genaue Zahl der Studienplätze variiert von Jahr zu Jahr und wird von den Universitäten vor dem Testtag veröffentlicht. Für das Studienjahr 2026/27 standen insgesamt 144 Zahnmedizin-Studienplätze zur Verfügung: 80 in Wien, 40 in Innsbruck und 24 in Graz.

Vorbereitung auf den MedAT-Z

Weil der Test an einem einzigen Tag über die Zulassung entscheidet, setzen die meisten Bewerber:innen auf eine mehrmonatige, strukturierte Vorbereitung. Für den kognitiven und den Wissensteil helfen Übungsbücher und Simulationen unter Zeitdruck, ähnlich wie bei der Vorbereitung auf den TMS. Für den Testteil zu den manuellen Fertigkeiten empfiehlt sich gezieltes Training der konkreten Aufgabentypen Drahtbiegen und Formen spiegeln, da hier reine Übung einen großen Unterschied machen kann. Anders als bei kognitiven Fähigkeiten lässt sich Feinmotorik durch wiederholtes Training gut verbessern. Einen ausführlichen Vergleich der beiden Testvarianten mit Tipps zur Schwerpunktsetzung bietet der Ratgeber MedAT-H vs. MedAT-Z.

Kostenlose, offizielle Vorbereitungsmaterialien der Testentwickler:innen stellt die Medizinische Universität Graz über den Virtual Medical Campus (VMC) bereit, nutzbar für alle vier teilnehmenden Universitäten. Kommerzielle Vorbereitungskurse, Bücher und Apps von Drittanbietern sind dagegen nicht automatisch von den Testentwickler:innen autorisiert – ein Vorbereitungskurs bringt laut medizinstudieren.at gegenüber der kostenlosen offiziellen Vorbereitung kaum einen zusätzlichen Vorteil.

Leben und Studieren als deutsche:r Bewerber:in in Österreich

Wer den MedAT-Z erfolgreich besteht, studiert anschließend in einem System, das sich in einigen Punkten deutlich vom deutschen unterscheidet: Das Studienjahr beginnt regulär im Oktober, das Curriculum ist meist stärker verschult organisiert als an vielen deutschen Fakultäten, mit klar getakteten Modulen statt einzelner, frei kombinierbarer Kurse. Für deutsche Bewerber:innen ist besonders praktisch, dass keine Sprachprüfung nötig ist, da auf Deutsch unterrichtet wird. Wichtig für die spätere Berufsausübung in Deutschland: Ein in Österreich erworbener Abschluss wird über die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie grundsätzlich anerkannt, sodass einer Approbation in Deutschland im Regelfall nichts im Weg steht.

MedAT-Z als Alternative zum deutschen Verfahren

Für viele deutsche Bewerber:innen ist der MedAT-Z eine ernsthafte Alternative zum bundesweiten Verfahren über hochschulstart, gerade wenn die eigene Abiturnote für die Abiturbestenquote nicht ausreicht und auch ein TMS-Ergebnis das nicht vollständig ausgleicht. Wichtig zu wissen: Anders als in Deutschland zählt beim MedAT-Z die Abiturnote überhaupt nicht – ein durchschnittliches Abitur ist also kein Nachteil, solange die Leistung am Testtag stimmt. Wer sich für Österreich entscheidet, sollte aber auch die Studienbedingungen vor Ort realistisch einschätzen, etwa die Wohnungssuche in Wien, Graz oder Innsbruck und die im Vergleich zu manchen Studienorten in Deutschland höhere Konkurrenz um Studienplätze.

Quellen

  • MedAT-Koordinationsstelle der Medizinischen Universitäten: Testinhalte, Gewichtung und Ablauf des MedAT-Z
  • Kontingentregelung – EU-Kontingent gilt nur für Humanmedizin, nicht für Zahnmedizin (seit 2019)
  • Ergebnis gilt ausschließlich für den gewählten Studienort und das unmittelbar folgende Studienjahr (medizinstudieren.at)
  • Vorbereitungsunterlagen – offizielle, kostenlose Materialien über den Virtual Medical Campus (VMC)
  • Pressemitteilungen der Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck zu Anmeldezahlen und Studienplätzen 2026 (144 Zahnmedizin-Studienplätze: Wien 80, Innsbruck 40, Graz 24)
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