Kein NC, kein Abiturschnitt, der über die Zulassung entscheidet – in Österreich läuft die Zulassung zum Zahnmedizinstudium komplett anders als in Deutschland. Wer an einer staatlichen österreichischen Medizinischen Universität Zahnmedizin studieren will, muss durch den MedAT-Z, den Aufnahmetest für Zahnmedizin. Er ist an einem einzigen Testtag über Erfolg oder Misserfolg der Bewerbung entscheidend.
Für welche Unis der MedAT-Z gilt
Der MedAT-Z ist Voraussetzung für die Zulassung zum Zahnmedizinstudium an den staatlichen Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck. Die Johannes Kepler Universität Linz bietet zwar Humanmedizin an, aber kein grundständiges Zahnmedizinstudium. Dort spielt der MedAT-Z also keine Rolle. Für Bewerber:innen aus Deutschland und der EU gilt eine Quotenregelung: Ein bestimmter Anteil der Studienplätze ist für EU-Bürger:innen reserviert, innerhalb dieser Quote entscheidet ausschließlich das Testergebnis über die Zulassung. Private Anbieter wie die Danube Private University in Krems setzen dagegen eigene, vom MedAT-Z unabhängige Aufnahmeverfahren an.
Aufbau des Tests
Der MedAT-Z ist zu weiten Teilen mit dem MedAT-H für Humanmedizin identisch, unterscheidet sich aber in einem entscheidenden Punkt: Statt des Testteils Textverständnis und der Aufgabengruppe „Implikationen erkennen“ wird bei Zahnmedizin ein eigener Testteil zu manuellen Fertigkeiten eingesetzt. Insgesamt besteht der MedAT-Z aus vier Testteilen:
- Basiskenntnistest Medizinische Studien (BMS): ein Multiple-Choice-Wissenstest zu medizinisch relevantem Schulwissen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik
- Manuelle Fertigkeiten (MF): Die für Zahnmedizin spezifische Komponente, bestehend aus den Aufgabengruppen „Drahtbiegen“ und „Formen spiegeln“. Geprüft werden feinmotorisches und räumliches Vorstellungsvermögen: Fähigkeiten, die im späteren Praxisalltag am Behandlungsstuhl direkt gebraucht werden
- Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF): räumliches Vorstellungsvermögen, Zahlenfolgen, Wortflüssigkeit und weitere kognitive Grundfähigkeiten
- Sozial-emotionale Kompetenzen (SEK): Aufgaben zu Empathie, sozialem Verständnis und Emotionserkennung
Für die Rangliste werden die Testteile unterschiedlich gewichtet: Der BMS macht 40 Prozent der Gesamtpunktzahl aus, die manuellen Fertigkeiten 20 Prozent, die kognitiven Fähigkeiten 30 Prozent und die sozial-emotionalen Kompetenzen 10 Prozent. Damit entscheidet vor allem das naturwissenschaftliche Grundwissen über den Ausgang, der praktische Testteil zu den manuellen Fertigkeiten macht aber einen spürbaren Unterschied gegenüber der Bewerbung für Humanmedizin.
Der Testtag
Der MedAT wird einmal jährlich an einem einzigen Termin durchgeführt, üblicherweise Anfang Juli. 2026 fand der Test am Freitag, den 3. Juli, statt. Alle Bewerber:innen für Human- und Zahnmedizin treten am selben Tag an, die jeweiligen Testteile unterscheiden sich aber je nach gewähltem Studiengang. Der Test findet zeitgleich an mehreren Standorten statt, wobei Du bei der Anmeldung angibst, für welche Universität(en) Du Dich bewirbst.
Anmeldung und Kosten
Die Anmeldung zum MedAT erfolgt ausschließlich online über die zentrale Registrierungsplattform der Medizinischen Universitäten, medizinstudieren.at, und ist nur innerhalb eines festen, meist mehrwöchigen Zeitraums im März möglich. Eine Nachfrist gibt es nicht. Für die Teilnahme wird eine Kostenbeteiligung fällig, die zuletzt (Stand 2026) bei 110 Euro lag und innerhalb der Anmeldefrist beglichen werden muss, sonst verfällt der Testplatz automatisch. Voraussetzung für die Zulassung zum Test ist grundsätzlich eine allgemeine Universitätsreife, wie sie das österreichische Universitätsgesetz vorsieht, für Bewerber:innen mit deutschem Abitur ist diese in aller Regel gegeben.
Wie das Ergebnis über die Zulassung entscheidet
Anders als beim TMS in Deutschland, wo das Ergebnis nur eine von mehreren Komponenten im Auswahlverfahren ist, entscheidet der MedAT-Z innerhalb der jeweiligen Quote direkt über die Rangliste und damit über die Zulassung. Es gibt kein Bestehen oder Nichtbestehen im klassischen Sinn – gezählt wird der erreichte Rang im Vergleich zu allen anderen Bewerber:innen der jeweiligen Quote am jeweiligen Studienort. Je nachdem, wie viele Studienplätze an der gewählten Universität für den jeweiligen Studiengang und die jeweilige Quote zur Verfügung stehen, reicht der Rang für eine Zulassung oder eben nicht. Die genaue Zahl der Studienplätze variiert von Jahr zu Jahr und wird von den Universitäten vor dem Testtag veröffentlicht.
Vorbereitung auf den MedAT-Z
Weil der Test an einem einzigen Tag über die Zulassung entscheidet, setzen die meisten Bewerber:innen auf eine mehrmonatige, strukturierte Vorbereitung. Für den kognitiven und den Wissensteil helfen Übungsbücher und Simulationen unter Zeitdruck, ähnlich wie bei der Vorbereitung auf den TMS. Für den Testteil zu den manuellen Fertigkeiten empfiehlt sich gezieltes Training der konkreten Aufgabentypen Drahtbiegen und Formen spiegeln, da hier reine Übung einen großen Unterschied machen kann. Anders als bei kognitiven Fähigkeiten lässt sich Feinmotorik durch wiederholtes Training gut verbessern.
Leben und Studieren als deutsche:r Bewerber:in in Österreich
Wer den MedAT-Z erfolgreich besteht, studiert anschließend in einem System, das sich in einigen Punkten deutlich vom deutschen unterscheidet: Das Studienjahr beginnt regulär im Oktober, das Curriculum ist meist stärker verschult organisiert als an vielen deutschen Fakultäten, mit klar getakteten Modulen statt einzelner, frei kombinierbarer Kurse. Für deutsche Bewerber:innen ist besonders praktisch, dass keine Sprachprüfung nötig ist, da auf Deutsch unterrichtet wird. Wichtig für die spätere Berufsausübung in Deutschland: Ein in Österreich erworbener Abschluss wird über die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie grundsätzlich anerkannt, sodass einer Approbation in Deutschland im Regelfall nichts im Weg steht.
MedAT-Z als Alternative zum deutschen Verfahren
Für viele deutsche Bewerber:innen ist der MedAT-Z eine ernsthafte Alternative zum bundesweiten Verfahren über hochschulstart, gerade wenn die eigene Abiturnote für die Abiturbestenquote nicht ausreicht und auch ein TMS-Ergebnis das nicht vollständig ausgleicht. Wichtig zu wissen: Anders als in Deutschland zählt beim MedAT-Z die Abiturnote überhaupt nicht – ein durchschnittliches Abitur ist also kein Nachteil, solange die Leistung am Testtag stimmt. Wer sich für Österreich entscheidet, sollte aber auch die Studienbedingungen vor Ort realistisch einschätzen, etwa die Wohnungssuche in Wien, Graz oder Innsbruck und die im Vergleich zu manchen Studienorten in Deutschland höhere Konkurrenz um Studienplätze.
Quellen
- MedAT-Koordinationsstelle der Medizinischen Universitäten (medizinstudieren.at): Testinhalte, Gewichtung und Ablauf des MedAT-Z
- Pressemitteilungen der Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck zu Anmeldezahlen und Studienplätzen 2026

Redaktion
Die Redaktion von zahnmedizinstudium.eu recherchiert und verfasst alle Ratgeber-Artikel und Universitätsprofile auf dieser Seite – unabhängig und mit besonderem Blick auf Zulassung, Studieninhalte und Karrierewege in der Zahnmedizin.
Alle Artikel von Redaktion →



