Der Test für medizinische Studiengänge (TMS) hilft bei der Bewerbung für Zahnmedizin an 28 der 29 staatlichen Standorte: Sein Ergebnis fließt in die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) und in das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) ein. Nur Hamburg wertet stattdessen den HAM-Nat. Der klassische TMS findet am 7. und 8. November 2026 zum letzten Mal statt, die Anmeldung dafür ist beendet. Ab dem 8./9. Mai 2027 löst ihn der TMSnat ab.
Was der TMS prüft
Der TMS prüft kein zahnmedizinisches Fachwissen. Getestet werden kognitive Fähigkeiten: räumliches Vorstellungsvermögen, naturwissenschaftliches Grundverständnis, Merkfähigkeit, Textverständnis und der Umgang mit Diagrammen und Zahlen. Organisiert wird er von der heiTEST-Koordinationsstelle an der Universität Heidelberg (Informationen zum Test), die Auswertung liegt beim Institut für Test- und Begabungsforschung in Bonn.
Die Teilnahme ist freiwillig und keine Voraussetzung für die Bewerbung über hochschulstart. Nach Angaben der Koordinationsstelle (Stand Oktober 2026) kann ein gutes Ergebnis die Chancen in ZEQ und AdH verbessern; eine Verschlechterung gegenüber Bewerbern ohne Test ist auch bei einem schlechten Ergebnis ausgeschlossen. Wer keinen Test schreibt, kann allerdings von Bewerbern mit sehr gutem Ergebnis überholt werden, auch mit einer guten Abiturnote.
Welche Rolle der TMS für Zahnmedizin spielt
Die Tabellen von hochschulstart für das Wintersemester 2026/27 zeigen: 28 der 29 staatlichen Zahnmedizin-Standorte setzen den TMS in der Zusätzlichen Eignungsquote (ZEQ) ein. Hamburg nutzt dort stattdessen HAM-Nat, HAM-Man (eine Drahtbiegeprobe) und HAM-SJT. In der ZEQ vergeben die 28 Standorte zwischen 25 und 100 von 100 Punkten für den TMS, bei 22 davon mindestens 60. Im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) liegt das Gewicht je nach Unterquote zwischen 10 und 70 Punkten, daneben zählt dort die Abiturnote. Der Staatsvertrag verlangt in der AdH mindestens einen Studieneignungstest; die Punktzahl je Standort steht in der Übersicht TMS-Gewichtung Zahnmedizin.
Nicht relevant ist der TMS dagegen für die Abiturbestenquote, die ausschließlich auf der Abiturnote basiert. Einen Überblick über alle drei Vergabewege bekommst Du im Artikel NC Zahnmedizin: Zulassung, Quoten, Chancen.
Aufbau des Tests
Der klassische TMS hat acht Aufgabengruppen (zehn Blöcke, wenn man Einprägen und Wiedergabe getrennt zählt), verteilt auf einen Vormittags- und einen Nachmittagsteil mit einer Stunde Pause dazwischen. Die Tabelle gibt den Stand der TMS-Website vom Oktober 2026 wieder.
| Teil | Aufgabengruppe | Aufgaben | Zeit |
|---|---|---|---|
| Vormittag | Muster zuordnen | 24 | 30 min |
| Vormittag | Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis | 24 | 60 min |
| Vormittag | Schlauchfiguren | 24 | 15 min |
| Vormittag | Quantitative und formale Probleme | 24 | 60 min |
| Nachmittag | Figuren lernen (Einprägen / Wiedergabe) | 20 / 20 | 4 / 5 min |
| Nachmittag | Fakten lernen (Einprägen / Wiedergabe) | 15 / 20 | 6 / 7 min |
| Nachmittag | Textverständnis | 24 | 60 min |
| Nachmittag | Diagramme und Tabellen | 24 | 60 min |
Am Nachmittag liegt das Textverständnis zwischen Einprägen und Wiedergabe. Die Zeiten ergeben zusammen 307 Minuten reine Bearbeitungszeit (eigene Summe aus der Tabelle der Koordinationsstelle). Bis zu sechs Aufgaben je Gruppe sind Erprobungsaufgaben und gehen nicht in die Wertung. Die frühere Gruppe „Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten“ gibt es nicht mehr. Welche Gruppen der TMSnat übernimmt und welche wegfallen, steht in TMSnat-Aufgabengruppen.
Fachwissen aus Biologie, Chemie oder Physik wird nicht geprüft. Die Koordinationsstelle schreibt, die gemessenen Fähigkeiten seien über Jahre gewachsen und entzögen sich einer kurzfristigen Beeinflussung; Auswendiglernen von Fakten sei nutzlos. Vertraute Aufgabentypen und gutes Zeitmanagement erleichtern den Test trotzdem. Der Test ist so angelegt, dass im Durchschnitt nur etwa die Hälfte der Aufgaben gelöst wird.
So wird das Ergebnis gewertet
Pro Aufgabengruppe zählen die richtig gelösten Aufgaben mit einem Punkt, falsche und unbearbeitete bleiben ohne Punkte; höchstens 20 Punkte (Textverständnis 18) sind möglich. Die Summe wird zwischen den Terminen angeglichen und dann in den Standardwert umgerechnet, der im Testbericht „Testwert“ heißt. Der Mittelwert liegt bei 100 Punkten, die Standardabweichung bei 10. Etwa 34 Prozent der Teilnehmenden erreichen 100 bis 110, je rund 2 Prozent liegen über 120 oder unter 80. Zusätzlich weist der Bericht einen Prozentrang und ein Notenäquivalent aus, das sich wie eine Abiturnote lesen lässt.
Die Hochschulen rechnen den Standardwert so in Punkte um, wie es der Leitfaden von hochschulstart für das Wintersemester 2026/27 beschreibt: Unter 70 gibt es null Punkte, über 130 die volle Punktzahl, dazwischen steigt der Wert gleichmäßig. Das Gewicht des Tests legt jede Hochschule selbst fest. Die Satzung der Universität Jena (Lesefassung vom 14. August 2025) schreibt die Rechnung als Formel auf: Gewicht geteilt durch zwei plus (Standardwert minus 100) geteilt durch zehn mal Gewicht geteilt durch sechs. Das ist dasselbe wie Gewicht mal (Standardwert minus 70) geteilt durch 60.
Ein Beispiel, Annahme: Standardwert 110. Nach den 34 Prozent für 100 bis 110 liegen rund 16 Prozent der Teilnehmenden darüber. Die Gewichte stammen aus den ZEQ- und AdH-Tabellen von hochschulstart (Wintersemester 2026/27):
| Universität | TMS-Gewicht ZEQ | Punkte bei Wert 110 | TMS-Gewicht AdH | Punkte bei Wert 110 |
|---|---|---|---|---|
| Frankfurt am Main | 90 | 60,0 | 50 | 33,3 |
| Freiburg | 25 | 16,7 | 43 | 28,7 |
Derselbe Testwert bringt in der ZEQ in Frankfurt 60 Punkte, in Freiburg 16,7. Freiburg vergibt in der ZEQ dafür 50 Punkte für eine anerkannte Berufsausbildung, Frankfurt nur 5. Die Gesamtpunktzahl ist je Rangliste auf 100 begrenzt. In der AdH kommt die Abiturnote dazu, die über den Prozentrang im Bundesland in Punkte übersetzt wird.
Satzungen ändern sich, auch kurzfristig: Würzburg hat am 7. Mai 2026 beschlossen, ab dem Vergabeverfahren zum Sommersemester 2027 im Studiengang Zahnmedizin zunächst 15 Prozent der AdH-Plätze allein nach dem TMS zu vergeben; für die übrigen 85 Prozent gelten dann bis zu 30 Punkte für die Abiturnote, 60 für den TMS und 10 für eine Berufsausbildung.
Vorbereitung und Testtag
Die Koordinationsstelle stellt eine Informationsbroschüre mit Beispielaufgaben kostenlos bereit. Drei Originalversionen des Tests sind im Buchhandel erhältlich (Hogrefe-Verlag). Sie rät zu Testsimulationen unter Realbedingungen mit Stoppuhr und nennt die Regel „je mehr, desto besser“ für die Vorbereitung ausdrücklich nicht gültig. Wer lieber angeleitet übt, findet z. B. im TMS-Kurs von PreMed ein komplettes Vorbereitungsprogramm. Wie viel Vorbereitungszeit nötig ist, hängt vom Ausgangspunkt ab – eine belegte Zahl gibt es nicht.
Am Testtag ist der Einlass zwischen 8:00 und 9:30 Uhr möglich. Mitbringen musst Du einen gültigen amtlichen Original-Lichtbildausweis, zwei Bleistifte (HB, B oder 2B) und einen Radiergummi; die Einladung genügt in elektronischer Form und bleibt außerhalb des Testraums. Uhren sind nur als einfache Wecker oder Stoppuhren ohne Rechnerfunktion erlaubt, Handys und Taschenrechner nicht. Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung können bis zum Ende ihrer Anmeldefrist einen Nachteilsausgleich beantragen; dazu gehört ein ärztliches Attest, entschieden wird im Einzelfall.
Termine und Kosten
Der Frühjahrstermin am 9. und 10. Mai 2026 ist gelaufen. Der Herbsttermin am 7. und 8. November 2026 ist der letzte klassische TMS; seine drei Anmeldephasen vom 3. Juli bis 19. August 2026 sind beendet, die Einladungen liegen seit dem 1. Oktober im persönlichen Account, die Ergebnisse folgen ab dem 18. Dezember 2026. Die Gebühr beträgt 100 Euro und wird bei der Anmeldung fällig. Wer das Ergebnis verbessern wollte, durfte den klassischen TMS einmal innerhalb von zwölf Monaten wiederholen. Beide Ergebnisse blieben gültig – eingereicht wird das bessere. Der nächste offene Termin ist der TMSnat am 8./9. Mai 2027; alle Eckdaten und die Anmeldeschritte stehen in TMSnat 2027: Termine, Anmeldung und Kosten.
Die große Umstellung: TMSnat ab 2027
Ab 2027 ersetzt der TMSnat den klassischen TMS. Er kombiniert Aufgabengruppen aus TMS und HAM-Nat und soll für Human-, Zahn- und Tiermedizin gelten; die Koordinationsstelle plant ihn zweimal im Jahr (Frühjahr und Herbst) und beliebig oft wiederholbar (Planungsstand 26. Juni 2026). Der erste Termin ist der 8./9. Mai 2027. Wie lange alte TMS-Ergebnisse noch zählen, entscheidet jede Hochschule selbst. Die Übergangsregeln stehen in TMS oder TMSnat, die Aufgabengruppen in TMSnat-Aufgabengruppen.
Welcher Weg passt zu Deinem Bewerbungssemester
Für das Sommersemester 2027 (Bewerbungsschluss 15. Januar 2027) ist eine Neuanmeldung zum TMS nicht mehr möglich. Es zählt nur, wer schon angemeldet ist oder bereits ein Ergebnis hat – das Ergebnis vom November liegt ab dem 18. Dezember 2026 vor. Für das Wintersemester 2027/28 ist der TMSnat im Mai 2027 der erste Test, den Du neu belegen kannst. Bis zum Test bleiben ab Oktober 2026 gut sieben Monate; die Anmeldung beginnt voraussichtlich im Februar 2027. Wer schon ein TMS-Ergebnis hat, behält es: Laut Koordinationsstelle gilt es wie ein Abiturzeugnis dauerhaft. Ob Deine Wunschuniversität es für das Wintersemester 2027/28 und später noch anerkennt, musst Du dort erfragen.
Ohne Test bewirbst Du Dich weiterhin, und laut hochschulstart-Leitfaden kann ein Testergebnis die Position nur verbessern, nie verschlechtern. Wie Du das Ergebnis bei hochschulstart einträgst, steht in Bewerbung über hochschulstart. Wer auch ein Studium in Österreich erwägt, schreibt dort einen eigenen Test, den MedAT-Z.
Quellen
- Über den TMS (tms-info.org, Abruf Oktober 2026): Aufgabengruppen, Aufgabenzahl und Zeiten, Hochschulliste, Nutzen im Auswahlverfahren
- Fristen und Termine (tms-info.org, Abruf Oktober 2026): Termine, Anmeldephasen, Einladungen, Ergebnisabruf
- Wiederholung (tms-info.org, Abruf Oktober 2026): Wiederholung innerhalb von zwölf Monaten, beide Ergebnisse gültig
- Ergebnis und Auswertung (tms-info.org, Abruf Oktober 2026): Standardwert, Prozentrang, Punktevergabe je Gruppe
- Vorbereitung auf den TMS und Wichtiges am Testtag (tms-info.org, Abruf Oktober 2026): Übungsmaterial, Einlass, erlaubte Gegenstände
- FAQ der Koordinationsstelle (Abruf Oktober 2026): dauerhafte Gültigkeit des Ergebnisses, Nachteilsausgleich
- Weiterentwicklung zum TMSnat (Meldung vom 26. Juni 2026, Abruf Oktober 2026) und geplante TMSnat-Aufgaben (Stand 26.06.2026): Termin, Gebühr, Wiederholung
- ZEQ-Kriterien Wintersemester 2026/27 und AdH-Kriterien Wintersemester 2026/27 (hochschulstart.de, Abruf Oktober 2026): TMS-Gewichte je Standort, Hamburg mit HAM-Nat
- hochschulstart-Leitfaden Wintersemester 2026/27 (Abruf Oktober 2026): Umrechnung des Standardwerts in Punkte
- Staatsvertrag über die Hochschulzulassung: Artikel 10 Absatz 3, Studieneignungstest in der AdH
- Hochschulauswahlsatzung der Universität Jena: Anlage 4c, Formel für die TMS-Punkte (Lesefassung 14. August 2025)
- Sechste Änderungssatzung der Universität Würzburg: Zahnmedizin ab Sommersemester 2027 (Satzung vom 7. Mai 2026)

Redaktion
Die Redaktion von zahnmedizinstudium.eu betreut die Ratgeber-Artikel und Universitätsprofile auf dieser Seite – unabhängig und mit besonderem Blick auf Zulassung, Studieninhalte und Karrierewege in der Zahnmedizin.
Alle Artikel der Redaktion →



