Nach vier Semestern steht der Erste Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung (Z1) an: vier mündliche Prüfungsgespräche zu je 20 bis 30 Minuten. Multiple Choice gibt es dort nicht. Das schriftliche Format mit 200 Fragen in fünf Stunden gibt es erst im Dritten Abschnitt (Z3), bundesweit einheitlich zum ersten Mal am 3. November 2026. Der Artikel ordnet Lernplan und Methoden diesen Abschnitten zu; wie das Studium in drei Abschnitte gegliedert ist, steht im Überblick zum Aufbau.
Z1: Lernplan für vier mündliche Gespräche
Der Z1 umfasst drei Fächergruppen und das Fach Zahnmedizinische Propädeutik, jeweils mit einem eigenen Gespräch (§ 32 ZApprO). Er ist ausschließlich mündlich (§ 29). Geprüft wird, ob Du die Grundlagen beherrschst und ihre Bedeutung für klinische Zusammenhänge erfasst (§ 32 Abs. 2). Reine Faktenlisten tragen dafür nicht weit, weil Nachfragen Zusammenhänge verlangen. Alle vier Gespräche finden innerhalb von höchstens vier Wochen statt, an einem Tag sollen nicht mehr als zwei stattfinden (§ 32 Abs. 4); ein Gespräch lässt sich nicht durch ein anderes ausgleichen. Die Regeln im Detail stehen im Artikel zum Physikum.
Der Beispielplan unten setzt voraus, dass Du zwölf Wochen vor dem ersten Termin beginnst. Er ist ein Vorschlag ohne Erfolgsgarantie; Stoffumfang und Termine legen Uni und Landesprüfungsamt fest.
| Wochen vor dem ersten Termin | Biochemie, Molekularbiologie, Chemie | Anatomie, Biologie | Physiologie, Physik | Zahnmedizinische Propädeutik |
|---|---|---|---|---|
| 12 bis 9: sichten | Protokolle und Skripte aus Chemie- und Biochemie-Praktikum ordnen, Lücken markieren | Präparierkurs- und Histologie-Unterlagen ordnen, Atlas durchgehen | Versuchsprotokolle aus Physik- und Physiologie-Praktikum ordnen | Kursunterlagen zu Präventiver Zahnheilkunde und Dentaler Technologie sichten |
| 8 bis 5: erarbeiten | Stoffwechselwege und Reaktionen selbst aufzeichnen, Karteikarten anlegen | Strukturen am Atlas benennen und zeichnen, Region für Region | Organsysteme und Regelkreise anhand der Versuche erklären, Aufgaben aus dem Physikpraktikum rechnen | Arbeitsschritte der Kursarbeiten wiederholen und begründen |
| 4 bis 1: erklären | Probegespräch 20 bis 30 Minuten: Zusammenhang von Chemie und Stoffwechsel | Probegespräch: Region am Atlas erklären, Bezug zur Klinik | Probegespräch: Messgröße, Mechanismus, klinische Bedeutung | Probegespräch: Arbeitsschritt vorführen und begründen |
Probegespräche gelingen in der Lerngruppe: reihum ein Thema vortragen, die anderen fragen nach. Zuhören ist erlaubt. Bis zu fünf bereits zum Z1 zugelassene Studierende dürfen bei einem Prüfungstermin dabei sein (§ 35 Abs. 2) – wer das nutzt, kennt Ablauf und Ton, bevor das eigene Gespräch beginnt.
Methoden je Fach
| Fach | Lernform | Material |
|---|---|---|
| Anatomie | Strukturen zeichnen und am Atlas oder Präparat benennen, in Lerngruppe abfragen | Unterlagen aus Präparierkurs und Histologie, Atlas |
| Biochemie | Stoffwechselwege selbst aufzeichnen, Karteikarten mit verteilter Wiederholung | Skript, Praktikumsprotokolle |
| Physiologie | von der Messgröße zur klinischen Bedeutung erklären | Versuchsprotokolle, Vorlesungsunterlagen |
| Physik und Chemie | Aufgaben rechnen, Versuche begründen | Praktikumsanleitungen, Aufgaben aus den Praktika |
| Zahnmedizinische Propädeutik | Arbeitsschritte laut begründen, eigene Arbeiten nachvollziehen | Unterlagen des TPK und der Präventiven Zahnheilkunde |
Für Karteikarten eignet sich verteilte Wiederholung (Spaced Repetition), etwa mit der Open-Source-App Anki. Als Abstände bieten sich zum Beispiel 1, 3, 7 und 21 Tage nach dem ersten Lernen an. Das ist ein eigener Vorschlag. Die Meta-Analyse von Martinengo et al. (JMIR 2024, 23 Studien mit 3.371 Teilnehmenden aus Gesundheitsberufen) nennt keine Standardintervalle, fand aber für verteiltes digitales Lernen gegenüber gebündeltem Lernen einen Vorteil beim Wissen (SMD 0,32, mittlere Aussagesicherheit). Speziell für Zahnmedizin gibt es diese Zahlen nicht.
Das Zeitbudget neben den Kursen hängt vom Stundenplan ab; Beispielwochen und eine Rechnung enthält der Artikel zum Studienalltag. Kleine, regelmäßige Einheiten über das Semester verteilt passen dazu besser als Blöcke in den Wochen vor dem Termin.
Z2: Praxis üben
Der Zweite Abschnitt prüft praktisch an Aufgaben aus Prothetik, Zahnerhaltung, Kieferorthopädie und Oralchirurgie. Die Übungsbasis sind die Phantomkurse nach dem Z1; wie Du Übungszeit gewichtest und was vorher beantragt sein muss, steht im Artikel zum Z2, die Kurse selbst beschreibt der Phantomkurs.
Z3: schriftlicher Teil
Im schriftlichen Z3 beantwortest Du 200 Fragen in fünf Stunden. Das sind rechnerisch 90 Sekunden je Frage. Das IMPP stellt den Gegenstandskatalog Zahnmedizin (Version 1.2.1 vom 20. April 2026), 400 Prüfziele, 100 Übungsaufgaben und ein Musterexamen mit 200 Aufgaben bereit; das Musterexamen taugt laut IMPP nicht als Maßstab für den Schwierigkeitsgrad. Fächer und Querschnittsbereiche zeigt der Gegenstandskatalog, Ablauf, Bestehensgrenze und ein Achtwochenraster stehen im Artikel zum schriftlichen Z3.
Wenn eine Prüfung nicht klappt
Fällt ein Z1-Gespräch durch, darfst Du genau dieses Gespräch zweimal wiederholen (§ 38 Abs. 1); bestandene Gespräche bleiben bestanden (§ 38 Abs. 5). Das Landesprüfungsamt lädt Dich von Amts wegen zum nächsten Prüfungstermin; Wiederholungstermine können auch außerhalb der üblichen Prüfungszeit liegen (§ 38 Abs. 2 und 3). Wer wiederholen muss, startet die Phantomkurse später – sie beginnen erst nach bestandenem Z1 (§ 5 Abs. 3); mehr dazu im Guide zum 4. Semester. Bei einer Beeinträchtigung kannst Du einen Nachteilsausgleich beantragen, spätestens mit dem Zulassungsantrag (§ 22 Abs. 2). Nach Lerngruppen und Probegesprächen fragst Du die Fachschaft Deiner Uni. Allgemeine Einstiegstipps stehen in den Tipps fürs erste Semester, die Einordnung der Belastung in Wie schwer ist das Zahnmedizinstudium?.
Quellen
- § 29 ZApprO, Art der Prüfung: Erster Abschnitt ausschließlich mündlich
- § 32 ZApprO, Inhalt des Ersten Abschnitts: drei Fächergruppen und Propädeutik, getrennte Gespräche, an einem Tag sollen es nicht mehr als zwei sein, insgesamt höchstens vier Wochen, 20 bis 30 Minuten
- § 35 ZApprO, Anwesenheit weiterer Personen: bis zu fünf bereits zugelassene Studierende dürfen zuhören
- § 38 ZApprO, Wiederholung: zwei Wiederholungen je Gespräch, Ladung von Amts wegen, bestandene Gespräche nicht wiederholbar
- § 5 ZApprO, Unterrichtsveranstaltungen und § 22 ZApprO, Nachteilsausgleich: Phantom-Praktika erst nach dem Z1, Antrag auf Nachteilsausgleich spätestens mit dem Zulassungsantrag
- IMPP: Beispielaufgaben Zahnmedizin: 400 Prüfziele, 100 Übungsaufgaben, Musterexamen mit 200 Aufgaben, Hinweis zum Schwierigkeitsgrad
- IMPP: Prüfungen Zahnmedizin: Gegenstandskatalog Version 1.2.1 vom 20.04.2026
- Martinengo et al.: Spaced Digital Education for Health Professionals (J Med Internet Res 2024): Meta-Analyse über 23 Studien, Wissensvorteil verteilter gegenüber gebündelter digitaler Lehre (SMD 0,32), keine Standardintervalle

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