Zahnmedizinstudium in Deutschland

Zahnmedizin studieren in Deutschland: 29 Standorte

RedaktionVon Redaktion7 Min. Lesezeit
Studierende auf dem Weg zu einem deutschen Universitätscampus – Zahnmedizin studieren in Deutschland: Standorte und Bewerbungsweg

In Deutschland gibt es 29 staatliche Standorte für Zahnmedizin im Zentralen Verfahren von hochschulstart (Wintersemester 2026/27: 1.516 Studienplätze), dazu zwei private Universitäten mit eigenem Auswahlverfahren: Witten/Herdecke und die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB). Alle 29 staatlichen Standorte nehmen im Wintersemester auf, 14 davon auch im Sommersemester (2026: 630 Plätze). Beworben wird bei hochschulstart bis zum 31. Mai oder 15. Juli (Wintersemester) beziehungsweise 15. Januar (Sommersemester).

Die Standorte im Überblick

Die Tabelle nennt die Kapazität laut hochschulstart nach dem Ende der Koordinierungsphase (Auswahlgrenzen Wintersemester 2026/27 und Sommersemester 2026). „Kein Start“ bedeutet, dass in dem Semester niemand beginnen kann. Jeder Name führt zum Standortprofil.

Universität Bundesland Plätze WS 2026/27 Plätze SoSe 2026
RWTH Aachen Nordrhein-Westfalen 65 kein Start
Charité Berlin Berlin 38 45
Bonn Nordrhein-Westfalen 81 kein Start
TU Dresden Sachsen 56 kein Start
Düsseldorf Nordrhein-Westfalen 53 kein Start
Erlangen-Nürnberg Bayern 52 52
Frankfurt am Main Hessen 56 45
Freiburg Baden-Württemberg 43 42
Gießen Hessen 33 33
Göttingen Niedersachsen 41 41
Greifswald Mecklenburg-Vorpommern 43 kein Start
Halle-Wittenberg Sachsen-Anhalt 41 kein Start
Hamburg Hamburg 71 kein Start
MH Hannover Niedersachsen 80 kein Start
Heidelberg Baden-Württemberg 81 kein Start
Jena Thüringen 57 kein Start
Kiel Schleswig-Holstein 65 kein Start
Köln Nordrhein-Westfalen 36 36
Leipzig Sachsen 53 kein Start
Mainz Rheinland-Pfalz 45 46
Marburg Hessen 39 39
München (LMU) Bayern 68 67
Münster Nordrhein-Westfalen 55 55
Regensburg Bayern 49 45
Rostock Mecklenburg-Vorpommern 42 kein Start
Saarland (Homburg) Saarland 29 kein Start
Tübingen Baden-Württemberg 33 30
Ulm Baden-Württemberg 55 kein Start
Würzburg Bayern 56 54
Summe staatlich 29 bzw. 14 Standorte 1.516 630
Witten/Herdecke (privat) Nordrhein-Westfalen höchstens 48 pro Semester (Wintersemester) kein Start
MHB Brandenburg (privat) Brandenburg kein Start 48 (nur Sommersemester)

Jede Fakultät hat eigene Schwerpunkte und legt die Auswahlkriterien in ZEQ und AdH selbst fest; eine pauschale Rangfolge lässt sich daraus nicht ableiten (Die besten Unis für Zahnmedizin). Die beiden privaten Universitäten vergeben ihre Plätze über eigene Verfahren und nicht über hochschulstart. Witten/Herdecke verlangt entweder eine Sofortzahlung von 110.400 Euro oder zahlt sich nach dem Studium einkommensabhängig mit 14 Prozent des Einkommens ab (Umgekehrter Generationenvertrag; die Universität nennt zehn Beitragsjahre, die StudierendenGesellschaft für Zahnmedizin 13 Jahre, Details im Artikel zu Witten/Herdecke); die MHB erhebt 132.000 Euro Studienbeitrag über die Regelstudienzeit. Mehr dazu in Zahnmedizin an der Uni Witten/Herdecke und Zahnmedizin an privaten Universitäten.

Die drei Vergabequoten

Die Plätze, die nach den Vorabquoten verbleiben, gehen zu 30 Prozent an die Abiturbestenquote, zu 10 Prozent an die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) und zu 60 Prozent an das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH). Vorab werden bis zu 20 Prozent der Plätze an Sondergruppen vergeben, etwa Härtefälle, Zweitstudium oder Bewerber mit Dienstverpflichtung (Staatsvertrag Art. 9 und 10).

  • Abiturbestenquote: Die Plätze gehen nach dem Abiturdurchschnitt, bundesweit nach einer Rangliste mit Landesquoten.
  • ZEQ: Es zählen nur schulnotenunabhängige Kriterien wie der TMS oder eine Berufsausbildung, die Abiturnote spielt keine Rolle.
  • AdH: Jede Universität gewichtet Abiturnote, TMS, Ausbildung, Dienste oder Auswahlgespräche selbst.

Ein Zahlenbeispiel: Gäbe es keine Vorabquoten, entfielen von 1.516 Plätzen rechnerisch rund 455 auf die Abiturbestenquote, 152 auf die ZEQ und 910 auf das AdH; tatsächlich sind es wegen der Vorabquoten etwas weniger – die Rechnung zeigt nur die Größenordnung. Die Auswahlgrenzen unterscheiden sich von Standort zu Standort und von Semester zu Semester deutlich. Wie sie zu lesen sind, erklärt NC Zahnmedizin; die Kriterien im Detail beschreibt ZEQ und AdH Zahnmedizin.

Die Bewerbung über hochschulstart in sechs Schritten

Alle 29 staatlichen Standorte vergeben ihre Plätze zentral über die Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart). Du kannst beliebig viele Studienorte nennen und in eine Reihenfolge bringen.

  1. Registriere Dich im Bewerbungsportal und aktiviere das Konto innerhalb von 72 Stunden.
  2. Fülle in AntOn den Antrag aus und nenne Deine Studienorte; Testergebnisse wie den TMS gibst Du online per Prüfcode ein.
  3. Bringe die Orte in Deine Wunschreihenfolge und speichere sie (Priorisieren).
  4. Drucke den Antrag aus, unterschreibe ihn und schicke ihn mit amtlich beglaubigten Nachweisen per Post an hochschulstart. Die Papierunterlagen sind weiterhin nötig – nur das Testergebnis läuft ohne Post.
  5. Verfolge den Status in der Koordinierungsphase (Koordinierungsphase).
  6. Nimm ein Zulassungsangebot an oder warte auf das Ende der Phase und schreibe Dich mit dem Bescheid an der Hochschule ein.

Die Online-Fristen sind 31. Mai (Zeugnisdatum vor dem 16. Januar des Bewerbungsjahres), 15. Juli (Zeugnisdatum ab dem 16. Januar) und 15. Januar für das Sommersemester; die Postfristen und alle Termine für das Sommersemester 2027 stehen in Bewerbungsfristen Zahnmedizin. Zum TMS und TMSnat: TMS für Zahnmedizin und TMSnat 2027: Termine. Den ganzen Ablauf beschreibt Bewerbung über hochschulstart. Zugangswege neben dem Abitur: Zahnmedizin mit Fachabitur; für Bundeswehr-Plätze gilt Zahnmedizin bei der Bundeswehr.

Sommer- oder Wintersemester?

Im Wintersemester 2026/27 nahmen 29 staatliche Standorte mit 1.516 Plätzen auf, im Sommersemester 2026 waren es 14 Standorte mit 630 Plätzen; die Tabelle oben zeigt, welche. Für das Sommersemester 2027 nennt hochschulstart dieselben 14 Standorte. Welche Bewerbungsregeln im Sommer gelten, steht in Zahnmedizin zum Sommersemester.

Wie das Studium aufgebaut ist

Das Studium folgt an allen Standorten der Approbationsordnung für Zahnärzte (ZApprO) und dauert 5 Jahre 6 Monate, also 11 Semester (§ 2 ZApprO). Es gliedert sich in einen vorklinischen und einen klinischen Abschnitt mit drei Abschnitten der Zahnärztlichen Prüfung; Details in Aufbau des Zahnmedizinstudiums und Wie lange dauert das Zahnmedizinstudium.

Was das Studium kostet

An den staatlichen Fakultäten fallen keine Studiengebühren an, nur der Semesterbeitrag. Laut den Standortprofilen reicht er (Stand Wintersemester 2025/26 bis 2026/27) von 82 Euro in Erlangen-Nürnberg bis 484,18 Euro in Göttingen; bei manchen Standorten ist ein Semesterticket enthalten. Dazu kommt eigenes Instrumentarium für die Kurse und Phantomkurse. Die Preisbänder mit Quelle stehen in Kosten des Zahnmedizinstudiums, die Liste in Instrumentenkiste.

Wechsel zwischen Standorten

Ein Wechsel in ein höheres Fachsemester ist nur möglich, wenn die Zieluniversität dort einen Platz frei hat – eine Aufnahme ist nie garantiert. Antragsweg, Anrechnung und Fristen legt jede Universität selbst fest; das Studierendensekretariat der Zieluniversität nennt sie. Wie die Anrechnung beim Einstieg aus anderen Fächern oder dem Ausland läuft, beschreibt Quereinstieg in die Zahnmedizin.

Wenn es mit dem Studienplatz nicht klappt

Nach dem Koordinierten Nachrücken vergeben einzelne Hochschulen letzte freie Plätze selbst, teils per Los (Losverfahren). Daneben gibt es zwei private Wege mit eigenem Verfahren, Witten/Herdecke (Start im Wintersemester) und die MHB Brandenburg (Start im Sommersemester), sowie das Studium im Ausland (Zahnmedizin im Ausland studieren) und die Landzahnarztquote in einzelnen Bundesländern (Landzahnarztquote). Alle Wege vergleicht Zahnmedizin ohne NC. Nach dem Studium folgt der Dritte Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung und die Approbation.

Quellen

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