Berlin ist mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin einer der bekanntesten Namen in der deutschen Hochschulmedizin, und gehört auch für die Zahnmedizin zu den traditionsreichsten Standorten des Landes. Wer in der Hauptstadt studieren möchte, kombiniert damit eine renommierte Ausbildungsstätte mit dem Leben in Deutschlands größter und vielfältigster Stadt.
Die Charité: gemeinsame Fakultät zweier Universitäten
Die Charité ist die gemeinsame medizinische Fakultät der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin: eine organisatorische Besonderheit, die es an kaum einem anderen deutschen Standort in dieser Form gibt. Das Institut für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde blickt auf eine über 130 Jahre lange Geschichte zurück und vereint alle zahnmedizinischen Fachrichtungen an einem gemeinsamen klinischen Standort. Ambulante zahnärztliche, oralchirurgische und kieferorthopädische Behandlung finden hier unter einem Dach statt, was Studierenden schon früh Einblicke in das gesamte Fächerspektrum ermöglicht.
Wo Du als Zahnmedizinstudent:in tatsächlich bist
Der Studienalltag verteilt sich räumlich auf mehrere Berliner Standorte. Die vorklinischen Fächer wie Anatomie oder Physik finden zum Teil in den traditionsreichen Charité-Gebäuden im Zentrum Berlins statt, mit dem besonderen historischen Flair, das viele Studierende an diesem Standort schätzen. Die zahnmedizinische Klinik und damit der klinisch-praktische Teil des Studiums sind dagegen im Berliner Ortsteil Wilmersdorf angesiedelt, wo alle zahnmedizinischen Disziplinen an einem gemeinsamen Standort zusammengefasst sind. Wer in Berlin Zahnmedizin studiert, pendelt also über die Studienjahre hinweg zwischen unterschiedlichen Stadtteilen, ein Umstand, den Du bei der Wohnungssuche mitbedenken solltest.
Zwei Trägeruniversitäten, eine Fakultät
Ein Berliner Sonderfall, der immer wieder für Nachfragen sorgt: Die Charité ist nicht die Fakultät einer einzigen Universität, sondern die gemeinsame medizinische Einrichtung der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin. Für Studierende hat diese Konstruktion im Alltag kaum praktische Auswirkungen (die Immatrikulation, das Curriculum und der Abschluss sind einheitlich geregelt), sie erklärt aber, warum Berlin institutionell anders aufgestellt ist als etwa Standorte mit nur einer Trägeruniversität. Diese Struktur ist historisch gewachsen: Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden die vormals getrennten medizinischen Einrichtungen West- und Ost-Berlins schrittweise zusammengeführt.
Größenordnung und Ausbildung
Am Institut arbeiten mehr als 60 Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte in sechs Fachabteilungen, die insgesamt rund 500 Zahnmedizinstudierende ausbilden. Pro Semester werden an der Charité 30 bis 40 Prüflinge im praktischen Staatsexamen geprüft: eine Größenordnung, die zeigt, dass die Charité zu den größeren zahnmedizinischen Ausbildungsstätten Deutschlands gehört, ohne dabei den Charakter einer sehr kleinen, überschaubaren Fakultät zu haben. Wie das Zahnmedizinstudium in Deutschland strukturell aufgebaut ist, unabhängig vom konkreten Standort, erklärt der Artikel Aufbau des Zahnmedizinstudiums.
Bewerbung und Zulassung
Wie an allen staatlichen Fakultäten läuft die Bewerbung für die Charité zentral über hochschulstart.de. Konkrete Auswahlgrenzen für die einzelnen Vergabequoten schwanken von Semester zu Semester und lassen sich nicht pauschal vorhersagen, wie das Bewerbungsverfahren insgesamt funktioniert und welche Quoten es gibt, erklärt der Artikel Zahnmedizin studieren in Deutschland im Detail.
Forschung neben der klinischen Ausbildung
Die über 130-jährige Forschungstradition des Instituts ist nicht nur ein historisches Detail, sondern wirkt sich auch auf den Studienalltag aus: Wer sich für wissenschaftliches Arbeiten interessiert, findet an der Charité vergleichsweise viele Möglichkeiten, schon während des Studiums an Forschungsprojekten mitzuwirken oder eine Promotion vorzubereiten. Wie eine Promotion im Fach Zahnmedizin grundsätzlich abläuft und wie sie sich zeitlich ins Studium integrieren lässt, erklärt der Artikel Promotion: Der Dr. med. dent. Wer sich später für eine akademische Laufbahn interessiert, findet einen weiterführenden Überblick im Artikel Die Uni-Karriere: Forschung und Lehre.
Leben in Berlin als Zahnmedizinstudent:in
Berlin bietet, was kaum eine andere deutsche Stadt in dieser Dichte bietet: ein riesiges kulturelles Angebot, eine internationale Studierendenschaft und Stadtteile mit ganz unterschiedlichem Charakter: vom trubeligen Kreuzberg bis zum ruhigeren Charlottenburg oder Wilmersdorf, nah an der eigenen Zahnklinik. Der öffentliche Nahverkehr ist gut ausgebaut, sodass sich die Wege zwischen den verschiedenen Studienstandorten in der Stadt in der Regel gut bewältigen lassen. Gleichzeitig ist Berlin, verglichen mit kleineren deutschen Universitätsstädten, bei Mietpreisen inzwischen kein Sonderfall mehr nach unten: wer in Berlin studiert, sollte die Wohnungssuche frühzeitig angehen und realistisch kalkulieren.
Als Hauptstadt bietet Berlin darüber hinaus Nähe zu Institutionen, Fachgesellschaften und Kongressen, die für eine spätere wissenschaftliche oder fachpolitische Laufbahn interessant sein können, ein Standortvorteil, der über das reine Studium hinausreicht. Auch der Berliner Arbeitsmarkt für spätere Nebenjobs neben dem Studium, etwa in Zahnarztpraxen oder als studentische Hilfskraft an der Charité selbst, ist entsprechend groß und vielfältig.
Wohnen zwischen Mitte und Wilmersdorf
Weil sich der Studienalltag zwischen den Charité-Standorten in Mitte und der Zahnklinik in Wilmersdorf aufteilt, lohnt es sich, die Wohnungssuche nicht nur nach Miethöhe, sondern auch nach guter Anbindung an beide Stadtteile auszurichten. Studierendenwohnheime gibt es über das Studierendenwerk Berlin an mehreren Standorten in der Stadt, mit entsprechend langen Wartelisten in gefragten Lagen. Wer sich frühzeitig um einen Wohnheimplatz oder eine WG in gut angebundener Lage kümmert, erspart sich im hektischen ersten Semester zusätzlichen organisatorischen Stress.
Was das Studium an der Charité besonders macht
Die enge Verzahnung von Forschung und Klinik, die lange Institutstradition und die schiere Zahl an Fachabteilungen sorgen dafür, dass Studierende an der Charité mit einer großen Bandbreite klinischer Fälle in Kontakt kommen. Gleichzeitig bedeutet die Größe der Fakultät, dass die Betreuung in den praktischen Kursen anders organisiert ist als an kleineren Standorten, ein Aspekt, den Du bei der Studienortwahl neben persönlichen Vorlieben für Stadt und Standort mit einbeziehen solltest.
Nach dem Studium: Approbation und weitere Schritte
Wie an jedem deutschen Standort schließt das Studium mit dem dritten Staatsexamen ab, gefolgt vom Approbationsantrag bei der für Berlin zuständigen Landesbehörde. Wie dieser Antrag im Detail abläuft, erklärt der Artikel Die Approbation als Zahnarzt.
Fazit – Tradition trifft Großstadt
Ein Zahnmedizinstudium an der Charité verbindet eine der traditionsreichsten zahnmedizinischen Ausbildungsstätten Deutschlands mit dem Leben in einer der lebendigsten Städte Europas. Wer sich für Berlin entscheidet, sollte die räumliche Verteilung zwischen den Charité-Standorten ebenso einplanen wie die im bundesweiten Vergleich nicht mehr ganz günstigen Mietpreise, und bekommt dafür eine Ausbildung an einem Institut mit langer Geschichte und breiter fachlicher Aufstellung, das sich im Vergleich mit anderen deutschen Standorten nicht verstecken muss.
Quellen
- Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (zahnmedizin.charite.de)
- Charité: Oral Health Sciences (CharitéCentrum 3) (charite.de)

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