Die Approbation beantragst Du bei der Behörde des Landes, in dem Du die Zahnärztliche Prüfung bestanden hast (§ 16 Abs. 1 ZHG), nicht bei Kammer oder Bund. Den Antrag stellst Du je nach Land zwischen vier Wochen vor und nach der letzten Prüfung. Die Behörde muss spätestens drei Monate nach Eingang der vollständigen Unterlagen entscheiden (§ 86 ZApprO). Wo die Behörde eine Gebühr nennt, liegt sie zwischen 130 und 250 Euro, in Hamburg bis 375 Euro. Ohne Urkunde darfst Du nicht zahnärztlich arbeiten. Der Antrag ist damit das Verbindungsstück zwischen dem Staatsexamen und dem Start in die Assistenzzeit.
Wer erteilt die Approbation?
Die Länder, nicht der Bund. Maßgeblich ist das Land der bestandenen Prüfung: § 16 Abs. 1 ZHG weist die Approbation der zuständigen Behörde des Landes zu, in dem der Antragsteller die zahnärztliche Prüfung abgelegt hat. Wo Du später arbeitest, spielt keine Rolle – die Approbation gilt in ganz Deutschland. Diese Zuständigkeit bleibt auch mit der Reform des Zahnheilkundegesetzes zum 1. November 2026 so (BGBl. 2026 I Nr. 225). Die neue Wohnsitzzuständigkeit in § 16 Abs. 1a ZHG gilt nur für Anerkennungsverfahren mit Auslandsabschluss.
Die Stellen im Überblick (Stand: Oktober 2026, Angaben der Behörden):
| Land | Zuständige Stelle | Gebühr laut Behörde | Antrag frühestens | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Regierungspräsidium Stuttgart, Referat 95 (Landesprüfungsamt), landesweit | 250 € | etwa 4 Wochen vor dem letzten Prüfungstag | RP Stuttgart |
| Bayern | Regierung von Oberbayern (Prüfung in München oder Regensburg) oder Regierung von Unterfranken (Würzburg, Erlangen-Nürnberg) | 200 € zzgl. Auslagen | 4 Wochen vor der Abschlussprüfung (Empfehlung) | Bayernportal, Regierung von Unterfranken |
| Berlin | Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo), Landesprüfungsamt für Gesundheitsberufe | 139 € | 2 Wochen vor dem letzten Prüfungstermin | service.berlin.de, LAGeSo |
| Brandenburg | Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG), Dezernat G1 (Landesprüfungsamt); Studienort ist die MHB | siehe Behörde | siehe Behörde | LAVG |
| Bremen | Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz (Landesprüfungsamt); kein Studienort für Zahnmedizin | siehe Behörde | siehe Behörde | Antragsformular |
| Hamburg | Landesprüfungsamt für Heilberufe, Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration | 136 bis 375 € zzgl. Auslagen | siehe Behörde | hamburg.de |
| Hessen | Hessisches Landesamt für Gesundheit und Pflege (HLfGP) | 210 € zzgl. Porto | 2 Wochen vor der letzten Prüfung | HLfGP-Merkblatt |
| Mecklenburg-Vorpommern | Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS), Landesprüfungsamt für Heilberufe, Rostock | 130 € zzgl. ggf. Porto | nicht früher als 1 Monat vor dem Prüfungstermin | LAGuS |
| Niedersachsen | Niedersächsischer Zweckverband zur Approbationserteilung (NiZzA), Abteilung 2 (Landesprüfungsamt), Hannover | Kostenbescheid mit der Urkunde, Betrag nennt das Formular nicht | erst nach bestandener Prüfung | NiZzA, Antragsformular |
| Nordrhein-Westfalen | Bezirksregierung des Regierungsbezirks, in dem der letzte Prüfungsteil stattfand (Düsseldorf, Arnsberg und weitere) | Düsseldorf: 150 € | Düsseldorf: 4 Wochen vor der letzten Prüfung | Bezirksregierung Arnsberg, Bezirksregierung Düsseldorf |
| Rheinland-Pfalz | Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV), Referat 53.1, Mainz | siehe Behörde | siehe Behörde | LSJV |
| Saarland | Landesamt für Soziales, Zentralstelle und Landesprüfungsamt für Gesundheitsberufe | siehe Behörde | siehe Behörde | Landesamt für Soziales |
| Sachsen | Landesdirektion Sachsen, Referat 22 (Prüfung in Dresden oder Leipzig) | siehe Behörde | 1 Monat vor dem letzten Prüfungstermin | Landesdirektion Sachsen |
| Sachsen-Anhalt | Landesamt für Soziales, Jugend und Gesundheit, Landesprüfungsamt für Gesundheitsberufe, Halle | 150 bis 250 € zzgl. Zustellung | an keine Frist gebunden | Landesamt |
| Schleswig-Holstein | Landesamt für Arbeitsschutz, Soziales und Gesundheit (LASG), bis Juni 2025 Landesamt für soziale Dienste | siehe Behörde | siehe Behörde | LASG |
| Thüringen | Thüringer Landesverwaltungsamt, Landesprüfungsamt, Weimar | siehe Behörde | nicht früher als 4 Wochen vor dem voraussichtlichen Prüfungstermin | Merkblatt |
Fehlt in einer Zeile ein Wert, nennt ihn die Behörde auf den verlinkten Seiten nicht (Abruf 10. und 11. Oktober 2026). Frag dann beim Landesprüfungsamt nach, bevor Du den Antrag abschickst.
Zeitplan: Wann beantragen?
- Melde Dich zum Z3 an. Die Fristen stehen in Das Staatsexamen und im Artikel zum schriftlichen IMPP-Teil.
- Beantrage das Führungszeugnis bei der Meldebehörde (Belegart O, Verwendungszweck „Approbation als Zahnarzt“) und lass es direkt an die Behörde schicken. Baden-Württemberg rät wegen der Bearbeitungsdauer zu etwa sechs Wochen vor dem letzten Prüfungstag, Rheinland-Pfalz zu etwa vier Wochen vor dem Antrag. Hessen will es nicht früher als zwei Wochen vor der mündlichen Prüfung.
- Hol die ärztliche Bescheinigung auf dem Vordruck Deiner Behörde ein. Baden-Württemberg lässt jeden Arzt zu, Hessen verlangt einen Hausarzt, Bayern einen niedergelassenen Allgemeinarzt oder Internisten.
- Gib den Antrag mit den vorhandenen Unterlagen ab. Der Zeitpunkt hängt vom Land ab (siehe Tabelle): von vier Wochen vor der letzten Prüfung bis nach der bestandenen Prüfung. Weitaus früher einzureichen hält die Regierung von Unterfranken für nicht zweckmäßig, weil Führungszeugnis und Attest altern.
- Bestehe die Prüfung und warte auf die Urkunde. Das Zeugnis liegt in Berlin frühestens zwei Wochen nach der bestandenen Prüfung vor und kommt mit der Urkunde. Die Approbation wird am Tag der Ausstellung wirksam und lässt sich nicht rückdatieren (NiZzA). Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Düsseldorf schicken die Gebührenrechnung erst nach der Erteilung.
- Fällst Du durch, ziehst Du den Antrag besser zurück: Berlin empfiehlt, den Antrag schriftlich zurückzuziehen, um eine kostenpflichtige Ablehnung zu vermeiden.
Die Urkunde muss vor dem Praxisstart da sein – wer ohne Approbation oder Erlaubnis die Zahnheilkunde ausübt, wird nach § 18 ZHG mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Die KZV-Genehmigung der Assistenzstelle klärst Du parallel; wie das geht, steht in Die Assistenzzeit.
Welche Unterlagen Du einreichen musst
Die Zahnärztliche Approbationsordnung legt in § 84 Abs. 1 ZApprO sechs Nachweise fest:
- kurzgefasster Lebenslauf (die Behörden wollen ihn tabellarisch und lückenlos, mit Datum und Unterschrift),
- Identitätsnachweis im Original oder in beglaubigter Kopie,
- amtliches Führungszeugnis,
- Erklärung, ob ein Straf- oder Ermittlungsverfahren gegen Dich anhängig ist,
- ärztliche Bescheinigung, dass Du nicht in gesundheitlicher Hinsicht zur Berufsausübung ungeeignet bist,
- Zeugnis über die Zahnärztliche Prüfung.
Führungszeugnis und ärztliche Bescheinigung dürfen beim Eingang höchstens einen Monat alt sein (§ 84 Abs. 2 ZApprO). Einige Länder verlangen mehr oder Strengeres – Bayern, Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf) und das Saarland führen zusätzlich eine Geburtsurkunde auf, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern nicht. Hessen lässt das Attest nur zwei Wochen gelten. In Bayern übermittelt das Landesprüfungsamt das Prüfungszeugnis selbst; in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern brauchst Du eine Kopie nur, wenn Du nicht im Zusammenhang mit der Prüfung beantragst. Ein Doktortitel steht nicht auf der Urkunde (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz). Entscheidend ist immer die Liste Deiner Behörde, die Du auf dem Antragsvordruck findest.
Der Antrag kann erst abschließend bearbeitet werden, wenn alles vollständig vorliegt. Die Behörde bestätigt den Eingang binnen eines Monats und nennt fehlende Unterlagen (§ 85 ZApprO).
Wie lange dauert das Verfahren?
Das Gesetz setzt die Grenze: Die Behörde entscheidet kurzfristig, spätestens drei Monate nach Eingang der vollständigen Unterlagen (§ 86 Abs. 1 ZApprO). Darunter gehen die Angaben der Länder auseinander – manche nennen nichts. Die Bezirksregierung Düsseldorf nennt für ihren Bereich mitunter eine Gesamtbearbeitungszeit von etwa drei bis vier Wochen. Die Regierung von Unterfranken nennt keine Dauer und schließt ein beschleunigtes Verfahren aus; Anträge laufen nach Posteingang. Plane deshalb mit der Höchstfrist, wenn der Start fest terminiert ist, und halte den Antrag vollständig, denn jede Rückfrage verschiebt den Beginn.
Gebühr
Die Höhe legt jedes Land fest. Die Tabelle gibt wieder, was die Behörden nennen: 130 Euro in Mecklenburg-Vorpommern, 139 Euro in Berlin, 150 Euro in Düsseldorf, 200 Euro in Bayern, 210 Euro in Hessen (Stand April 2025) und 250 Euro in Baden-Württemberg. Sachsen-Anhalt nennt 150 bis 250 Euro, Hamburg 136 bis 375 Euro. Die Rechnung kommt mit oder nach der Urkunde. Beglaubigungen, Führungszeugnis und Attest zahlst Du vorab.
Online oder per Post?
Bayern, Hessen und Hamburg bieten den Antrag online an. In Bayern müssen die unterschriebenen Unterlagen zusätzlich auf dem Postweg eingehen (Regierung von Unterfranken), in Hessen druckst Du den online abgesendeten Antrag aus und unterschreibst ihn. Für die übrigen Länder nennen die abgerufenen Behördenseiten den Vordruck zum Ausfüllen, Unterschreiben und Einsenden. Frag im Zweifel beim Landesprüfungsamt, ob inzwischen ein Online-Antrag besteht.
Abschluss im Ausland
Für Abschlüsse aus EU, EWR, Schweiz und Drittstaaten gilt ein anderes Verfahren, bei dem ab dem 1. November 2026 der Wohnsitz über die zuständige Behörde entscheidet. Alles dazu steht in Anerkennung für ausländische Zahnärzte und in EU-Zahnmedizin-Abschluss anerkennen. Die Approbation nach deutscher Prüfung ist davon unabhängig.
Berufserlaubnis und Approbation
Die Approbation gilt unbefristet und bundesweit (§ 1 Abs. 1 ZHG). Die Berufserlaubnis nach § 13 ZHG ist etwas anderes: Sie darf nur widerruflich und für höchstens zwei Jahre erteilt werden (§ 13 Abs. 2) und wird bei einem EU-Ausbildungsnachweis nicht erteilt (§ 13 Abs. 1 Satz 2). Eine „Approbation auf Widerruf“ kennt das Gesetz nicht. Mit bestandener deutscher Prüfung hast Du Anspruch auf die Approbation, sofern Zuverlässigkeit, gesundheitliche Eignung und Deutschkenntnisse vorliegen (§ 2 Abs. 1 ZHG).
Kann man die Approbation verlieren?
Ja, in drei Fällen. Sie wird zurückgenommen, wenn die Prüfung bei der Erteilung nicht bestanden war (§ 4 Abs. 1 ZHG). Sie ist zu widerrufen, wenn die Zuverlässigkeit nachträglich wegfällt, und kann widerrufen werden, wenn die gesundheitliche Eignung wegfällt (§ 4 Abs. 2). Ihr Ruhen kann etwa bei einem eingeleiteten Strafverfahren angeordnet werden (§ 5 Abs. 1); in dieser Zeit darfst Du nicht praktizieren.
Was danach kommt
Mit der Urkunde meldest Du Dich bei Zahnärztekammer, Versorgungswerk und Rentenversicherung an. Die Fristen und Zuständigkeiten stehen in Nach dem Examen: Kammer, Versorgungswerk, eHBA. Für die Vertragszahnarzt-Zulassung brauchst Du später zwei Jahre Vorbereitungszeit nach § 3 Zahnärzte-ZV; die Schrittfolge steht in Die Assistenzzeit. Den ganzen Weg vom Studienbeginn bis zur Praxis zeigt Wie wird man Zahnarzt?.
Quellen
- §§ 2, 4, 5, 13, 16, 18 Zahnheilkundegesetz (gesetze-im-internet.de): Zuständigkeit nach Prüfungsland, Voraussetzungen, Rücknahme, Widerruf, Ruhen, Berufserlaubnis, Strafbarkeit
- Approbationsordnung für Zahnärzte und Zahnärztinnen, §§ 83 bis 88 (gesetze-im-internet.de): Antragsunterlagen, Eingangsbestätigung, Entscheidungsfrist, Urkunde
- BGBl. 2026 I Nr. 225 (recht.bund.de): Gesetz zur Beschleunigung der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikationen in Heilberufen, § 16 ZHG neu, Inkrafttreten 1. November 2026

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