Ein angestellter Zahnarzt verdient im Median 6.944 Euro brutto im Monat, ein Praxisinhaber erzielte 2023 im Median 180.300 Euro Gewinn vor Steuern. Wer 2024 eine Einzelpraxis übernahm, investierte dafür im Schnitt 450.000 Euro. Im ersten Jahr bleiben dem Median-Inhaber nach Steuern, Vorsorge und Tilgung im Beispiel unten rund 4.690 Euro im Monat, dem Median-Angestellten rund 3.880 Euro. Ob sich der Weg lohnt – das hängt an Arbeitszeit, Risiko und Altersvorsorge.
Der Vergleich auf einen Blick
| Angestellt | Eigene Praxis | |
|---|---|---|
| Einkommen (Median) | 6.944 € brutto im Monat, 83.328 € im Jahr (Dentale Gehaltsstudie 2025) | 180.300 € Einnahmen-Überschuss im Jahr vor Steuern, je Inhaber (KZBV, Daten 2023) |
| Investition | keine | Einstieg in eine BAG 293.000 € je Inhaber, Übernahme einer Einzelpraxis 450.000 € (Mittel), Neugründung einer Einzelpraxis 690.000 € (Median) (IDZ/apoBank, 2024) |
| Wochenarbeitszeit | 40 Stunden (Basis der Gehaltsstudie) | 44,0 Stunden, davon 8,5 in der Praxisverwaltung (KZBV, 2023) |
| Einkommensrisiko | Festgehalt; 62 bis 65 Prozent erhalten zusätzlich eine Umsatzbeteiligung | Inhaber trägt Kosten und Ausfälle selbst |
| Altersvorsorge | Beitrag zum Versorgungswerk wie zur Rentenversicherung, Arbeitgeber zahlt die Hälfte | Regelbeitrag 19 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (Satzung Berlin), 19.266 € im Jahr |
| Voraussetzung | Approbation | zwei Jahre Vorbereitungszeit für die Zulassung (§ 3 Zahnärzte-ZV) |
Rechenbeispiel: Was bleibt im ersten Jahr?
Beide Spalten rechnen mit den Annahmen aus Reinertrag Zahnarztpraxis und Was verdient ein Zahnarzt?: Steuer- und Beitragsrecht 2026, alleinstehend, ohne Kirchensteuer, gesetzlich krankenversichert. Der Inhaber zahlt ein Darlehen von 350.000 Euro (10 Jahre, 4,33 Prozent) zurück. Ein Beispiel, keine Prognose.
| Euro pro Jahr | Angestellt (Median) | Inhaber (Median) |
|---|---|---|
| Brutto beziehungsweise Gewinn vor Steuern | 83.328 | 165.708 (180.300 abzüglich 14.592 Zinsen) |
| Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag | −20.151 | −46.433 |
| Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung | −8.860 | −15.136 |
| Eigener Beitrag zum Versorgungswerk | −7.749 | −19.266 |
| Tilgung des Darlehens | – | −28.593 |
| Netto im Jahr | 46.567 | 56.280 |
| Netto im Monat | rund 3.880 | rund 4.690 |
| Wochenarbeitszeit | 40 | 44,0 |
Beim Angestellten kommt der Arbeitgeberzuschuss zum Versorgungswerk hinzu (weitere 7.749 Euro im Jahr, § 172a SGB VI); der Inhaber trägt den Beitrag allein. Ist das Darlehen nach zehn Jahren getilgt, steigt der Netto-Betrag des Inhabers auf rund 93.000 Euro im Jahr oder 7.750 Euro im Monat. Die apoBank-Befragung (324 Befragte) nennt für Vollzeit 64.800 Euro im Jahr ohne und 91.300 Euro mit Umsatzbeteiligung. Das sind andere Befragte und Durchschnitte; sie lassen sich nicht mit dem Median von 6.944 Euro mischen.
Welche Zahlen wofür gelten
Der Gewinn von 180.300 Euro stammt aus dem Zahnärzte-Praxis-Panel des Zi und gilt je Praxisinhaber (2023). Destatis nennt 305.000 Euro Reinertrag im Mittel und 217.000 Euro im Median, aber je Praxis und für 2024. Warum beide Werte abweichen, erklärt Reinertrag Zahnarztpraxis. Die Dentale Gehaltsstudie 2025 geben vier Unternehmen der Dentalbranche heraus, darunter ein Personalvermittler; ihre Angaben sind keine amtliche Statistik. Einkommen nach Alter, Region und Praxisform steht in Zahnarzt mit eigener Praxis: Einkommen und Netto, Quartile und Erfahrungsstufen der Angestellten in Gehalt als angestellter Zahnarzt.
Altersvorsorge: Pflichtmitglied in beiden Wegen
Kammermitglieder sind Pflichtmitglieder im Versorgungswerk (so § 7 der Satzung des Versorgungswerks der Zahnärztekammer Berlin, das auch für Brandenburg und Bremen zuständig ist). Der Unterschied liegt in der Beitragshöhe – und im Zuschuss. Angestellte sind zusätzlich rentenversicherungspflichtig und werden auf Antrag befreit (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI); für jede neue Tätigkeit ist ein neuer Antrag nötig. Ihr Beitrag entspricht dem Rentenversicherungsbeitrag, den Zuschuss des Arbeitgebers regelt § 172a SGB VI. Selbstständige zahlen in Berlin den Regelbeitrag von 19 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze, 2026 also 1.605,50 Euro im Monat, ohne Zuschuss.
Eine „volle Gestaltungsfreiheit“ bei der Höhe gibt es damit nicht. Liegt das Berufseinkommen nachweislich unter der Bemessungsgrenze, wird der Beitrag auf Antrag nach dem Einkommen bemessen, mindestens mit einem Zehntel; im Jahr der ersten Niederlassung beträgt er ein Zehntel des Regelbeitrags. Für Elternzeit und längere Krankheit sind Befreiungen auf Antrag möglich (§ 9 der Satzung). Andere Versorgungswerke setzen Beitrag und Fristen abweichend fest. Lies vor der Entscheidung die Satzung Deiner Kammer.
Wie viele Zahnärzte niedergelassen sind
Die Bundeszahnärztekammer zählt 103.998 Zahnärztinnen und Zahnärzte, davon 73.511 zahnärztlich aktiv. Von ihnen sind 43.663 in eigener Praxis niedergelassen (59 Prozent) und 29.848 angestellt (41 Prozent); den Stichtag nennt die Seite nicht. Die KZBV zählt für Praxen und MVZ zusammen: Die Zahl der Vertragszahnärzte sank von 52.859 (2014) auf 43.166 (Ende 2024), die der angestellten Zahnärzte stieg von 8.875 auf 19.708. Bei der Erstniederlassung waren die Gründer 2024 im Schnitt 36,6 Jahre alt (IDZ/apoBank).
Zwischenformen
In eine Berufsausübungsgemeinschaft stiegen 2024 laut IDZ 11 Prozent der Existenzgründer ein (293.000 Euro je Inhaber), 13,6 Prozent übernahmen eine BAG (429.000 Euro je Inhaber). Die BAG braucht die Genehmigung des Zulassungsausschusses (§ 33 Abs. 3 Zahnärzte-ZV). Wer nur in Teilzeit niedergelassen sein will, kann den Versorgungsauftrag der Zulassung auf die Hälfte beschränken (§ 19a Abs. 2 Zahnärzte-ZV). Als Inhaber darfst Du Zahnärzte anstellen, wenn der Zulassungsausschuss es genehmigt (§ 32b). Die Anstellung im Z-MVZ verbindet ein planbares Gehalt mit dem Verzicht auf eigenes Investitionsrisiko – Zahlen und Fragen an den Träger stehen in Arbeiten im Z-MVZ und Gehalt im Z-MVZ. Die Wege im Detail: Praxisübernahme oder Neugründung? und Eigene Zahnarztpraxis gründen.
Zwei Checklisten und drei Fragen
Die Anstellung passt, wenn:
- Du ein planbares Einkommen ohne Darlehen willst,
- Du behandeln möchtest, ohne einen Betrieb zu führen (Inhaber verbringen laut KZBV 8,5 Wochenstunden in der Praxisverwaltung),
- Dir Teilzeit wichtiger ist als der höchste Verdienst,
- Dir das Eigenkapital oder die Kreditbasis für die Niederlassung noch fehlt.
Die eigene Praxis passt, wenn:
- Du ein Darlehen von 300.000 bis 450.000 Euro zehn Jahre lang bedienen kannst (im Beispiel 3.599 Euro Rate im Monat),
- Du Personal führen und die Verwaltung übernehmen willst,
- Du mit dem Median rechnest und nicht mit dem Mittelwert, denn die Hälfte der Inhaber liegt darunter,
- Du für 44 statt 40 Wochenstunden im ersten Jahr nur rund 800 Euro netto im Monat mehr einplanst als der Angestellte (4.690 gegenüber 3.880 Euro im Beispiel).
Drei Fragen helfen bei der Entscheidung: Reicht Dir ein Netto von etwa 4.700 Euro im Monat, solange das Darlehen läuft? Trägst Du das Darlehen auch, wenn der Gewinn unter dem Median liegt? Passen Standort, Familie und Arbeitszeit zu einer Praxis, die Du auf Jahre binden willst? Familie und Beruf behandelt Zahnärztin mit Familie, den Weg bis zur Zulassung Die Assistenzzeit.
Quellen
- Deutscher Zahnarzt Service: Dentale Gehaltsstudie 2025: Herausgeber der Studie (vier Unternehmen der Dentalbranche, darunter der Personalvermittler Deutscher Zahnarzt Service)
- Deutscher Zahnarzt Service: Gehalt als angestellter Zahnarzt: Gehalt 6.944 Euro brutto im Monat, Umsatzbeteiligung bei rund 62 Prozent der Angestellten; Beitrag eines Mitherausgebers
- apoBank: Gehaltsstudie 2025, Angestellt in der ambulanten Zahnmedizin: 65 Prozent der Angestellten mit Umsatzbeteiligung, Jahresgehälter Vollzeit 64.800 Euro ohne und 91.300 Euro mit Umsatzbeteiligung, 324 Befragte
- KZBV: Statistisches Jahrbuch 2025: Einnahmen-Überschuss je Praxisinhaber 2023 (Median 180.300 Euro), Arbeitszeit 44,0 Stunden, Zahl der Vertragszahnärzte und angestellten Zahnärzte 2014 bis 2025 (Seiten 110, 142, 166)
- IDZ und apoBank: InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024: Anteile und Investitionsvolumen 2024 (Einzelpraxisübernahme 450.000 Euro, BAG-Übernahme 429.000 Euro und BAG-Einstieg 293.000 Euro je Inhaber, Neugründung Median 690.000 Euro), Alter bei der Erstniederlassung 36,6 Jahre
- Bundeszahnärztekammer: Nachgezählt: 103.998 Zahnärzte, 73.511 aktiv, 43.663 niedergelassen, 29.848 angestellt (Stichtag auf der Seite nicht genannt; Abruf Oktober 2026)
- Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin: Satzung (gültig ab 21.03.2026) und Fragen und Antworten: Pflichtmitgliedschaft (§ 7), Regelbeitrag 19 Prozent der Bemessungsgrenze (§ 26), Befreiungen (§ 9), Befreiung Angestellter von der Rentenversicherung
- § 172a SGB VI und § 6 SGB VI: Arbeitgeberzuschuss zum Beitrag an das Versorgungswerk, Befreiung von der Versicherungspflicht
- Zahnärzte-ZV § 3, § 19a, § 32b und § 33: Vorbereitungszeit, halber Versorgungsauftrag, Anstellung von Zahnärzten, Berufsausübungsgemeinschaft

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