Gehalt

Gehalt als angestellter Zahnarzt

Von Redaktion5 Min. Lesezeit
Schriftbild: Was verdient man als angestellter Zahnarzt – Gehalt in der Zahnmedizin
Modell Bruttogehalt pro Monat Quelle
Angestellt, alle Erfahrungsstufen (Durchschnitt) 6.944 € Dentale Gehaltsstudie 2025
Angestellt, direkt nach Assistenzzeit 5.901 € Dentale Gehaltsstudie 2025
Angestellt, über 10 Jahre Erfahrung 7.650 € Dentale Gehaltsstudie 2025
Festgehalt ohne Umsatzbeteiligung (Jahreswert) ca. 64.800 € brutto/Jahr apoBank-Gehaltsstudie
Mit Umsatzbeteiligung (Jahreswert) ca. 91.300 € brutto/Jahr apoBank-Gehaltsstudie

1. Wie viel verdient ein angestellter Zahnarzt im Schnitt?

Wer die Assistenzzeit abgeschlossen hat und regulär angestellt arbeitet (egal ob in der Einzelpraxis, der Berufsausübungsgemeinschaft oder im Z-MVZ), verdient laut Dentaler Gehaltsstudie 2025 im Mittel 6.944 Euro brutto im Monat. Das untere Quartil liegt bei 5.714 Euro, das obere bei 9.070 Euro. Direkt nach der Assistenzzeit sind es im Schnitt 5.901 Euro, nach zwei bis sechs Jahren Berufserfahrung rund 6.842 Euro, und wer über zehn Jahre Erfahrung mitbringt, kommt im Mittel auf 7.650 Euro. Wie stark das Gehalt gegenüber der Vorbereitungsassistenz steigt, zeigt sich schon am ersten Schritt: Der Sprung von der Assistenzzeit in die reguläre Anstellung bringt im Schnitt über 2.000 Euro brutto im Monat mehr.

2. Festgehalt oder Umsatzbeteiligung – was bringt mehr?

Ein zentraler Unterschied zu vielen anderen angestellten Berufen: In der Zahnarztpraxis ist die Umsatzbeteiligung weit verbreitet. Laut apoBank-Gehaltsstudie erhalten rund 62 Prozent der angestellten Zahnärzt:innen ein solches Modell zusätzlich zu einem (meist niedrigeren) Grundgehalt. Wer nur ein festes Gehalt ohne Beteiligung bezieht, kommt im Schnitt auf rund 64.800 Euro brutto im Jahr. Mit Umsatzbeteiligung steigt der Durchschnitt auf etwa 91.300 Euro, ein Plus von bis zu 40 Prozent laut derselben Erhebung. Das Prinzip dahinter: Die Praxis zahlt ein niedrigeres Fixum, beteiligt die angestellte Zahnärztin oder den angestellten Zahnarzt aber prozentual am selbst erwirtschafteten Honorarumsatz. Das erhöht das Verdienstpotenzial, verlagert aber auch einen Teil des unternehmerischen Risikos: Bei schwacher Auslastung fällt das Gehalt entsprechend niedriger aus.

3. Welche Rolle spielt die Praxisform?

Ob eine Praxis als Einzelpraxis, Berufsausübungsgemeinschaft oder als Teil einer größeren Z-MVZ-Kette organisiert ist, wirkt sich auf das Gehalt aus, wenn auch nicht immer eindeutig in eine Richtung. Größere Strukturen bieten häufig transparentere, standardisierte Gehaltsstufen und bessere Verhandlungsspielräume durch klar definierte Karrierepfade. Kleinere Einzelpraxen zahlen dagegen oft individuell ausgehandelte Gehälter, die je nach Verhandlungsgeschick sowohl deutlich unter als auch über dem Durchschnitt liegen können.

4. Regionale Unterschiede

Auch der Standort beeinflusst das Gehalt spürbar. Laut Dentaler Gehaltsstudie 2025 verdienen angestellte Zahnärzt:innen in Süddeutschland mit durchschnittlich 7.139 Euro am meisten, gefolgt von den östlichen Bundesländern mit 7.045 Euro und dem Norden mit 6.938 Euro. Am unteren Ende liegen die westlichen Bundesländer mit rund 6.857 Euro. Auffällig ist außerdem der Stadt-Land-Unterschied: In ländlichen Regionen verdienen angestellte Zahnärzt:innen im Schnitt rund 622 Euro mehr im Monat als in Großstädten, vermutlich weil dort schwerer Personal zu finden ist und Praxen mit großzügigeren Umsatzbeteiligungen locken. Mehr zu diesem Thema liest Du im Artikel Zahnarzt-Gehalt nach Bundesland.

5. Fachrichtung macht den größten Unterschied

Größer als regionale Effekte fällt der Unterschied zwischen den Fachrichtungen aus. Angestellte Oralchirurg:innen verdienen laut Dentaler Gehaltsstudie 2025 im Schnitt 9.306 Euro im Monat, angestellte Kieferorthopäd:innen sogar 10.128 Euro, deutlich mehr als der Durchschnitt aller angestellten Zahnärzt:innen. Wer sich früh auf ein Fachgebiet spezialisiert, verschiebt also nicht nur das fachliche Profil, sondern auch die eigene Gehaltsklasse deutlich nach oben.

6. Angestellt bleiben oder sich niederlassen?

Wer ausschließlich auf das Einkommen schaut, wird irgendwann feststellen, dass die eigene Praxis das größere Potenzial bietet: Der Reinertrag einer durchschnittlichen Zahnarztpraxis liegt laut Kostenstrukturerhebung des Statistischen Bundesamts bei 281.000 Euro je Praxis. Dafür trägt man als Praxisinhaber:in aber auch das volle unternehmerische Risiko, von der Investition bis zur Personalverantwortung. Eine feste Anstellung mit Umsatzbeteiligung ist ein guter Kompromiss: planbares Grundeinkommen, ohne das komplette Risiko der Selbstständigkeit.

7. Master-Abschluss und Zusatzqualifikationen

Wer neben der Approbation einen Masterabschluss vorweisen kann (etwa in Implantologie, Endodontologie oder Parodontologie), verdient laut Dentaler Gehaltsstudie 2025 im Schnitt rund 610 Euro mehr im Monat als Kolleg:innen ohne diese Zusatzqualifikation. Das mag auf den ersten Blick nach wenig klingen, summiert sich über ein Jahr aber auf mehr als 7.000 Euro zusätzlich, bei einer berufsbegleitenden Weiterbildung, die sich in vielen Fällen also innerhalb weniger Jahre finanziell amortisiert. Wer keinen vollständigen Fachzahnarzt-Titel anstrebt, aber trotzdem das eigene Gehalt steigern will, findet in solchen Zusatzqualifikationen einen realistischen Zwischenweg.

8. Was Bewerbungsgespräche in der Praxis wert sind

Weil es in der Zahnmedizin keinen bindenden Flächentarifvertrag gibt, hängt das tatsächliche Gehalt stärker als in vielen anderen Berufen vom eigenen Verhandlungsgeschick ab. Die Spanne zwischen unterem und oberem Quartil (5.714 Euro gegenüber 9.070 Euro laut Dentaler Gehaltsstudie 2025) zeigt das deutlich: Zwei Zahnärzt:innen mit vergleichbarer Erfahrung können je nach Praxis, Verhandlung und Vergütungsmodell mehrere Tausend Euro im Monat auseinanderliegen. Wer sich vor einem Bewerbungsgespräch mit den branchenüblichen Modellen (Festgehalt, Umsatzbeteiligung oder eine Mischung aus beidem) auskennt, verhandelt spürbar souveräner als jemand, der nur auf die erste genannte Zahl reagiert.

Fazit – Umsatzbeteiligung ist der entscheidende Hebel

Angestellte Zahnärzt:innen verdienen im Schnitt deutlich mehr als in der Assistenzzeit, aber spürbar weniger als erfolgreiche Praxisinhaber:innen. Der größte Hebel innerhalb der Anstellung ist nicht die Region, sondern das Vergütungsmodell: Wer eine Umsatzbeteiligung aushandelt statt nur ein Festgehalt zu akzeptieren, kann sein Einkommen laut apoBank-Zahlen um bis zu 40 Prozent steigern. Wer zusätzlich in ein gefragtes Fachgebiet wie Kieferorthopädie oder Oralchirurgie geht, hebt sein Gehalt noch einmal deutlich vom Durchschnitt ab.

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