Gehalt

Gehalt als Oralchirurg: Angestellt und Inhaber

RedaktionVon Redaktion5 Min. Lesezeit
Schriftbild: Was verdient man als Oralchirurg – Gehalt in der Zahnmedizin

Angestellte Oralchirurgen verdienen im Median 9.306 Euro brutto im Monat; die mittlere Hälfte liegt zwischen 7.375 und 10.655 Euro. Das sind die Fachrichtungswerte der Dentalen Gehaltsstudie 2025, veröffentlicht vom Mitherausgeber Deutscher Zahnarzt Service (Angestellte in Vollzeit, 40 Wochenstunden). Der Median aller angestellten Zahnärzte liegt bei 6.944 Euro. Für Inhaber einer oralchirurgischen Praxis gibt es keine Zahl, die nur ihr Fach betrifft.

Gehalt nach Karrierestufe

Stufe Brutto im Monat (Median) Mittlere Hälfte Gilt für
Weiterbildungsassistenz 4.333 Euro 3.103 bis 5.726 Euro alle Fachrichtungen
Angestellter Oralchirurg 9.306 Euro 7.375 bis 10.655 Euro angestellte Oralchirurgen
Zum Vergleich: angestellter Zahnarzt 6.944 Euro 5.714 bis 9.070 Euro alle angestellten Zahnärzte
Inhaber einer oralchirurgischen Praxis keine eigene Zahl keine Angabe siehe unten

Stand: Dentale Gehaltsstudie 2025, Abruf Oktober 2026. Der Deutsche Zahnarzt Service ist ein Personalvermittler; die Fachrichtungswerte sind eine Branchenauswertung und keine amtliche Statistik. Das sind Angestelltengehälter. Mit dem Reinertrag einer Praxis lassen sie sich nicht vergleichen. Vorbereitungsassistenten verdienen laut derselben Studie 3.750 Euro (Assistenzzahnarzt-Gehalt).

Was das Einkommen beeinflusst

Der Deutsche Zahnarzt Service nennt vier Faktoren: Arbeitsumfeld, Erfahrung, Umsatzbeteiligung und Region. In Kliniken sind die Gehälter meist tariflich geregelt – in Privatpraxen werden sie ausgehandelt. Ländliche Regionen zahlen laut Studie mitunter sogar mehr als Großstädte. Wie eine Umsatzbeteiligung funktioniert, zeigt ein Rechenbeispiel in Gehalt als angestellter Zahnarzt.

An Universitätskliniken gilt der TV-Ärzte (TdL), der nach seinem § 1 ausdrücklich auch Zahnärztinnen und Zahnärzte erfasst. Die Entgeltgruppe Ä 1 beginnt dort bei 5.792,90 Euro brutto im Monat (Tabelle gültig vom 1. April 2026 bis 31. August 2027). Das ist die Einstiegsstufe. Alle Gruppen mit Stufen stehen in Gehalt im öffentlichen Dienst; die Anstellung im Versorgungszentrum behandelt Gehalt im Z-MVZ.

Eigene Praxis: Investition und Ertrag

Das Statistische Bundesamt weist Oralchirurgie nicht einzeln aus. Für Kieferorthopädie, Oralchirurgie und sonstige Fachgebiete zusammen nennt es einen Reinertrag von 477.000 Euro je Praxis (2024). Das ist ein Gruppenwert je Praxis, kein Wert je Fachrichtung, und Reinertrag ist nicht das Einkommen des Inhabers; die Rechnung dahinter steht in Umsatz, Kosten, Reinertrag. Konkreter ist die Investition. Das Institut der Deutschen Zahnärzte hat zusammen mit der apoBank die Finanzierungen von Existenzgründungen 2024 ausgewertet, getrennt nach Fachrichtung:

Fachrichtung Angestellt, brutto im Monat Investition Neugründung 2024 Investition Übernahme oder Einstieg 2024
Oralchirurgie 9.306 Euro (Median) 946.000 Euro 671.000 Euro
Kieferorthopädie 10.128 Euro (Median) 917.000 Euro 543.000 Euro
MKG-Chirurgie 7.552 bis 9.699 Euro (Tarif Facharzt, Stand 1. Juni 2026) in der Zahl der Oralchirurgie enthalten in der Zahl der Oralchirurgie enthalten

Der InvestMonitor weist Oralchirurgie und MKG-Fachpraxen gemeinsam aus: 7 Neugründungen und 27 Übernahmen oder Einstiege, bei Kieferorthopädie 15 und 33. Die Fallzahlen sind klein und stammen aus Bankfinanzierungen – die Zahlen zeigen die Größenordnung, keinen Durchschnitt aller Praxen. Bei Übernahmen entfielen 515.000 Euro auf den Kaufpreis. Gegenüber allgemeinzahnärztlichen Praxen lag das Investitionsvolumen bei Oralchirurgie und MKG etwa 60 Prozent höher, bei Kieferorthopädie etwa 45 Prozent. Zur Abwägung zwischen Anstellung und Niederlassung hilft Angestellt oder selbstständig?, zu Ablauf und Finanzierung Eigene Praxis gründen. Das Einkommen nach Praxisform und Fachgebiet beschreibt Was verdient ein Zahnarzt mit eigener Praxis?. Die Gehaltszahlen der Nachbarfächer stehen in Gehalt als Kieferorthopäde und Gehalt als MKG-Chirurg.

Der Weg zum Fachzahnarzt

Oralchirurgen entfernen retinierte und verlagerte Zähne, operieren Wurzelspitzen und Zysten und setzen Implantate. Die Weiterbildung dauert mindestens drei fachspezifische Jahre; in den meisten Kammern kommt ein allgemeinzahnärztliches Jahr dazu, die Zahnärztekammer Nordrhein schreibt insgesamt drei Jahre vor. Zum 31.12.2024 waren 3.910 Fachzahnärzte für Oralchirurgie tätig (BZÄK). Kammerregeln und Bewerbung stehen in Weiterbildung Oralchirurgie. Den Berufsalltag beschreibt Was macht ein Oralchirurg?.

Wer viele Implantate setzt, ohne die Weiterbildung zu durchlaufen, kann einen Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie ausweisen. Er beruht auf der Selbsteinschätzung der Zahnärztin oder des Zahnarztes. Eine förmliche Prüfung gibt es nicht, einen Fachzahnarzt-Titel auch nicht (Tätigkeitsschwerpunkt, Spezialist, Fachzahnarzt). Die MKG-Chirurgie ist dagegen ein ärztlicher Facharzt. Sie setzt ein zweites Studium voraus, der gesamte Weg dauert rund 15 Jahre (MKG-Chirurg werden).

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