MKG-Chirurgen sind Fachärzte, keine Fachzahnärzte, und werden in der Klinik nach dem Ärztetarif bezahlt. In einem kommunalen Krankenhaus verdient eine Fachärztin oder ein Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie seit dem 1. Juni 2026 zwischen 7.552,19 und 9.698,91 Euro brutto im Monat (TV-Ärzte/VKA, Entgeltgruppe II), an einer Universitätsklinik zwischen 7.645,72 und 9.576,69 Euro (TV-Ärzte/TdL, Ä 2, Stand 1. April 2026). Der Median aller angestellten Zahnärzte liegt bei 6.944 Euro (Gehalt als angestellter Zahnarzt). Dafür dauert der Weg rund 15 Jahre.
Tarifgehälter in der Klinik
Für MKG-Chirurgen gelten dieselben Tarife wie für alle Ärzte; das Fachgebiet spielt für die Eingruppierung keine Rolle. In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, in Universitätskliniken der TV-Ärzte (TdL). Beide Tarifverträge erfassen ausdrücklich auch Zahnärztinnen und Zahnärzte; wie der öffentliche Dienst Zahnärzte ohne ärztliche Approbation bezahlt, steht in Gehalt im öffentlichen Dienst.
| Stufe im Tarif | TV-Ärzte/VKA (kommunal), ab 1.6.2026 | TV-Ärzte/TdL (Uniklinik), ab 1.4.2026 |
|---|---|---|
| Arzt in Weiterbildung (EG I / Ä 1) | 5.722,05 bis 7.355,29 Euro | 5.792,90 bis 7.436,05 Euro |
| Facharzt (EG II / Ä 2) | 7.552,19 bis 9.698,91 Euro | 7.645,72 bis 9.576,69 Euro |
| Oberarzt (EG III / Ä 3) | 9.459,56 bis 10.810,95 Euro | 9.576,69 bis 11.265,33 Euro |
| Leitender Oberarzt, ständiger Vertreter des Chefarztes (EG IV / Ä 4) | 11.127,50 bis 11.922,95 Euro | 11.265,33 bis 12.711,58 Euro |
Alle Werte sind Monatsentgelte brutto bei 40 Wochenstunden, von Stufe 1 bis zur höchsten Stufe der Gruppe. Den Facharzt erreicht die oberste Stufe im VKA-Tarif nach zwölf Jahren fachärztlicher Tätigkeit, die zweite Stufe nach drei Jahren (§ 19 TV-Ärzte/VKA). Die TdL-Tabelle gilt bis 31. August 2027, danach steigen die Werte (Ä 2 Stufe 1 dann 7.833,04 Euro). Gehalt.de nennt für „Kieferchirurgen“ einen Median von 8.083 Euro (Quartile 6.798 und 9.611 Euro; Angaben des Portals, Abruf Oktober 2026). Das liegt innerhalb der Facharzt-Spanne; die Berufsbezeichnung des Portals ist aber nicht mit dem Facharzt für MKG gleichzusetzen.
Bereitschaftsdienst
Als Ärzte im Krankenhaus leisten MKG-Chirurgen Bereitschaftsdienste, etwa für Kieferbrüche oder akute Infektionen im Gesichtsbereich. Der TV-Ärzte/VKA vergütet die als Arbeitszeit gewertete Dienstzeit in Entgeltgruppe II mit 43,83 bis 46,64 Euro je Stunde (ab 1. Juni 2026), dazu kommt ein Zuschlag von 15 Prozent (§ 12). Wie viel davon als Arbeitszeit zählt, hängt von der erfahrungsgemäß anfallenden Arbeit ab: 70, 85 oder 100 Prozent. Auch die Zahnmedizin hat einen Notdienst; die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen organisieren ihn mit den teilnehmenden Vertragszahnärzten, wie ein Urteil des Bundessozialgerichts zum Notdienst der KZV Baden-Württemberg schildert. Das Urteil betrifft einen Zahnarzt ohne Zulassung, der als Pool-Zahnarzt im Notfalldienstzentrum Stundenhonorar erhielt; über MKG-Chirurgen sagt es nichts. Die Regeln der Regionen vergleicht Zahnärztlicher Notdienst. Einen Tarifvertrag mit festen Stundensätzen für angestellte Zahnärzte in Praxen gibt es nicht.
Niederlassung
Von 1.916 berufstätigen MKG-Chirurgen waren Ende 2025 nach der Ärztestatistik 1.329 im ambulanten Bereich tätig, davon 1.052 niedergelassen; 508 arbeiteten im Krankenhaus. Gut die Hälfte ist also niedergelassen. Wer sich niederlässt, verlässt den Tarif und rechnet wie ein Praxisinhaber: mit Einnahmen, Ausgaben und Reinertrag. Das Statistische Bundesamt weist MKG-Chirurgie nicht gesondert aus. Die letzte eigene Zeile stammt aus dem Berichtsjahr 2015: 611.000 Euro Einnahmen und 281.000 Euro Reinertrag je Praxis, 209.000 Euro je Inhaber (alle Zahnarztpraxen: 175.000 Euro je Inhaber) – für die heutige Lage sagt das wenig.
Konkreter ist die Investition. Das Institut der Deutschen Zahnärzte und die apoBank weisen Oralchirurgie und MKG-Fachpraxen gemeinsam aus: 946.000 Euro für eine Neugründung und 671.000 Euro für eine Übernahme oder einen Einstieg (Finanzierungen 2024, 7 beziehungsweise 27 Fälle). Die Tabelle dazu steht in Gehalt als Oralchirurg.
Lohnt sich der lange Weg finanziell?
Der Weg zum Facharzt für MKG dauert 6 Jahre Humanmedizin, 3,5 Jahre Zahnmedizin und 5 Jahre Weiterbildung, zusammen 14,5 Jahre; Reihenfolge der Studien und Anrechnungen erklärt MKG-Chirurg werden. Ein Zahnarzt verdient schon nach 5,5 Jahren Studium. Die Rechnung zeigt, wann der MKG-Chirurg im Klinikdienst aufholt.
Annahmen: brutto, ohne Steuern, Zins und Sonderzahlungen; während des Studiums kein Einkommen. Zahnarzt: 5,5 Jahre Studium, 2 Jahre Vorbereitungsassistenz zu 3.750 Euro im Monat, danach durchgehend der Median von 6.944 Euro. MKG-Chirurg: 9,5 Jahre Studium, 5 Jahre Weiterbildung in Entgeltgruppe I des TV-Ärzte/VKA (Stufe 1 bis 5), danach Entgeltgruppe II nach den Stufenlaufzeiten des § 19. Bereitschaftsdienste, Oberarztstufe und Niederlassung sind nicht eingerechnet.
| Jahre nach Studienbeginn | Zahnarzt, kumuliert | MKG-Chirurg im Klinikdienst, kumuliert |
|---|---|---|
| 20 | rund 1,13 Millionen Euro | rund 0,90 Millionen Euro |
| 25 | rund 1,55 Millionen Euro | rund 1,43 Millionen Euro |
| 30 | rund 1,96 Millionen Euro | rund 2,01 Millionen Euro |
| 35 | rund 2,38 Millionen Euro | rund 2,59 Millionen Euro |
Nach diesen Annahmen holt der MKG-Chirurg nach rund 28 Jahren auf – als Größenordnung, nicht als Prognose. Der Zahnarzt-Median enthält Sonderzahlungen und mittelt über alle Erfahrungsstufen, die Tarifwerte nicht; ein Zahnarzt mit eigener Praxis läge je nach Reinertrag darüber (Was verdient ein Zahnarzt mit eigener Praxis?). Ein Vergleich von Zahnarzt und Arzt insgesamt steht in Zahnarzt oder Arzt: Wer verdient mehr?. Was der Beruf inhaltlich umfasst, beschreibt Was macht ein MKG-Chirurg?.
Quellen
- Marburger Bund: TV-Ärzte/VKA in der Fassung des 10. Änderungstarifvertrags: Geltungsbereich (§ 1, auch Zahnärztinnen und Zahnärzte), Arbeitszeit 40 Stunden (§ 7), Bereitschaftsdienstentgelt (§ 12), Eingruppierung (§ 16), Stufenlaufzeiten (§ 19), Entgelttabelle gültig ab 1. Juni 2026
- Freistaat Sachsen, Landesamt für Steuern und Finanzen: Entgelttabelle TV-Ärzte ab 01.04.2026: Entgeltgruppen Ä 1 bis Ä 4 des TV-Ärzte (TdL), gültig vom 1. April 2026 bis 31. August 2027 und ab 1. September 2027
- TV-Ärzte (TdL), § 1 Geltungsbereich: Geltung für Ärztinnen und Ärzte einschließlich Zahnärztinnen und Zahnärzte an Universitätskliniken
- Bundesärztekammer: Ärztestatistik 2025: Tabelle 3, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie zum 31.12.2025: 1.916 berufstätig, 1.329 ambulant (davon 1.052 niedergelassen), 508 stationär
- Bundessozialgericht, Urteil vom 24.10.2023, B 12 R 9/21 R (Notdienst der KZV Baden-Württemberg): vertragszahnärztlicher Notdienst, von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung organisiert und von teilnehmenden sowie nicht zugelassenen Zahnärzten wahrgenommen; Kläger war ein Zahnarzt ohne Zulassung, keine allgemeine Aussage zu anderen Notdienstmodellen
- IDZ und apoBank: InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024 (Zahnmed Forsch Versorg 2025, 5: 03): Kapitel 7.2, Investitionsvolumen 2024 für Fachpraxen der Oralchirurgie und MKG (7 Neugründungen, 27 Übernahmen und Einstiege)
- DGMKG: Ausbildungsweg zum Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen (FAQ): rund 9,5 Jahre Studienzeit bis zur Facharztweiterbildung
- Deutscher Zahnarzt Service: Gehalt als Weiterbildungsassistent: Vorbereitungsassistenz 3.750 Euro (Dentale Gehaltsstudie 2025, Angaben des Mitherausgebers)
- ZWP online: Dentale Gehaltsstudie 2025, Teil Zahnärzte: Median 6.944 Euro brutto im Monat für angestellte Zahnärzte (40-Stunden-Woche)
- Gehalt.de: Kieferchirurg/-in: Median 8.083 Euro brutto im Monat (Quartile 6.798 und 9.611 Euro), Angaben eines Gehaltsportals, Abruf Oktober 2026
- zm-online: 175.000 Euro Reinertrag je Praxisinhaber (01.03.2018): Destatis-Kostenstrukturanalyse für 2015, MKG-chirurgische Praxen mit 611.000 Euro Einnahmen und 281.000 Euro Reinertrag je Praxis (209.000 Euro je Inhaber), alle Zahnarztpraxen 175.000 Euro je Inhaber
- Statistisches Bundesamt: Ausgewählte Grundzahlen je Praxis von Ärzten und Zahnärzten (Stand 23.07.2026): MKG-Chirurgie wird in der Tabelle nicht gesondert ausgewiesen

Redaktion
Die Redaktion von zahnmedizinstudium.eu betreut die Ratgeber-Artikel und Universitätsprofile auf dieser Seite – unabhängig und mit besonderem Blick auf Zulassung, Studieninhalte und Karrierewege in der Zahnmedizin.
Alle Artikel der Redaktion →


