Gehalt

Dentalhygienikerin Gehalt: Tarif, Spanne und Rechnung

RedaktionVon Redaktion5 Min. Lesezeit
Schriftbild: Was verdient man als Dentalhygienikerin – Gehalt in der Zahnmedizin

Eine Dentalhygienikerin (DH) verdient im AAZ-Tarif 3.406 bis 4.280 Euro brutto im Monat (Tätigkeitsgruppe V, Tabelle seit 1. Januar 2026), nach der Empfehlung der Zahnärztekammer Nordrhein 3.464 bis 4.570 Euro und nach dem Rahmen der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg 3.600 bis 4.400 Euro. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit weist für die Berufsgruppe, zu der ZMF, ZMP und DH zählen, einen Median von 3.250 Euro aus. Ein bundesweiter Tarif existiert nicht. Ob die Werte gelten, hängt von der Tarifbindung der Praxis ab, und ohne sie verhandelst Du frei.

Quelle Art Wert Hinweis
AAZ/vmf-Tarif (Hamburg, Niedersachsen, Saarland, Westfalen-Lippe) Tarifvertrag, Gruppe V 3.406 € im 1. bis 3. Berufsjahr, 3.684,50 € im 10. bis 12., 4.280 € ab dem 28. nur bei Tarifbindung, Tabelle seit 1.1.2026
Zahnärztekammer Nordrhein Empfehlung, Gruppe VI 3.464 €, 3.896 €, 4.570 € (gleiche Stufen) seit 12.5.2026, zuzüglich Ortszuschlag 80 oder 160 €
Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg Empfehlung, Gruppe IV Rahmen 3.600 bis 4.400 € seit 1.1.2026
Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 81113 Statistik, Vollzeit Median 3.250 €, Quartile 2.727 und 3.837 € Datenjahr 2025; ZMF, ZMP und DH zusammen
Medi-Karriere Portal Median 3.053 €, Einstieg 2.400 € Angaben eines Karriereportals, Abruf Oktober 2026

Tarif, Empfehlung, Statistik

Die drei Systeme zählen die Tätigkeitsgruppen unterschiedlich. Die DH steht im AAZ-Tarif in Gruppe V, in der Nordrhein-Empfehlung in Gruppe VI, in der Empfehlung aus Baden-Württemberg in Gruppe IV. Im AAZ-Tarif beträgt der Zuschlag der Gruppe V 30 Prozent auf die Grundvergütung der ZFA. Bei mehreren Qualifikationen aus der Gruppe sind es mindestens 35 Prozent, jeweils soweit die DH im Rahmen der erworbenen Kompetenzen eingesetzt wird. Alle Stufen und die übrigen Gruppen stehen in ZFA-Gehalt 2026. Honorarbasis scheidet aus. Delegierte Leistungen setzen ein Anstellungsverhältnis voraus (BZÄK-Delegationsrahmen, siehe Was macht eine Dentalhygienikerin?).

Der Entgeltatlas bildet alle Beschäftigten der Berufsgruppe ab, auch ohne Tarifbindung. Er unterscheidet nicht zwischen ZMF, ZMP und DH. Medi-Karriere nennt einen Einstiegswert von 2.400 Euro – er liegt unter der Tarifgrundstufe der ZFA von 2.620 Euro und sagt über tarifgebundene DH nichts aus. Gehalt.de weist für die Dentalhygienikerin dieselben Zahlen aus wie für die ZFA (Median 3.137 Euro, Abruf Oktober 2026); diese Werte sind deshalb hier nicht aufgeführt.

Abstand zur ZFA

Im AAZ-Tarif liegt die DH im 1. bis 3. Berufsjahr 786 Euro über der ZFA in Gruppe I (3.406 gegenüber 2.620 Euro); in Nordrhein sind es 800 Euro (3.464 gegenüber 2.664 Euro). Gegenüber der ZMP, einer Voraussetzung der klassischen Fortbildung, schrumpft der Abstand. Er beträgt 131 Euro im AAZ-Tarif (ZMP 3.275 Euro) und 333 Euro in Nordrhein (ZMP 3.131 Euro) – gegenüber der ZMF in Nordrhein (3.330 Euro) nur 134 Euro. In der Statistik liegt die Berufsgruppe mit einem Median von 3.250 Euro 409 Euro über dem ZFA-Median von 2.841 Euro.

Was die Fortbildung kostet

Die klassische DH-Fortbildung setzt in Baden-Württemberg die ZMP oder die ZMF voraus, Umfang und Zugang vergleicht ZMP, ZMV, ZMF und DH im Überblick. Die Gebühren der abgerufenen Angebote (Stand Oktober 2026):

Weg Gebühren Anbieter
Klassische Fortbildung 15.495 € Lehrgangsgebühr Philipp-Pfaff-Institut, Berlin und Brandenburg
Bachelor Professional in Dentalhygiene 18.750 € (Aufnahme 150, Teilnahme 3.900 + 5.900 + 7.900, Prüfungen 200 + 300 + 400) Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, Gebührenverzeichnis ab 1.12.2025
Bachelorstudium (B.Sc.) siehe Dentalhygiene studieren private Hochschulen

Das Aufstiegs-BAföG fördert Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis 15.000 Euro zur Hälfte als Zuschuss. Der Rest ist ein KfW-Darlehen; bei bestandener Prüfung wird die Hälfte des noch nicht fälligen Betrags erlassen.

Rechenbeispiel: ab wann lohnt sich die Fortbildung?

Zuerst die Annahmen: berufsbegleitende Fortbildung ohne Verdienstausfall, Eingruppierung vom ersten Monat nach der Prüfung, Tarifbindung, Werte brutto im 1. bis 3. Berufsjahr, Umsatzbeteiligung nicht eingerechnet. Kosten sind die 15.495 Euro der klassischen Fortbildung; mit Aufstiegs-BAföG (Annahme: Prüfung bestanden, 15.000 Euro förderfähig) bleiben 3.750 Euro plus die nicht förderfähigen 495 Euro, also 4.245 Euro.

Vergleich Mehrverdienst im Monat Rückzahlzeit ohne Förderung mit Aufstiegs-BAföG
AAZ-Tarif: Gruppe V gegenüber Gruppe IV (ZMP) 131 € rund 118 Monate rund 32 Monate
Nordrhein: Gruppe VI gegenüber Gruppe IV (ZMP) 333 € rund 47 Monate rund 13 Monate

Rechnet man den ganzen Weg ab der ZFA, kommen die ZMP (4.550 Euro bei der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe) und die DH (15.495 Euro) auf 20.045 Euro. Dem stehen 786 Euro Mehrverdienst im AAZ-Tarif und 800 Euro in Nordrhein gegenüber: 25 bis 26 Monate. Fällt für die Fortbildung ein halbes Jahr Gehalt weg (Annahme: 6 × 3.275 Euro = 19.650 Euro), dauert die Rückzahlung des letzten Schritts im AAZ-Tarif mehr als 22 Jahre. Der Tarif allein trägt die DH-Fortbildung gegenüber der ZMP also nur langsam. Das ändert sich mit Umsatzbeteiligung oder Übertarif. Zahlen dazu, wie viele Praxen eine Umsatzbeteiligung zahlen und wie hoch sie ausfällt, liegen nicht vor; fragst Du danach, kannst Du die Rechnung mit dem tatsächlichen Angebot wiederholen.

Quellen

Redaktion
Über die Redaktion

Redaktion

Die Redaktion von zahnmedizinstudium.eu betreut die Ratgeber-Artikel und Universitätsprofile auf dieser Seite – unabhängig und mit besonderem Blick auf Zulassung, Studieninhalte und Karrierewege in der Zahnmedizin.

Alle Artikel der Redaktion →