Was macht ein...?

Was macht eine Dentalhygienikerin?

RedaktionVon Redaktion4 Min. Lesezeit
Dentalhygienikerin bei der professionellen Zahnreinigung – Was macht eine Dentalhygienikerin?

Eine Dentalhygienikerin (DH) begleitet Patienten bei der Prophylaxe und in der Nachsorge der Parodontitistherapie. Dentalhygienikerinnen arbeiten im Rahmen der zahnärztlichen Delegation (§ 1 Abs. 5 ZHG): Der Zahnarzt ordnet die Leistung an, gibt die fachliche Weisung, beaufsichtigt die Ausführung und trägt die Verantwortung. Die DH ist keine Ausbildung, sondern eine Aufstiegsfortbildung für ZFA (mindestens 800 bis 950 Unterrichtsstunden, als Bachelor Professional mindestens 1.200) oder ein Bachelorstudium.

Welche Aufgaben übernimmt eine Dentalhygienikerin?

Aufgabe Einordnung
Individualprophylaxe: Mundhygiene anleiten, Plaque- und Blutungsindizes erheben, Kariesrisiko bestimmen, Fluoridlack, Fissurenversiegelung im Katalog des § 1 Abs. 5 ZHG ausdrücklich genannt
Zahnreinigung, Entfernung weicher und harter Beläge auch subgingival, soweit klinisch erreichbar (§ 1 Abs. 5 ZHG)
Antiinfektiöse Therapie (AIT) im geschlossenen Vorgehen Mitwirkung im Rahmen der Delegation; Taschentiefen ab 6 Millimeter oder fortgeschrittene Furkationsbeteiligung können sie ausschließen
Unterstützende Parodontitistherapie (UPT) Nachsorge nach der Behandlung, zwei Jahre, Mindestabstand 3, 5 oder 10 Monate je nach Schweregrad
Patientenberatung und Motivation Anleitung zu Zahnbürste, Zahnseide und Interdentalbürsten

Nicht delegierbar sind Untersuchung, Diagnose, Therapieplanung sowie invasive und operative Eingriffe – chirurgische Maßnahmen wie die Gingivektomie bleiben beim Zahnarzt. Die subgingivale Instrumentierung umfasst nach der gemeinsamen Stellungnahme von KZBV, BZÄK, DGZMK und DG PARO ausdrücklich nicht die intentionelle Weichgewebskürettage. Die Grenzen und die Delegationsgrundsätze stehen im Detail in ZMP, ZMV, ZMF und DH im Überblick. Delegierte Leistungen setzen ein Anstellungsverhältnis voraus; eine Tätigkeit auf Honorarbasis wird rückwirkend als Arbeitsverhältnis gewertet (BZÄK-Delegationsrahmen).

Die Nachsorge zieht sich über Jahre – nach dem Konzept des Gemeinsamen Bundesausschusses beginnt die UPT drei bis sechs Monate nach der antiinfektiösen oder chirurgischen Therapie und dauert zwei Jahre, und wie oft die Patienten kommen, richtet sich nach dem Grad der Erkrankung. Mehr zur Behandlungsstrecke steht in Was macht ein Parodontologe?.

Wie wird man Dentalhygienikerin?

Voraussetzung ist die Ausbildung zur ZFA. Je nach Kammer kommen ein Jahr Berufstätigkeit und die Fortbildung zur ZMP oder ZMF hinzu.

Weg Umfang Zugang Gebühren (Stand Oktober 2026)
Klassische Aufstiegsfortbildung 800 (LZK Baden-Württemberg) bis 950 Stunden (BZÄK-Delegationsrahmen) ZMP oder ZMF, am Philipp-Pfaff-Institut zusätzlich ein Jahr Berufstätigkeit 15.495 Euro Lehrgangsgebühr (Pfaff-Institut)
Bachelor Professional in Dentalhygiene mindestens 1.200 Stunden, in Westfalen-Lippe drei Trimester ZFA-Abschluss, nach Ermessen der Kammer ein Jahr Berufstätigkeit; ZMP-Absolventinnen steigen direkt in Teil 2 ein 18.750 Euro inklusive Aufnahme- und Prüfungsgebühren (Westfalen-Lippe)
Bachelorstudium (B.Sc.) an privaten Hochschulen Hochschulen, Dauer, Zugang und Gebühren in Dentalhygiene studieren siehe dort siehe dort

Den Bachelor Professional hat der Vorstand der Bundeszahnärztekammer am 25. Oktober 2023 als Muster-Fortbildungsordnung beschlossen; die Kammern setzen ihn in eigenen Ordnungen um. Wie die Wege zueinander stehen, vergleicht ZMP, ZMV, ZMF und DH im Überblick.

Wie groß ist der Bedarf?

Die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6) fand schwere Formen der Parodontitis (Stadium III und IV) bei 17,5 Prozent der 35- bis 44-Jährigen und bei 52,7 Prozent der 65- bis 74-Jährigen. 2024 begannen laut KZBV rund 932.000 Parodontitis-Neubehandlungen – 17,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Bundesagentur für Arbeit zählt 5.755 sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte in der Berufsgruppe, zu der ZMF, ZMP und Dentalhygienikerinnen gehören (Datenjahr 2025). Eine eigene Zahl nur für DH weist der Entgeltatlas nicht aus.

Was verdient eine Dentalhygienikerin?

Der AAZ-Tarif ordnet Dentalhygienikerinnen der Tätigkeitsgruppe V zu, die Nordrhein-Empfehlung der Gruppe VI, die Empfehlung der LZK Baden-Württemberg der Gruppe IV. Die Beträge, die Quellenart und die Rechnung, ab wann sich die Fortbildung lohnt, stehen in Gehalt als Dentalhygienikerin.

FAQs

Was macht eine Dentalhygienikerin anders als eine ZFA?

Eine Dentalhygienikerin wirkt im Rahmen der zahnärztlichen Delegation an Prophylaxe, antiinfektiöser Therapie und Nachsorge der Parodontitistherapie mit. Sie hat dafür eine Aufstiegsfortbildung oder ein Studium absolviert, während die ZFA-Ausbildung die duale Grundausbildung für die Praxisassistenz ist.

Wie wird man Dentalhygienikerin?

Über eine Aufstiegsfortbildung nach abgeschlossener ZFA-Ausbildung (klassisch 800 bis 950 Stunden, alternativ als „Bachelor Professional in Dentalhygiene” mit mindestens 1.200 Stunden) oder über ein Bachelorstudium Dentalhygiene an einer privaten Hochschule.

Was verdient eine Dentalhygienikerin?

Tarif- und Empfehlungswerte, die Quellenart und die Rechnung zur Fortbildung stehen in Gehalt als Dentalhygienikerin.

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