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ZMP, ZMV, DH: Aufstieg im Praxisteam

RedaktionVon Redaktion7 Min. Lesezeit
Zahnmedizinisches Fachpersonal bespricht sich lächelnd mit einem Tablet in der Praxis – ZMP, ZMV, DH: Aufstieg im Praxisteam

Nach der ZFA-Ausbildung stehen vier Aufstiegsfortbildungen offen: ZMP, ZMV, ZMF und DH. Sie verlangen mindestens 350 bis 1.200 Unterrichtsstunden – der Zugang unterscheidet sich je nach Kammer. Die Gebühren der hier abgerufenen Kammerangebote liegen zwischen 3.995 Euro (ZMV online) und 18.750 Euro (Bachelor Professional in Dentalhygiene), Stand Oktober 2026. Die beiden Tabellen vergleichen Umfang, Zugang und Kosten; darunter stehen die Tarifstufen, die Delegationsgrenzen der Dentalhygiene und das Aufstiegs-BAföG.

Fortbildung Mindeststunden Zugang Dauer, Beispielkurse Tarifgruppe AAZ / Nordrhein
ZMP 400 ZFA-Abschluss, Strahlenschutz, Notfallkurs; ein Jahr Berufstätigkeit in Baden-Württemberg und am Philipp-Pfaff-Institut, keine Mindestzeit in der Ordnung der Zahnärztekammer Niedersachsen rund 6 Monate (Pfaff-Institut: 9.1. bis 3.7.2027) IV / IV
ZMV 350 (BZÄK-Delegationsrahmen), 500 (LZK Baden-Württemberg) ZFA-Abschluss; in Baden-Württemberg ein Jahr Tätigkeit in der Verwaltung rund 7 Monate bei etwa 400 Stunden (Pfaff-Institut: 15.1. bis 27.8.2027) IV / V
ZMF 700 in Baden-Württemberg Kursteile, Berufspraktikum und ein Jahr Tätigkeit; am Pfaff-Institut modular über ZMV, ZMP und ein ZMF-Modul, in der Regel innerhalb von drei Jahren modular IV / V
DH, klassische Fortbildung 800 (LZK Baden-Württemberg) bis 950 (BZÄK-Delegationsrahmen) ZMP oder ZMF; am Pfaff-Institut zusätzlich ein Jahr Berufstätigkeit je nach Anbieter V / VI
Bachelor Professional in Dentalhygiene 1.200 ZFA-Abschluss, Strahlenschutz, Notfallkurs; ein Jahr Berufstätigkeit nach Ermessen der Kammer; ZMP-Absolventinnen können direkt in den zweiten Teil einsteigen in Westfalen-Lippe drei Trimester V / VI

Die Tätigkeitsgruppen stammen aus dem AAZ/vmf-Tarif und der Nordrhein-Empfehlung, die Tabellen dazu stehen in ZFA-Gehalt 2026.

Fortbildung Gebühr, Anbieter Stand
ZMP Zahnärztekammer Westfalen-Lippe: 4.200 Euro (Kompaktkurs) oder 4.600 Euro (fünf Module), dazu Aufnahmeprüfung 75 Euro und Abschlussprüfung 275 Euro. Philipp-Pfaff-Institut: 5.495 Euro plus 45 Euro Bewerbungsgebühr, Prüfungsgebühr nach Gebührenordnung der Kammer Gebührenverzeichnis ab 1.12.2025; Kurse 2027
ZMV Philipp-Pfaff-Institut: 4.395 Euro (Hybrid) oder 3.995 Euro (online) plus 45 Euro, Prüfungsgebühr der Kammer zusätzlich Kurse 2027
ZMF Philipp-Pfaff-Institut: 8.990 Euro plus 45 Euro (Angabe zum Kurs 2025, Anpassung vorbehalten) Seite Oktober 2026
DH, klassisch Philipp-Pfaff-Institut: 15.495 Euro Lehrgangsgebühr Seite Oktober 2026
Bachelor Professional in Dentalhygiene Zahnärztekammer Westfalen-Lippe: Aufnahmeprüfung 150 Euro, Teilnahme 3.900 + 5.900 + 7.900 Euro (je Trimester), Prüfungen 200 + 300 + 400 Euro, zusammen 18.750 Euro Gebührenverzeichnis ab 1.12.2025

Das Philipp-Pfaff-Institut ist die Fortbildungseinrichtung der Zahnärztekammer Berlin und der Landeszahnärztekammer Brandenburg. Andere Kammern und Anbieter verlangen andere Beträge – vor der Anmeldung lohnt der Blick in die Gebührenordnung der zuständigen Kammer. Alle vier Fortbildungen setzen die Ausbildung zur ZFA voraus; die übrigen Berufe im Praxisumfeld stellt Berufe rund um die Zahnmedizin vor.

Was die Fortbildungen vermitteln

Die ZMP qualifiziert nach dem Delegationsrahmen der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zur Individualprophylaxe in allen Bereichen der Praxis, von der Zahnerhaltung bis zur Parodontologie und Implantologie. Die ZMV bereitet auf Abrechnung nach Bema und GOZ, Verwaltung, Qualitätsmanagement, Ausbildungswesen und Informationstechnologie vor. Die ZMF ist eine systematische, umfassende Fortbildung; am Pfaff-Institut besteht sie aus den Modulen ZMV, ZMP und einem ZMF-Modul für KFO- und ZE-Assistenz (Situationsabformungen, Provisorien, kieferorthopädische Prophylaxe). Die DH ist laut BZÄK Fachkraft für die Begleitung und Nachsorge der Parodontitistherapie. ZMP, ZMF und DH sind Aufstiegsfortbildungen, keine eigenen Berufsbilder.

Wenn Du am Stuhl bleiben und die Prophylaxe vertiefen willst, passt die ZMP; in Baden-Württemberg ist sie neben der ZMF Voraussetzung für die DH-Fortbildung. Reizen Dich Abrechnung und Organisation, ist die ZMV die einzige der vier Fortbildungen ohne Behandlungsanteil. Wer Verwaltung und Assistenz bei KFO und Zahnersatz verbinden will, geht zur ZMF. Die Fortbildungen schließen sich nicht aus: Am Pfaff-Institut führt der Weg zur ZMF über ZMP und ZMV.

Dentalhygiene und Delegation

Dentalhygienikerinnen arbeiten im Rahmen der zahnärztlichen Delegation (§ 1 Abs. 5 ZHG): Der Zahnarzt ordnet die Leistung an, gibt die fachliche Weisung, beaufsichtigt die Ausführung und trägt die Verantwortung. Delegierbar sind nach § 1 Abs. 5 ZHG unter anderem Röntgenaufnahmen, die Entfernung weicher und harter, klinisch erreichbarer subgingivaler Beläge, die lokale Fluoridierung und die Versiegelung kariesfreier Fissuren. Untersuchung, Diagnose, Therapieplanung, invasive und operative Eingriffe bleiben beim Zahnarzt. Arbeiten ohne zahnärztliche Anordnung ist nicht zulässig. Bei der antiinfektiösen Therapie im geschlossenen Vorgehen wirken ZMP, ZMF und DH im Rahmen der Delegation mit; Taschentiefen ab 6 Millimeter oder eine fortgeschrittene Furkationsbeteiligung können die Delegation ausschließen, und chirurgische Maßnahmen wie die Gingivektomie sind nicht delegierbar. Die subgingivale Instrumentierung umfasst ausdrücklich nicht die intentionelle Weichgewebskürettage (gemeinsame Stellungnahme von KZBV, BZÄK, DGZMK und DG PARO, 2021).

Zur DH führen drei Wege: die klassische Fortbildung, der Bachelor Professional (Muster-Fortbildungsordnung der BZÄK vom 25. Oktober 2023, mindestens 1.200 Unterrichtsstunden, kompakt oder modular, in Vollzeit oder berufsbegleitend) und das Hochschulstudium. Die Hochschulen mit Gebühren und Zugang vergleicht Dentalhygiene studieren, den Berufsalltag beschreibt Was macht eine Dentalhygienikerin?.

Was sich finanziell ändert

Die höhere Tätigkeitsgruppe gilt, wenn Du im Rahmen der Fortbildung eingesetzt wirst. Im AAZ-Tarif (Tabelle seit 1. Januar 2026) liegen ZMP, ZMV und ZMF im 1. bis 3. Berufsjahr bei 3.275 Euro statt 2.620 Euro in Gruppe I, ein Plus von 655 Euro im Monat; die DH liegt bei 3.406 Euro (plus 786 Euro). Die Nordrhein-Empfehlung nennt 3.131 Euro für die ZMP, 3.330 Euro für ZMF und ZMV und 3.464 Euro für die DH gegenüber 2.664 Euro für die ZFA. Baden-Württemberg empfiehlt Rahmen von 3.300 bis 4.000 Euro für ZMP, ZMF und ZMV und von 3.600 bis 4.400 Euro für die DH. Alle Stufen stehen in ZFA-Gehalt 2026, die Rechnung für die DH in Gehalt als Dentalhygienikerin.

Rechenbeispiel ZMP, Annahmen: Kompaktkurs in Westfalen-Lippe mit Aufnahmeprüfung, Abschlussprüfung und Kurs (75 + 4.200 + 275 = 4.550 Euro), keine Kostenbeteiligung der Praxis, Eingruppierung ab dem ersten Monat nach der Prüfung, brutto. Im AAZ-Tarif sind die 4.550 Euro nach 7 Monaten Mehrverdienst von 655 Euro wieder eingespielt (4.550 ÷ 655 = 6,9), in Nordrhein bei 467 Euro Differenz nach 9,7 Monaten. Steuern und Sozialabgaben sind nicht eingerechnet.

Aufstiegs-BAföG

Die Fortbildungen sind förderfähig, wenn die Maßnahme mindestens 400 Unterrichtsstunden umfasst (§ 2 AFBG). Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden einkommens- und vermögensunabhängig bis höchstens 15.000 Euro gefördert: 50 Prozent als Zuschuss, der Rest als zinsgünstiges KfW-Darlehen, von dem bei bestandener Prüfung die Hälfte des noch nicht fälligen Betrags erlassen wird. Bei Vollzeitmaßnahmen kommt ein einkommensabhängiger Unterhaltsbeitrag von höchstens 1.019 Euro im Monat für Alleinstehende hinzu (Stand Oktober 2026).

Rechenbeispiel, Annahmen: ZMP-Kompaktkurs mit Lehrgangs- und Abschlussprüfungsgebühr von 4.475 Euro, alle Gebühren förderfähig, Prüfung bestanden, Darlehen noch nicht fällig. Der Zuschuss beträgt 2.237,50 Euro, das Darlehen ebenfalls 2.237,50 Euro, davon werden 1.118,75 Euro erlassen. Zurückzuzahlen bleiben 1.118,75 Euro zuzüglich Zinsen – von 4.475 Euro Kosten sind das 25 Prozent. Bei der DH-Fortbildung am Pfaff-Institut (15.495 Euro) greift die Obergrenze von 15.000 Euro. Das Aufstiegs-BAföG ist nicht das Studien-BAföG, das BAföG im Zahnmedizinstudium beschreibt. Ob die Praxis sich an den Kosten beteiligt, ist Verhandlungssache.

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