Zahnarztberuf & Karrierewege

Wie wird man Zahnarzt? Der komplette Weg

RedaktionVon Redaktion8 Min. Lesezeit
Splitszene zeigt den Weg vom Zahnmedizinstudenten zum praktizierenden Zahnarzt – Wie wird man Zahnarzt? Der komplette Weg

Zahnarzt wird, wer einen Studienplatz bekommt, das Studium mit der Zahnärztlichen Prüfung abschließt, die Approbation erhält und für die Abrechnung mit den Krankenkassen zwei Jahre Vorbereitungszeit leistet. Vom ersten Semester bis zur Kassenzulassung sind das mindestens siebeneinhalb Jahre. Am schwersten ist der Einstieg, denn Zahnmedizin ist bundesweit zulassungsbeschränkt. Danach hast Du vier Wege: Anstellung, eigene Praxis, Fachzahnarzt-Weiterbildung oder Universität.

Der Weg in Zahlen

Etappe Dauer Abschluss Verdienst Mehr
Studienplatz Bewerbung bis 31. Mai oder 15. Juli (Wintersemester), 15. Januar (Sommersemester) Zulassung über hochschulstart – Bewerbungsfristen
Studium 66 Monate (11 Semester); im Schnitt 11,55 Semester (Absolventen 2024) Zahnärztliche Prüfung kein Gehalt Dauer des Studiums
Approbation Behörde entscheidet binnen 3 Monaten nach vollständigen Unterlagen Approbationsurkunde – Approbation
Vorbereitungszeit 24 Monate, in Teilzeit länger Eintrag ins Zahnarztregister Median 3.750 Euro brutto im Monat Assistenzzeit, Gehalt
Anstellung unbefristet möglich – Median 6.944 Euro brutto im Monat Gehalt angestellt
Eigene Praxis – Zulassung als Vertragszahnarzt Reinertrag je Praxis 2024: Median 217.000 Euro (vor Steuern, kein Gehalt) Praxis gründen
Fachzahnarzt Kieferorthopädie oder Oralchirurgie 36 bis 48 Monate Fachzahnarzt-Titel angestellt im Median 10.128 Euro (KFO) und 9.306 Euro (Oralchirurgie) Fachzahnarzt werden
MKG-Chirurgie 14,5 Jahre insgesamt (6 Jahre Medizin, 3,5 Jahre Zahnmedizin, 5 Jahre Weiterbildung) Facharzt (ärztlich) Facharzt nach TV-Ärzte/VKA 7.552 bis 9.699 Euro MKG-Chirurg werden

Die Gehälter sind Brutto-Mediane der Dentalen Gehaltsstudie 2025 bei 40 Wochenstunden; die Werte für Kieferorthopädie und Oralchirurgie nennt der Mitherausgeber Deutscher Zahnarzt Service. Der Reinertrag stammt von Destatis (Daten 2024), der Tarif gilt seit dem 1. Juni 2026. Studium und Vorbereitungszeit ergeben 66 plus 24 Monate, also 90 Monate oder siebeneinhalb Jahre. In der Praxis dauert es länger, weil die Studienzeit im Schnitt über der Regelstudienzeit liegt und die Vorbereitungszeit in Teilzeit länger ausfällt. Eine Fachzahnarzt-Weiterbildung kommt danach dazu.

Voraussetzungen: Abitur, Auswahlverfahren, Studienplatz

Du brauchst eine Hochschulzugangsberechtigung, in der Regel das Abitur. Für Fachabitur und Berufserfahrung gelten je nach Bundesland Sonderregeln, die Zahnmedizin mit Fachabi und Zahnmedizin ohne Abitur erklären. Beworben wird zentral bei hochschulstart für 29 staatliche Standorte. Von den Plätzen gehen 30 Prozent über die Abiturbestenquote, 10 Prozent über die Zusätzliche Eignungsquote und 60 Prozent über das Auswahlverfahren der Hochschulen (NC Zahnmedizin). Im Wintersemester 2026/27 lag die Grenze der Abiturbestenquote je nach Bundesland und Standort zwischen den Noten 1,0 und 1,4.

Der Test für medizinische Studiengänge (TMS) fließt an 28 der 29 Standorte in die Auswahl ein; der klassische TMS findet im November 2026 zum letzten Mal statt, ab Mai 2027 gilt der TMSnat (TMS für Zahnmedizin). Wartesemester zählen seit dem Sommersemester 2022 nicht mehr (Wartesemester). Die nächste Frist endet am 15. Januar 2027 für das Sommersemester 2027; die Termine für das Wintersemester 2027/28 hat hochschulstart Stand Oktober 2026 noch nicht veröffentlicht. Wer in Deutschland keinen Platz bekommt, kann im EU-Ausland studieren; der Abschluss wird nach der Richtlinie 2005/36/EG anerkannt (Zahnmedizin im Ausland studieren, Zahnmedizin ohne NC). Was das Studium kostet, steht in Was kostet das Zahnmedizinstudium?.

Das Studium

Zahnmedizin ist ein eigener Studiengang mit eigenem Curriculum, eigenen Prüfungsabschnitten und eigener Approbation. Seit dem Wintersemester 2021/22 gilt die Approbationsordnung für Zahnärzte (ZApprO); die Regelstudienzeit beträgt fünf Jahre und sechs Monate (§ 2 ZApprO). Das Studium besteht aus der Vorklinik mit Anatomie, Physiologie und Werkstoffkunde und der klinischen Phase, in der die Arbeit am Patienten wächst. Handwerkliches Geschick brauchst Du früh, schon in der technischen Propädeutik und später im Phantomkurs. Wie die Abschnitte der Prüfung aufgebaut sind, zeigt Aufbau des Zahnmedizinstudiums.

Staatsexamen und Approbation

Das Studium endet mit dem Dritten Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung, umgangssprachlich Staatsexamen (Das Staatsexamen). Danach beantragst Du die Approbation bei der Behörde des Landes, in dem Du die Prüfung abgelegt hast (§ 16 Abs. 1 ZHG). Sie muss binnen drei Monaten nach Eingang der vollständigen Unterlagen entscheiden (§ 86 ZApprO). Die Approbation ist unbefristet und gilt bundesweit. Sie erlaubt die zahnärztliche Berufsausübung, aber noch nicht die Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen. Unterlagen und Gebühren je Bundesland stehen in Die Approbation als Zahnarzt.

Die Vorbereitungszeit: zwei Jahre vor der Kassenzulassung

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) trägt Dich ins Zahnarztregister ein, wenn Du approbiert bist und eine mindestens zweijährige Vorbereitungszeit nachweist (§ 3 Abs. 2 Zahnärzte-ZV). Ohne Eintrag gibt es keine Kassenzulassung. Mindestens sechs Monate davon verbringst Du als Assistent oder Vertreter bei Kassenzahnärzten, die übrige Zeit kann auch an einer Uniklinik, in einer Krankenhaus-Zahnstation, im öffentlichen Gesundheitsdienst oder bei der Bundeswehr liegen (§ 3 Abs. 3). Wer nur Privatpatienten behandelt oder in einer Praxis ohne KZV-Abrechnung arbeitet, braucht den Eintrag nicht.

Vorbereitungsassistenten verdienen im Median 3.750 Euro brutto im Monat (Dentale Gehaltsstudie 2025, 40 Wochenstunden). Schrittfolge, Teilzeitregeln und Genehmigung durch die KZV stehen in Die Assistenzzeit.

Vier Wege nach der Vorbereitungszeit

Mit dem Eintrag im Zahnarztregister stehen vier Wege offen. Du kannst sie nacheinander gehen oder kombinieren, etwa eine Teilzeitstelle in der Praxis mit einer Tätigkeit an der Universität.

Angestellt arbeiten

Du arbeitest in einer Einzelpraxis, einer Berufsausübungsgemeinschaft oder einem Z-MVZ. Der Median liegt bei 6.944 Euro brutto im Monat (Dentale Gehaltsstudie 2025, 40 Wochenstunden), ohne unternehmerisches Risiko. Den Vergleich mit der eigenen Praxis zieht Angestellt oder selbstständig?, die Konzernstrukturen beschreibt Arbeiten im Z-MVZ.

Eigene Praxis

2024 waren 67 Prozent der zahnärztlichen Existenzgründungen Einzelpraxisübernahmen; sie kosteten im Schnitt 450.000 Euro (InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024 von IDZ und apoBank). Die Zulassung als Vertragszahnarzt beantragst Du beim Zulassungsausschuss; Zulassungsbeschränkungen gibt es für Zahnärzte nicht (§ 103 Abs. 8 SGB V). Die Entscheidung zwischen Übernahme und Neugründung erklärt Praxisübernahme oder Neugründung?, die Schritte bis zur Zulassung stehen in Eigene Zahnarztpraxis gründen.

Fachzahnarzt oder MKG-Chirurg

Bundesweit gibt es drei Fachzahnarzt-Titel: Kieferorthopädie, Oralchirurgie und Öffentliches Gesundheitswesen. Die Weiterbildung dauert in den meisten Kammerbereichen drei fachspezifische Jahre plus ein allgemeinzahnärztliches Jahr, also vier Jahre nach der Approbation; in Nordrhein sind es drei Jahre insgesamt. Regional kommen Parodontologie (Westfalen-Lippe seit 1983, Rheinland-Pfalz seit Februar 2024) und Allgemeine Zahnheilkunde (Brandenburg) hinzu. Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist dagegen ein ärztlicher Facharzt nach Doppelstudium und dauert insgesamt 14,5 Jahre. Alle Wege vergleicht Fachzahnarzt werden, die Alternativen ohne Titel zeigt Spezialisieren oder Generalist bleiben?.

Universität

Wer forschen und lehren will, arbeitet an einer Universitätszahnklinik und promoviert oder habilitiert sich. Diese Laufbahn ist weniger standardisiert als die anderen; einen festen Zeitrahmen gibt es nicht. Einzelheiten stehen in Die Uni-Karriere: Forschung und Lehre und Promotion in der Zahnmedizin.

Auch außerhalb der Praxis gibt es Stellen, etwa im öffentlichen Gesundheitsdienst (Zahnarzt im Gesundheitsamt), bei der Bundeswehr (Zahnarzt bei der Bundeswehr) oder in der Dentalindustrie (Gehalt in der Dentalindustrie). Beispiele von der Justizvollzugsanstalt bis zum Kreuzfahrtschiff sammelt Ungewöhnliche Arbeitsorte.

Nächster Schritt

Wer noch am Anfang steht, prüft die Termine in Bewerbungsfristen Zahnmedizin; wer schon approbiert ist, plant die Vorbereitungszeit mit Die Assistenzzeit.

Quellen

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