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Staatsexamen Zahnmedizin (Z3): Ablauf, Teile, Bestehen

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Mündliche Prüfung vor einem Professoren-Gremium – Das Staatsexamen

Der Dritte Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung (Z3), umgangssprachlich Staatsexamen, besteht aus einem schriftlichen und einem mündlich-praktischen Teil und ist bestanden, wenn beide Teile bestanden sind (§§ 59, 77 ZApprO). Der schriftliche Teil mit 200 Fragen in fünf Stunden findet am 3. November 2026 erstmals bundesweit einheitlich statt; die Fragen stellt das IMPP. Zugelassen wirst Du frühestens am Ende des vierten Fachsemesters nach bestandenem Z2 (§ 58), im Regelverlauf also nach dem 10. Semester. Die Regelstudienzeit von fünf Jahren und sechs Monaten (elf Semester) umfasst auch die Prüfungszeit (§ 2 Abs. 3, Dauer des Studiums).

Zeitstrahl bis zur Approbation

Stand: Oktober 2026. Die Tabelle folgt dem Ablauf in der Reihenfolge, in der Du die Schritte erlebst.

Schritt Zeitpunkt Was Du wissen musst
1. Antrag auf Zulassung bis 10. Januar (schriftlicher Teil im Juni) oder bis 10. Juni (schriftlicher Teil im November) Zuständig ist das Landesprüfungsamt des Studienlands (§§ 18, 19 Abs. 3). Beizufügen sind u. a. die Nachweise nach Anlage 3 und das Famulaturzeugnis. Einzelne Länder setzen frühere Zeitfenster; Hessen nannte für Herbst 2026 Ende April und erhebt 95 Euro Bearbeitungsgebühr.
2. Ladung spätestens 7 Kalendertage vor dem schriftlichen Termin, spätestens 5 Kalendertage vor dem ersten mündlich-praktischen Termin § 61
3. Schriftlicher Teil Juni oder November, ein bundeseinheitlicher Tag, 9:00 bis 14:00 Uhr Herbst 2026 am 3. November; 2027 am 15. Juni und 9. November (IMPP)
4. Mündlich-praktischer Teil beginnt in der vorlesungsfreien Zeit und läuft über bis zu sechs Monate Die Prüfungsstelle legt die Termine je Fach im Einvernehmen mit der Universität fest (§ 60 Abs. 1 und 3)
5. Ergebnis und Zeugnis nach der Auswertung Mitteilung mit Note, Bestehensgrenze und Zahl richtiger Antworten (§ 76); Zeugnis über Z3 nach Bestehen beider Teile
6. Antrag auf Approbation frühestens 4 Wochen vor der letzten Prüfung Bearbeitung laut Bezirksregierung Düsseldorf etwa 3 bis 4 Wochen, Gebühr 150 Euro (Stand 07.02.2025)

Im IMPP-Terminplan steht für 2026 auch der 16. Juni. Die Ergebnisseite des IMPP weist für diesen Termin 19 Teilnehmende aus dem Prüfungsamtsbereich Hamburg aus – dort stellt das IMPP den schriftlichen Teil im Modellstudiengang schon seit 2025. Der 3. November 2026 ist der erste Termin, an dem die Regelstudiengänge nach der neuen Approbationsordnung (Studienbeginn ab 1. Oktober 2021) bundesweit einheitlich antreten (Übergangsregeln). Nachweisen musst Du außerdem die vierwöchige Famulatur.

Der schriftliche Teil

Der schriftliche Teil umfasst fünf Fächer (Pharmakologie und Toxikologie, Pathologie, Hygiene/Mikrobiologie/Virologie, Innere Medizin, Dermatologie und Allergologie) und neun Querschnittsbereiche (§ 72 Abs. 1). Die vollständige Liste steht einmal als Tabelle im Artikel zum Gegenstandskatalog. Bestanden hast Du mit mindestens 60 Prozent richtiger Antworten oder wenn Du höchstens 22 Prozent unter dem Durchschnitt der Studierenden liegst, die frühestens im 11. Fachsemester erstmals teilnehmen (§ 74 Abs. 1). Für die ersten Durchgänge sieht § 134 Abs. 6 eine abweichende Berechnung vor. Rechenbeispiel, Notenstufen und Übergangsregel erklärt der Artikel zum schriftlichen IMPP-Teil. Wer die Ärztliche Prüfung bestanden hat, legt den schriftlichen Teil nicht ab (§ 59 Abs. 2).

Für die Vorbereitung stellt das IMPP bereit: den Gegenstandskatalog Zahnmedizin in Version 1.2.1 vom 20. April 2026, 400 exemplarische Prüfziele aus bereits im Z3 verwendeten Aufgaben, 100 Übungsaufgaben und ein Musterexamen mit 200 Aufgaben (Einfachauswahl, je vier Antwortoptionen) in einem Moodle-Kurs. Das IMPP schreibt dazu, das Musterexamen erlaube keinen Rückschluss auf Schwierigkeit oder eigenes Abschneiden. Eine Sammlung früherer Original-Klausuren nennt die IMPP-Seite nicht – wer von „Altfragen” spricht, meint daher die Prüfziele und Übungsaufgaben.

Der mündlich-praktische Teil

Der mündlich-praktische Teil besteht aus einem praktischen und einem mündlichen Prüfungselement und deckt sieben Prüfungsbereiche ab (§ 63). Gegenüber Z2 kommen Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten und die Zahnärztliche Radiologie hinzu; Oralchirurgie und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie werden getrennt geprüft.

Prüfungsbereich Praktische Tage Gewicht in der Note
Zahnärztliche Prothetik 10 doppelt
Kieferorthopädie 4 einfach
Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten 2 einfach
Oralchirurgie 2 einfach
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie 2 einfach
Fächergruppe Zahnerhaltung in der Regel 5 doppelt
Zahnärztliche Radiologie kein praktisches Element, nur Gespräch einfach

Das ergibt 25 praktische Prüfungstage zu je acht Stunden (§ 64 Abs. 9). Anders als in Z2 wirst Du patientenbezogen geprüft (§ 64 Abs. 1): In der Prothetik führst Du die Behandlung mit Eingliederung, in der Regel eine festsitzende und eine abnehmbare Versorgung, am Patienten durch. Zu jedem Bereich gehört ein Prüfungsgespräch von 20 bis 30 Minuten, das in der Regel innerhalb von drei Werktagen nach dem praktischen Element stattfindet; die Radiologie hat einen eigenen Gesprächstag (§ 65). Inhaltlich sollst Du fächerübergreifend zeigen, dass Du klinisch-zahnmedizinische und medizinische Zusammenhänge erfasst, auch bei speziellen Patientengruppen wie jungen und alten Menschen oder Menschen mit Behinderung (§ 62). Die Fälle bringen die Behandlungskurse mit, beschrieben im Artikel zum klinischen Abschnitt.

Bestanden ist der Teil, wenn jeder Bereich mindestens „ausreichend” lautet und dabei praktisches wie mündliches Element jeweils bestanden sind (§ 70). Die Note des Teils ergibt sich aus der Summe der Bereichsnoten, Prothetik und Zahnerhaltung doppelt gezählt, geteilt durch neun (§ 71 Abs. 3). Die Gesamtnote des Z3 ist der Mittelwert aus der Note des mündlich-praktischen und der Note des schriftlichen Teils, auf eine Nachkommastelle ohne Rundung: bis 1,5 „sehr gut”, bis 2,5 „gut”, bis 3,5 „befriedigend”, bis 4,0 „ausreichend” (§ 79).

Wiederholung

Nicht bestandene Teile wiederholst Du einzeln. Im mündlich-praktischen Teil betrifft das den Prüfungsbereich oder die Fächergruppe Zahnerhaltung, im schriftlichen Teil die ganze Klausur; beides ist je zweimal möglich (§ 78 Abs. 1 bis 3). Eine weitere Wiederholung ist auch nach einem erneuten Studium der Zahnmedizin nicht zulässig, bestandene Teile dürfen nicht wiederholt werden (§ 78 Abs. 1, 2 und 7). Die Prüfungsstelle lädt von Amts wegen zum nächsten Termin (§ 78 Abs. 6), in Nordrhein-Westfalen in der Regel zur nächsten Prüfungsphase. Vor einer Wiederholung kann die zuständige Stelle bis zu neun Monate zusätzliches Studium verlangen (§ 78 Abs. 5).

Von der bestandenen Prüfung zur Approbation

Die Approbation ist die staatliche Erlaubnis, selbstständig als Zahnärztin oder Zahnarzt zu arbeiten. Zuständig ist die Behörde des Landes, in dem Du die letzte Prüfung abgelegt hast; in Nordrhein-Westfalen ist das die Bezirksregierung, die Prüfungen betreut das Landesprüfungsamt. Das Merkblatt der Bezirksregierung Düsseldorf (Stand 07.02.2025) verlangt unter anderem Lebenslauf, ein Führungszeugnis der Belegart OB (bei Antragstellung höchstens einen Monat alt), eine Straffreiheitserklärung und eine ärztliche Gesundheitsbescheinigung; das Prüfungszeugnis übermittelt das Landesprüfungsamt selbst. Der Antrag ist frühestens vier Wochen vor der letzten Prüfung möglich, die Bearbeitung dauert bei vollständigen Unterlagen mitunter drei bis vier Wochen, die Gebühr beträgt 150 Euro. Andere Länder können abweichen. Alles zum Antragsweg steht in Die Approbation als Zahnarzt.

Für die vertragszahnärztliche Zulassung folgen danach zwei Jahre Vorbereitungszeit (§ 3 Zahnärzte-ZV, Assistenzzeit). Den ganzen Weg bis zur Praxis zeigt Wie wird man Zahnarzt?.

Quellen

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