Die Prüfungsfächer des Zahnmedizinstudiums stehen in der ZApprO, geordnet nach den drei Abschnitten der Zahnärztlichen Prüfung. Am stärksten gewichtet sind Zahnärztliche Prothetik und Zahnerhaltung – im Z2 und im mündlich-praktischen Teil des Z3 zählen beide doppelt, alle anderen Gebiete einfach (§ 55 Abs. 3, § 71 Abs. 3).
Prüfungsfächer und Gewichtung im Überblick
| Abschnitt | Fach oder Fächergruppe | Prüfungsform | Gewicht in der Abschnittsnote | Kurse typischerweise |
|---|---|---|---|---|
| Z1 | Biochemie und Molekularbiologie, Chemie | mündlich | 1 von 4 (§ 39 Abs. 2) | 1. bis 4. Semester |
| Z1 | Mikroskopische und makroskopische Anatomie, Biologie | mündlich | 1 von 4 | 1. bis 4. Semester |
| Z1 | Physiologie, Physik | mündlich | 1 von 4 | 1. bis 4. Semester |
| Z1 | Zahnmedizinische Propädeutik | mündlich | 1 von 4 | 1. bis 4. Semester |
| Z2 | Zahnärztliche Prothetik | mündlich und praktisch | doppelt (2 von 6, § 55 Abs. 3) | Phantomkurs ab 5. Semester |
| Z2 | Zahnerhaltung (Endodontologie, Kinderzahnheilkunde, Parodontologie, Zahnhartsubstanzlehre/Prävention/Restauration) | mündlich und praktisch | doppelt (2 von 6) | Phantomkurs meist 6. Semester |
| Z2 | Kieferorthopädie | mündlich und praktisch | einfach (1 von 6) | Propädeutik meist 6. Semester |
| Z2 | Oralchirurgie und MKG-Chirurgie (ein Fach) | mündlich und praktisch | einfach (1 von 6) | chirurgische Propädeutik 5. oder 6. Semester |
| Z3, mündlich-praktisch | Prothetik, Zahnerhaltung | mündlich und praktisch | doppelt (je 2 von 9, § 71 Abs. 3) | Behandlungskurse nach dem Z2 |
| Z3, mündlich-praktisch | Kieferorthopädie, Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten, Oralchirurgie, MKG-Chirurgie | mündlich und praktisch | einfach (je 1 von 9) | Behandlungskurse nach dem Z2 |
| Z3, mündlich-praktisch | Zahnärztliche Radiologie | nur mündlich (§ 70 Abs. 2) | einfach (1 von 9) | Radiologisches Praktikum, mindestens 28 Stunden |
| Z3, schriftlich | fünf Fächer und neun Querschnittsbereiche | 200 Fragen, fünf Stunden (§ 72) | zählt 50 Prozent der Z3-Note (§ 79 Abs. 2) | Kurse nach Anlage 4 |
Die Semesterangaben stammen aus den Semester-Guides (Auswertung von sechs Studienplänen) und gelten nur als Richtwert; die ZApprO ordnet den Kursen keine Semester zu. Eine Rangliste des „schwersten” Fachs gibt es nicht, belegt ist nur die Gewichtung.
Z1: Grundlagenfächer und Propädeutik
Die drei Fächergruppen des Ersten Abschnitts werden mündlich geprüft und gehen zu gleichen Teilen in die Z1-Note ein. Welche Praktika dahinterstehen, zeigt die Tabelle im Artikel zur Vorklinik.
Die Zahnmedizinische Propädeutik umfasst das Praktikum mit Schwerpunkt Präventive Zahnheilkunde (Anlage 1 Nr. 9) und das mit Schwerpunkt Dentale Technologie (Nr. 10), die TPK. Der Phantomkurs gehört nicht dazu. Er folgt nach § 5 Abs. 3 erst nach bestandenem Z1.
Z2: Prothetik, Zahnerhaltung, Kieferorthopädie, Oralchirurgie
Prothetik umfasst Planung, Herstellung und Eingliederung von Zahnersatz. Die Fächergruppe Zahnerhaltung besteht aus vier Fächern, und das praktische Prüfungselement ist nur bestanden, wenn alle vier mindestens „ausreichend” sind (§ 53 Abs. 3). Kieferorthopädie behandelt Fehlstellungen von Zähnen und Kiefer, Oralchirurgie und MKG-Chirurgie bilden im Z2 ein gemeinsames Fach. Mehr zum Ablauf steht im Artikel zum Z2 und zum klinischen Abschnitt; zur Kinderzahnheilkunde der Artikel Was macht ein Kinderzahnarzt?.
Einen Fachzahnarzt-Titel gibt es bundesweit verbreitet in Kieferorthopädie und Oralchirurgie: Die BZÄK zählte zum 31. Dezember 2024 3.825 beziehungsweise 3.910 Titelträger. Alle Wege vergleicht der Fachzahnarzt-Überblick.
Z3: mündlich-praktischer und schriftlicher Teil
Im Z3 wird die Oralchirurgie von der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie getrennt geprüft, und es kommen Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten sowie Radiologie hinzu (§ 63 Abs. 1). Das Fach Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten und die Radiologie tauchen vorher nicht als Prüfungsfach auf. Wer MKG-Chirurg werden will, braucht zusätzlich Humanmedizin (MKG-Chirurg werden).
Der schriftliche Teil prüft fünf Fächer: Pharmakologie und Toxikologie, Pathologie, Hygiene/Mikrobiologie/Virologie, Innere Medizin sowie Dermatologie und Allergologie. Dazu kommen neun Querschnittsbereiche, darunter Notfallmedizin, Schmerzmedizin und Wissenschaftliches Arbeiten (§ 72 Abs. 1). Die vollständige Liste steht im Artikel zum IMPP-Gegenstandskatalog, den Ablauf beschreibt der Artikel zum schriftlichen Z3-Teil.
Das Radiologische Praktikum nach Anlage 3 Nr. 6 umfasst mindestens 28 Stunden und liegt im klinischen Abschnitt, nicht in den ersten Semestern. Mit dem bestandenen Z3 erwirbst Du die Fachkunde im Strahlenschutz für die intraorale Röntgendiagnostik, wenn die zuständige Landesbehörde die Eignung der Universität festgestellt hat (§ 16 Abs. 1).
Welche Fächer Dir später begegnen
In der Praxis kommen die Fächer in einer Sitzung zusammen. Eine Patientin bringt eine prothetische Frage, einen Röntgenbefund und einen Parodontitisbefund mit. Die Gliederung im Studium ist fachweise – das Zusammendenken übst Du erst in den Behandlungskursen. Die Tabelle oben zeigt, welche Gebiete dafür am meisten zählen.
Quellen
- Approbationsordnung für Zahnärzte und Zahnärztinnen (ZApprO), Volltext: Fächergruppen und Fach des Ersten Abschnitts (§ 32 Abs. 1) und Note (§ 39 Abs. 2), Prüfungsfächer des Zweiten Abschnitts (§ 46 Abs. 2), Bestehen und Gewichtung (§ 53 Abs. 3, § 55 Abs. 3), mündlich-praktischer Teil des Dritten Abschnitts (§ 63 Abs. 1, § 70 Abs. 2, § 71 Abs. 3), schriftlicher Teil (§ 72), Note (§ 79 Abs. 2), Fachkunde im Strahlenschutz (§ 16), Phantomkurse nach dem Ersten Abschnitt (§ 5 Abs. 3)
- ZApprO, Anlagen 1 bis 4: Propädeutik (Anlage 1 Nr. 9 und 10), Radiologisches Praktikum (Anlage 3 Nr. 6, mindestens 28 Stunden), weitere Fächer (Anlage 4)
- Bundeszahnärztekammer: Nachgezählt: 3.910 Fachzahnärzte für Oralchirurgie und 3.825 für Kieferorthopädie zum 31. Dezember 2024
- Weiterbildungsordnung der Zahnärztekammer Niedersachsen vom 18.06.2026: Fachgebiete Kieferorthopädie und Oralchirurgie mit mindestens drei fachspezifischen Jahren

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