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Klinischer Abschnitt Zahnmedizin: Kurse am Patienten, Z2

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Zahnmedizinstudent behandelt unter Aufsicht einen echten Patienten – Der klinische Abschnitt

„Klinischer Abschnitt” ist ein Alltagsbegriff. Die ZApprO definiert ihn nicht und zieht keine feste Grenze zwischen Vorklinik und Klinik – das Wort fällt nur beiläufig (§ 46 Abs. 1). Entscheidend sind zwei Stichtage: Phantomkurse sind erst nach bestandenem Z1 möglich, Behandlungskurse am Patienten erst nach bestandenem Z2 (§ 5 Abs. 3). Im Regelverlauf behandelst Du also ab dem 7. Semester unter Aufsicht echte Patienten. Was sich gegenüber der alten Ordnung geändert hat, steht in Die neue ZApprO.

Zeitleiste von Semester 5 bis 11

Die Tabelle zeigt den Regelverlauf. Auf welches Semester die einzelnen Kurse fallen, legt jede Universität in ihrem Studienplan fest.

Zeitraum Was passiert Grundlage
Semester 1 bis 4 Vorklinische Fächer; Z1 frühestens am Ende des 4. Fachsemesters § 28
Semester 5 und 6 Phantomkurse (Anlage 2): Zahnerhaltung, Prothetik, kieferorthopädische Propädeutik, chirurgische Propädeutik mit Notfallmedizin; ab bestandenem Z1 auch die Famulatur § 5 Abs. 3 Satz 1, § 15
Ende Semester 6 Z2, frühestens zwei Fachsemester nach Z1; Antrag bis 10. Januar oder 10. Juni §§ 19, 42
Semester 7 bis 10 Behandlungskurse am Patienten (Anlage 3 Nr. 1 bis 5) § 5 Abs. 3 Satz 2
Frühestens vier Fachsemester nach Z2 Z3 mit schriftlichem und mündlich-praktischem Teil § 58

Von elf Semestern Regelstudienzeit liegen vier vor Z1 und sieben danach; die Zeit nach dem Physikum ist damit die längere Phase (Dauer des Zahnmedizinstudiums). Den Start in die Phantomkurse beschreibt der Guide zum 5. Semester, die Kurse selbst der Artikel zum Phantomkurs.

Z2 als Schwelle zur Patientenbehandlung

Z2 ist eine mündlich-praktische Prüfung in vier Fächerblöcken (Prothetik, Kieferorthopädie, Oralchirurgie mit MKG, Zahnerhaltung) mit zusammen 9,5 praktischen Prüfungstagen und einem Prüfungsgespräch von 20 bis 30 Minuten je Block. Zugelassen wirst Du nur mit den vier Praktika der Anlage 2, also den Phantomkursen. Ablauf, Fächer, Notenformel und Wiederholung stehen im Artikel zum Z2. Wer Z2 nicht besteht, schiebt damit auch den Beginn der Behandlungskurse hinaus.

Welche Behandlungskurse es gibt

Anlage 3 ZApprO schreibt sechs Veranstaltungen vor, deren erfolgreiche Teilnahme Du für den Antrag auf Z3 nachweisen musst. Die Nummern 1 bis 5 sind erst nach Z2 zugänglich. Die Tabelle stellt sie dem Studienplan der Universität Rostock gegenüber (Studienordnung vom 17. Juni 2021; SWS = Semesterwochenstunden).

Anlage 3 Veranstaltung Beispiel Rostock
Nr. 1 Praktikum in der Klinik oder Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten I und II Semester 9 und 10
Nr. 2 Praktikum der zahnmedizinischen Diagnostik und Behandlungsplanung I und II Semester 7 und 8
Nr. 3 Praktikum der kieferorthopädischen Diagnostik und Therapie I und II Semester 7 bis 10
Nr. 4 Operationskurs I und II Semester 9 und 10, je 2,5 SWS Praxis
Nr. 5 Integrierte Behandlungskurse I bis IV Semester 7 bis 10, je 7 SWS Praxis und 2 SWS Seminar
Nr. 6 Radiologisches Praktikum, mindestens 28 Stunden Semester 5 und 6 (nicht an Z2 gebunden)

Die Integrierten Behandlungskurse (I bis IV, in Rostock je ein Semester) sind der Teil, in dem Du über mehrere Semester eigene Patienten betreust. Welche Leistungen die Zahnkliniken in ihren Studentenkursen anbieten, zeigt das Beispiel Würzburg: Kontrolluntersuchungen, Prophylaxe, Parodontaltherapie, Füllungen, Inlays, Teilkronen, Kronen, Prothesen und Wurzelkanalbehandlungen. Eine bundesweite Mindestzahl an Behandlungen nennt die ZApprO nicht. Sie verlangt nur, dass Du in einer praktischen Übung gezeigt hast, Kenntnisse und Fertigkeiten in der Praxis anzuwenden (§ 7 Abs. 5). Fallzahlen oder Punkte je Kurs legt die Kursordnung Deiner Universität fest; wie sich der Alltag mit Klinikzeiten anfühlt, beschreibt der Studienalltag.

Aufsicht und Voraussetzungen

Das Gesetz begrenzt die Gruppengrößen am Patienten. Beim Unterricht am Patienten darf eine Lehrkraft höchstens sechs Studierende gleichzeitig ausbilden; bei der Behandlung durch Studierende betreut sie höchstens drei behandelnde Studierende gleichzeitig (§ 7 Abs. 4). In der Praxis läuft es je nach Klinik anders. In Würzburg arbeiten die Studierenden in Zweierteams, und jeder Arbeitsschritt wird vor dem Eingriff mit dem Assistenzarzt abgestimmt. In Bonn behandelt eine Person, die andere assistiert; Assistenz- und Oberärzte überwachen Diagnostik, Therapieschritte und Qualität (Stand März 2024). Die Endverantwortung bleibt bei der Lehrkraft (§ 7 Abs. 2).

Vor dem ersten Patienten verlangen Universitäten Nachweise. Rostock fordert für die Kurse am Patienten eine Vorsorgeuntersuchung nach der Biostoffverordnung, eine ärztliche Bestätigung des Impfstatus und eine unterschriebene Schweigepflichterklärung (§ 18 Abs. 2 der Studienordnung). Ob Deine Universität weitere Nachweise wie eine Haftpflichtversicherung verlangt, steht in Deiner Studienordnung.

Patienten finden: Schrittfolge

Wie Du an Patienten kommst, regelt jede Klinik anders. Die abgerufenen Beispiele laufen alle über die Klinik:

  1. Frage die Kursleitung, wie Patienten zugeteilt werden. In Hannover melden sich Patienten mit der Versichertenkarte beim Aufnahme- und Beratungsdienst der Zahnklinik (Stand November 2025). In Würzburg gibt es eine zentrale Patientenaufnahme. In Bonn rufen Interessierte an und bekommen eine Erstuntersuchung; danach wird entschieden, ob der Fall für den Kurs geeignet ist (Stand März 2024).
  2. Prüfe, welche Behandlungen die Klinik für Studentenkurse ausschreibt. Hannover nennt einfache Füllungen, professionelle Zahnreinigungen, Teilkronen sowie festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz bis zur Totalprothese.
  3. Kläre Kosten und Zeit mit dem Patienten. Würzburg wirbt mit deutlich geringerer Zuzahlung bei einigen Leistungen, Hannover mit einer kleinen Aufwandsentschädigung etwa bei Totalprothesen, ohne Beträge zu nennen. Beide Kliniken verweisen auf die längere Behandlungsdauer; in einem Erlanger Beispiel aus 2016 zog sich eine prothetische Versorgung über etwa zwei Semester.
  4. Halte die Termine. Ausfall- und Zuzahlungsregeln sind in den abgerufenen Patienteninformationen nicht beziffert; sie hängen von Klinik und Kurs ab.

Sonderfall Hamburg

Der Hamburger Modellstudiengang iMED DENT folgt einem anderen Plan (§ 82 ZApprO). Die Regelstudienzeit beträgt fünf Jahre plus ein Examenssemester. In den Studienjahren 2 und 3 gibt es Ausbildung am Phantom und interstudentische klinische Übungen, die Arbeit an Patienten steht in den Studienjahren 4 und 5 im Mittelpunkt (zm-online, Ausgabe 09/2025).

Der Weg zu Z3

Der Dritte Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung (Z3) folgt frühestens am Ende des vierten Fachsemesters nach bestandenem Z2 (§ 58), im Regelverlauf also nach dem 10. Semester. Für den Antrag brauchst Du die Nachweise der Anlage 3 und die Famulatur. Sie dauert vier Wochen in Vollzeit, mindestens zwei davon bei demselben Zahnarzt oder derselben Zahnärztin, und beginnt frühestens nach bestandenem Z1 (§ 15 Abs. 3 und 4); Einzelheiten stehen im Artikel zur Famulatur. Der schriftliche Teil des Z3 wird am 3. November 2026 erstmals bundesweit einheitlich vom IMPP gestellt (Z3: der schriftliche IMPP-Teil). Den Gesamtablauf mit mündlich-praktischem Teil beschreibt Das Staatsexamen. Wer in den Behandlungskursen eine Fachrichtung besonders mag, findet die Weiterbildungswege im Überblick zum Fachzahnarzt.

Quellen

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