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Z3 Lernplan Zahnmedizin: 12 und 8 Wochen für den IMPP-Teil

RedaktionVon Redaktion10 Min. Lesezeit
Aufgeschlagener Monatsplaner mit leeren Wochenfeldern und Stift auf einem Schreibtisch – Z3 Lernplan für den schriftlichen IMPP-Teil

Für den schriftlichen Z3 trägt ein Plan in drei Phasen: erst den Gegenstandskatalog bereichsweise durcharbeiten, dann Fragen kreuzen, zuletzt das Musterexamen des IMPP unter Prüfungsbedingungen schreiben. Gerechnet wird rückwärts vom Termin. Die Prüfung umfasst 200 Fragen in fünf Stunden, also 90 Sekunden je Frage, und deckt fünf Fächer und neun Querschnittsbereiche ab (§ 72 ZApprO). Sie findet am 3. November 2026 erstmals bundeseinheitlich statt, danach am 15. Juni und am 9. November 2027. Zeitanteile und Wochenpläne in diesem Artikel sind Vorschläge der Redaktion – abgeleitet aus der Prüfungsstruktur und den Mini-Katalogen des IMPP. Ein Prüfungsergebnis lässt sich daraus nicht garantieren. Stand: Oktober 2026.

Format, Bestehensgrenze und Wiederholung erklärt der Artikel zum schriftlichen IMPP-Teil. Die Fächerliste liefert der Gegenstandskatalog, den Gesamtablauf bis zur Approbation das Staatsexamen.

Termine rückwärts gerechnet

Den Antrag auf Zulassung muss das Landesprüfungsamt bis zum 10. Januar (Prüfung im Juni) oder bis zum 10. Juni (Prüfung im November) erhalten (§ 19 Abs. 3 ZApprO). Zugelassen wirst Du frühestens am Ende des vierten Fachsemesters nach dem bestandenen Z2 (§ 58). Dazu kommt unter anderem der Nachweis der Famulatur. Einzelne Länder setzen frühere Fenster; Hessen nannte für den Herbst 2026 Antragsfenster von Ende April bis Anfang Mai 2026.

Prüfungstermin Antrag spätestens Start 12-Wochen-Plan Start 8-Wochen-Plan
3. November 2026 10. Juni 2026 (vorbei) 11. August 2026 (vorbei) 8. September 2026 (vorbei)
15. Juni 2027 10. Januar 2027 (Sonntag) 23. März 2027 20. April 2027
9. November 2027 10. Juni 2027 17. August 2027 14. September 2027

Wer am 3. November 2026 schreibt, hat ab dem 20. Oktober 2026 noch 14 Tage. Als verkürzte Reihenfolge schlägt die Redaktion vor: sieben Tage für die schwächsten Bereiche und die 100 Übungsaufgaben, zwei Tage für das Musterexamen samt Auswertung, drei Tage für die Fehlerliste, die letzten zwei Tage ohne neuen Stoff.

Der mündlich-praktische Teil läuft parallel zur Lernzeit – er umfasst 25 praktische Prüfungstage, in der Regel je acht Stunden (§ 64 Abs. 9), und beginnt in der vorlesungsfreien Zeit; die Prüfungsstelle legt die Termine je Fach fest (§ 60). Trag diese Tage zuerst in den Kalender ein und verteile die Lernstunden erst danach.

Zeitanteile je Bereich

Die ZApprO verlangt, dass die 200 Fragen alle Fächer und Querschnittsbereiche angemessen abdecken (§ 72 Abs. 5). Wie viele Fragen auf einen Bereich entfallen, veröffentlicht das IMPP nicht. Als Maß für den Umfang taugt der Gegenstandskatalog: Die Mini-Kataloge 2026 (GK ZM Version 1.2.1) ordnen die Erkrankungen aus Kapitel VI und die Gegenstände aus Kapitel VIII den Bereichen zu, in denen sie geprüft werden können. Die Redaktion hat diese Zuordnungen je Bereich gezählt (Abruf 20. Oktober 2026).

Bereich Zuordnungen Anteil in Prozent Block
Pharmakologie und Toxikologie 111 8,6 A
Pathologie 62 4,8 A
Hygiene, Mikrobiologie und Virologie 44 3,4 A
Innere Medizin 138 10,7 A
Dermatologie und Allergologie 56 4,4 A
Notfallmedizin 68 5,3 B
Schmerzmedizin 48 3,7 B
Medizin und Zahnmedizin des Alterns und des alten Menschen 60 4,7 B
Klinische Werkstoffkunde 26 2,0 B
Orale Medizin und systemische Aspekte 150 11,7 B
Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich 164 12,8 B
Gesundheitswissenschaften 171 13,3 C
Ethik und Geschichte der Medizin und der Zahnmedizin 140 10,9 C
Wissenschaftliches Arbeiten 46 3,6 C
Summe 1.284 99,9 (Rundung)

Die 1.284 Zuordnungen verteilen sich auf 668 verschiedene Gegenstände: 326 aus Kapitel VI (Erkrankungen), 341 aus Kapitel VIII (übergeordnete Kompetenzen) und einer aus Kapitel VII. Gesundheitswissenschaften, Ethik und Wissenschaftliches Arbeiten bestehen fast ausschließlich aus Kapitel-VIII-Gegenständen. 320 der 668 Gegenstände stehen in mindestens zwei Bereichen. Diese Gegenstände lernst Du einmal – danach ordnest Du sie den Bereichen zu und erarbeitest sie nicht für jedes Fach neu.

Block A (die fünf Fächer) hat zusammen 31,9 Prozent der Zuordnungen, Block B (klinische Querschnittsbereiche) 40,2 Prozent, Block C (Gesundheit, Ethik, Methodik) 27,8 Prozent. Die Anteile messen den Umfang des Katalogs – über die Fragenverteilung sagen sie nichts. Zwei Regeln begrenzen das Risiko: Jeden Bereich gehst Du mindestens einmal ganz durch, auch die Werkstoffkunde mit 2,0 Prozent. Nach den ersten Fehlerlisten verschiebst Du Zeit zu den Bereichen mit den meisten Fehlern. Zur Werkstoffkunde und zu den wichtigsten Fächern im Studium gibt es eigene Artikel.

Rechenbeispiel (Annahme: 15 Stunden Lernzeit pro Woche, acht Inhaltswochen im 12-Wochen-Plan, zusammen 120 Stunden): Orale Medizin bekommt 11,7 Prozent, also rund 14 Stunden, Pharmakologie 8,6 Prozent, also rund 10 Stunden, Gesundheitswissenschaften 13,3 Prozent, also rund 16 Stunden. Setze Dein eigenes Wochenbudget ein.

Der Plan für 12 und 8 Wochen

Phase 12 Wochen 8 Wochen Was Du tust
Orientierung Woche 1 Woche 1 Termine des mündlich-praktischen Teils eintragen, 400 Prüfziele lesen, um die geforderte Tiefe einzuschätzen, Mini-Kataloge der 14 Bereiche laden
Block A Wochen 1 bis 3 Wochen 1 bis 2 Pharmakologie und Toxikologie, Innere Medizin, Pathologie, Dermatologie und Allergologie, Hygiene/Mikrobiologie/Virologie; Arzneistoffliste des Katalogs
Block B Wochen 4 bis 6 Wochen 2 bis 3 Orale Medizin, Kopf-Hals-Bereich, Notfallmedizin, Schmerzmedizin, Alterszahnmedizin, Werkstoffkunde
Block C Wochen 7 bis 8 Wochen 3 bis 4 Gesundheitswissenschaften, Ethik und Geschichte, Wissenschaftliches Arbeiten
Fragen kreuzen Wochen 9 und 10 Wochen 5 und 6 100 Übungsaufgaben in Blöcken, Prüfziele als Fragen, Fehlerliste, zweiter Durchgang durch die schwächsten Bereiche
Musterexamen Woche 11 Woche 7 200 Aufgaben in 300 Minuten, möglichst von 9:00 bis 14:00 Uhr; Auswertung nach Bereichen
Abschluss Woche 12 Woche 8 Fehlerliste, Arzneistoffliste, in den letzten zwei Tagen kein neuer Stoff

Die Blöcke überlappen im 8-Wochen-Plan, weil die Anteile nicht in ganze Wochen aufgehen. Dort halbiert sich die Zeit je Gegenstand. Lass deshalb keinen Bereich weg, gewichte innerhalb jedes Bereichs nach Deiner Selbsteinschätzung und plane mehr Stunden je Inhaltswoche ein als im 12-Wochen-Plan.

Eine Wochenvorlage für 15 Stunden: vier Inhaltseinheiten zu je drei Stunden, davon die ersten 20 Minuten für Karteikarten der Vortage; dazu ein Fragenblock mit anschließender Auswertung (drei Stunden); mindestens ein Tag frei. Die Abstände für die Wiederholung zeigt der Artikel zu den Lernstrategien. Eine Meta-Analyse von Martinengo et al. (2024, 23 Studien) fand für verteiltes digitales Lernen gegenüber gebündeltem einen Wissensvorteil (SMD 0,32); für die Zahnmedizin gibt es solche Zahlen nicht.

Fragen kreuzen

  1. Das IMPP stellt 100 Übungsaufgaben, ein vollständiges Musterexamen mit 200 Aufgaben und 400 exemplarische Prüfziele bereit. Das Musterexamen gibt es laut IMPP einmalig; es besteht aus Einfachauswahl mit vier Antwortoptionen, ist nicht vorgetestet und erlaubt keinen Rückschluss auf das eigene Abschneiden. Aus früheren Z3-Prüfungen veröffentlicht das IMPP keine Aufgaben: In der Zahnmedizin behält das IMPP die Prüfungshefte am Ende des Prüfungstages ein, Lösungsübersichten gehen nur an die Teilnehmenden. Rechnerisch bleiben 300 fertige Aufgaben für 14 Bereiche, gut 21 je Bereich.
  2. Die Lücke füllen die Prüfziele. Alle 400 beginnen mit „Prüflinge können …“; in 104 steht ein Abgrenzen, Unterscheiden oder Differenzieren, in 73 ein Ableiten oder Schlussfolgern (eigene Zählung, Mehrfachnennungen). Formuliere jedes Prüfziel als Frage mit vier Antworten um und schreibe zu jeder falschen Option, warum sie falsch ist. Im 12-Wochen-Plan sind das 50 Prüfziele pro Inhaltswoche.
  3. Führe eine Fehlerliste mit Bereich, Gegenstand und Fehlerursache (Wissenslücke, Verwechslung, Lesefehler, Zeitdruck). Bereiche mit überdurchschnittlich vielen Fehlern bekommen in der Folgewoche die Zeit der Bereiche mit den wenigsten.
  4. Übe in Blöcken mit der Prüfungstaktung von 90 Sekunden je Frage: 25 Fragen in rund 38 Minuten, 50 in 75 Minuten, 100 in 150 Minuten.
  5. Als Arbeitsmarke setzt die Redaktion in den Eigentests 70 Prozent an. Das sind zehn Punkte über der absoluten Grenze von 60 Prozent (120 von 200 Fragen, § 74 Abs. 1); die relative Grenze kann niedriger liegen. Ein Eigenergebnis erlaubt laut IMPP keine Bestehensaussage, die Marke dient als Puffer und nicht als Prognose.

Zur Einordnung: In den drei Hamburger Durchgängen des Modellstudiengangs (Frühjahr 2025, Herbst 2025, Frühjahr 2026) lag der Mittelwert der Teilnehmenden laut IMPP bei 70,2, 73,9 und 75,0 Prozent der gewerteten Aufgaben. Die Gruppen waren klein – 15, 27 und 19 Teilnehmende. Auf die bundesweite Prüfung am 3. November 2026 lassen sich die Werte nicht übertragen.

Dass Abfragen dem erneuten Lesen überlegen ist, zeigt ein Review von Green et al. (Medical Teacher 2018, 19 Studien aus den Gesundheitsberufen): Bei 21 von 23 Ergebnissen zum Behalten und bei allen sieben zum Transfer schnitt das Abfragen besser ab als erneutes Durcharbeiten. Das IMPP möchte sich bei seinen Examen künftig stärker auf Grundlagenwissen und klinische Zusammenhänge konzentrieren. Lerne Zusammenhänge deshalb vor Einzeldaten; § 72 Abs. 3 ZApprO verlangt Fragen zu Kenntnissen, die für Zahnärztinnen und Zahnärzte allgemein erforderlich sind.

Das Gesetz lässt außer Einfachauswahl auch Fragen mit mehreren zutreffenden Antworten und Fragen ohne vorgegebene Antworten zu (§ 73 Abs. 5 und 6). Ob solche Formate am 3. November 2026 vorkommen, steht erst nach der Prüfung fest. Fehlerhafte Fragen nimmt das IMPP vor der Auswertung aus der Wertung.

Prüfungswoche und danach

In der Prüfungswoche lernst Du keinen neuen Stoff. Die Ladung kommt spätestens sieben Kalendertage vor dem Termin (§ 61); Informationen zur Durchführung gibt das Landesprüfungsamt. Laut IMPP-Terminplan beginnt die Prüfung um 9:00 Uhr und endet um 14:00 Uhr. Nach der Prüfung steht das Feedbackportal des IMPP drei Kalendertage offen. Die offiziellen Ergebnisse gehen laut IMPP in der Regel nach drei bis vier Wochen an die Landesprüfungsämter. Ein nicht bestandener schriftlicher Teil lässt sich höchstens zweimal wiederholen, zum jeweils nächsten Termin (§ 78 Abs. 2 und 6). Den Weg danach zeigen die Artikel zur Approbation und zur Assistenzzeit.

Quellen

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