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Z3 Zahnmedizin: Der neue schriftliche IMPP-Teil

RedaktionVon Redaktion6 Min. Lesezeit
Hand füllt mit einem Bleistift einen Multiple-Choice-Antwortbogen aus – Z3 Zahnmedizin: Der neue schriftliche IMPP-Teil

Am 3. November 2026 findet erstmals eine bundesweit einheitliche schriftliche Prüfung für den Dritten Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung (Z3) statt: 200 Fragen in fünf Stunden (9:00 bis 14:00 Uhr), erstellt vom IMPP in Mainz. Bestanden hast Du mit mindestens 60 Prozent richtiger Antworten oder wenn Du höchstens 22 Prozent unter dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe liegst. Der mündlich-praktische Teil des Z3 bleibt bestehen; beide Teile müssen eigenständig bestanden werden (§ 77 ZApprO), sein Ablauf steht in Das Staatsexamen.

Was sich zum 3. November 2026 ändert

Einen schriftlichen Teil sieht die ZApprO vom 8. Juli 2019 erstmals vor (§ 59 Abs. 1). Die Länder haben das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) beauftragt, die Prüfungsfragen und den Gegenstandskatalog Zahnmedizin zu erstellen (§ 73 Abs. 2). Für die Regelstudiengänge nach der neuen Approbationsordnung (Studienbeginn ab 1. Oktober 2021) gibt es den schriftlichen Teil damit am 3. November 2026 zum ersten Mal, bundesweit am selben Tag mit denselben Fragen (§ 73 Abs. 1).

Das IMPP hat das Format vorher im Hamburger Modellstudiengang iMED DENT eingesetzt. Auf impp.de stehen Ergebnisse für drei Durchgänge, alle mit Teilnehmenden aus dem Prüfungsamtsbereich Hamburg:

Durchgang Teilnehmende Gewertete Aufgaben Bestehensgrenze
Frühjahr 2025 (Stand 14.07.2025) 15 199 109
Herbst 2025 (Stand 20.11.2025) 27 200 115
Frühjahr 2026 (Stand 03.07.2026) 19 197 117

Die Zahlen zeigen, dass die Grenze in diesen Durchgängen unter 60 Prozent der gewerteten Aufgaben lag (zwischen 54,8 und 59,4 Prozent). Auf die erste bundesweite Prüfung lassen sie sich kaum übertragen – die Gruppen waren klein und auf Hamburg beschränkt.

Ablauf und Format

Die Prüfung läuft an einem Tag über fünf Stunden mit 200 Fragen (§ 72 Abs. 4 und 5). Das ergibt rechnerisch 90 Sekunden je Frage. Das Musterexamen des IMPP besteht aus Einfachauswahl-Aufgaben mit je vier Antwortoptionen. Das Gesetz lässt mehr zu: Bei Fragen mit vordefinierten Auswahlmöglichkeiten gilt die Antwort nur als richtig, wenn Du alle als zutreffend festgelegten Antworten und keine weiteren wählst (§ 73 Abs. 5). Fehlerhafte Fragen werden vor der Auswertung herausgenommen; die Zahl der Fragen sinkt dann entsprechend (§ 73 Abs. 4), im Frühjahr 2026 auf 197.

Geprüft werden fünf Fächer und neun Querschnittsbereiche (§ 72 Abs. 1); die vollständige Liste steht als Tabelle im Artikel zum IMPP-Gegenstandskatalog. Der Gegenstandskatalog (Version 1.2.1 vom 20. April 2026, gültig für Herbst 2026) nennt keine Fragenzahl je Fach.

Bestehen und Note

Der Teil ist bestanden, wenn die Bestehensgrenze erreicht ist (§ 74 Abs. 1). Es gilt die günstigere von zwei Regeln:

  1. absolute Grenze: mindestens 60 Prozent der gestellten Fragen richtig, bei 200 Fragen also 120
  2. relative Grenze: höchstens 22 Prozent unter dem Durchschnitt der richtigen Antworten der Studierenden, die frühestens im 11. Fachsemester erstmals teilnehmen

Rechenbeispiel (Annahme: 200 gewertete Fragen, Durchschnitt der Vergleichsgruppe 150 richtige Antworten): Die relative Grenze liegt bei 150 × 0,78 = 117, die absolute bei 120. Dann reichen 117 richtige Antworten. Zum Vergleich: Im Frühjahr 2026 hatten die Erstteilnehmenden im Mittel 149,6 von 197 Fragen richtig, die Grenze lag bei 117. Die Zahl der Fragen, die für die Grenze zählen, wird auf eine ganze Zahl gerundet (§ 74 Abs. 1).

Ausnahme für die ersten Durchgänge (§ 134 Abs. 6): Gehören höchstens 15 Prozent der Teilnehmenden zur Vergleichsgruppe, lässt sich die relative Grenze noch nicht berechnen. Dann gilt: mindestens 60 Prozent richtig oder höchstens 15 Prozent unter dem Durchschnitt aller Teilnehmenden. Ob das am 3. November 2026 greift, steht erst mit den Ergebnissen fest.

Die Note richtet sich nach den Fragen oberhalb der Bestehensgrenze (§ 75): mindestens 75 Prozent davon „sehr gut”, 50 bis unter 75 Prozent „gut”, 25 bis unter 50 Prozent „befriedigend”, darunter „ausreichend”. Im Frühjahr 2026 (Grenze 117 von 197) ergab das: sehr gut ab 177, gut ab 157, befriedigend ab 137, ausreichend ab 117 richtigen Antworten. Die Gesamtnote des Z3 mischt schriftliche und mündlich-praktische Note je zur Hälfte (§ 79, Berechnung im Artikel Das Staatsexamen).

Termine, Fristen, Wiederholung

Thema Regel Grundlage
Prüfungsmonate Juni und November, ein bundeseinheitlicher Termin § 60 Abs. 2
Termine 3. November 2026; 2027: 15. Juni und 9. November; 2028: 13. Juni und 14. November (jeweils 9:00 bis 14:00 Uhr) IMPP
Antrag bis 10. Januar (Prüfung im Juni) oder 10. Juni (Prüfung im November), beim Landesprüfungsamt Deines Studienlands § 19 Abs. 3
Ladung spätestens 7 Kalendertage vor dem Termin § 61
Wiederholung höchstens zweimal, zum nächsten Termin von Amts wegen § 78 Abs. 2 und 6
Befreiung wer die Ärztliche Prüfung bestanden hat, legt den schriftlichen Teil nicht ab § 59 Abs. 2

Der IMPP-Terminplan nennt für 2026 zusätzlich den 16. Juni 2026; an diesem Tag schrieben laut Ergebnisseite 19 Teilnehmende aus dem Prüfungsamtsbereich Hamburg. Wie das Verfahren länderspezifisch läuft, steht in den Merkblättern der Prüfungsämter, etwa beim Landesprüfungsamt NRW (Stand 29.01.2026).

Wer ist betroffen

Betroffen sind alle Studierenden mit Studienbeginn ab dem Wintersemester 2021/22 (1. Oktober 2021). Wer früher begonnen hat und noch nach der alten Approbationsordnung von 1955 studiert, ist von der Umstellung nicht betroffen (Die neue ZApprO, Stichtage in den Übergangsregeln). Z3 ist frühestens am Ende des vierten Fachsemesters nach Z2 möglich (§ 58). Wer im Wintersemester 2021/22 angefangen hat, erreicht das Ende des 10. Semesters im Herbst 2026. Wie der vorherige Abschnitt abläuft, steht im Artikel zum Z2.

Wie Du Dich vorbereitest

Altfragen im Sinne früherer Original-Klausuren führt die IMPP-Seite nicht auf. Bereit stellt das IMPP: den Gegenstandskatalog mit Mini-Katalogen je Fach, 400 exemplarische Prüfziele aus bereits im Z3 verwendeten Aufgaben, 100 Übungsaufgaben und ein vollständiges Musterexamen mit 200 Aufgaben, die über einen Moodle-Kurs (prepare.impp.digital) laufen. Das IMPP weist darauf hin, dass das Musterexamen keinen Maßstab für den Schwierigkeitsgrad ist und sich kein Ergebnis in eine Note oder Bestehensaussage übersetzen lässt.

Ein Zeitraster für die letzten acht Wochen – als Vorschlag, ohne Erfolgsgarantie:

  1. Wochen 1 und 2: Gegenstandskatalog und Mini-Kataloge sichten, Fächer und Querschnittsbereiche nach eigenem Stand ordnen
  2. Wochen 3 bis 5: Kapitel mit den größten Lücken mit Lehrbuch oder Skript durcharbeiten; die Prüfziele als Maßstab für Tiefe nutzen
  3. Woche 6: die 100 Übungsaufgaben bearbeiten
  4. Woche 7: das Musterexamen in 300 Minuten unter Prüfungsbedingungen schreiben, 90 Sekunden je Frage
  5. Woche 8: Lücken schließen, Arzneistoffliste des Katalogs wiederholen

Ein ausführlicher 12- und 8-Wochen-Plan mit Zeitanteilen je Bereich steht in Z3 Lernplan.

Quellen

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