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Werkstoffkunde Zahnmedizin: Inhalte, Semester, Prüfung

RedaktionVon Redaktion5 Min. Lesezeit
Student untersucht verschiedene zahnmedizinische Werkstoffe im Materialkundekurs – Werkstoffkunde: das unterschätzte Fach

Werkstoffkunde im Zahnmedizinstudium läuft in zwei Strängen. In der Vorklinik und im Phantomjahr lernst Du Materialien in den Praktika kennen und verarbeiten. Dazu kommt der Querschnittsbereich Klinische Werkstoffkunde (Anlage 4 Nr. 10 ZApprO), den Du zum Z3-Antrag nachweisen musst und der im schriftlichen Z3 geprüft wird (§ 72 Abs. 1). Werkstoffkundliche Grundlagen sind außerdem Prüfungsgegenstand im Z2 (§ 46 Abs. 1 Nr. 1).

Wo Werkstoffkunde im Studienplan steht

Uni Vorlesung und Praktika vor Z2 Klinische Werkstoffkunde (Vorlesung, QB)
LMU München Werkstoffkunde I im 2. Semester (Vorlesung 2,5 SWS), Werkstoffkunde II im 3. Semester 8. Semester, 2 SWS
Marburg Werkstoffe in den Praktika der Dentalen Technologie und der Zahnerhaltung am Phantom, kein eigenes Fach 7. Semester, 2 SWS, Klausur
Tübingen Werkstoffe in den Praktika der Propädeutik Teil 1 im 4. Fachsemester (Grundlagen), Teil 2 im 7. Fachsemester (Vertiefung)
Rostock im Studienplan kein eigenes Fach 5. Semester, 2 SWS
Mainz im Studienplan kein eigenes Fach 5. oder 6. Semester, 2 SWS
Münster im Studienplan kein eigenes Fach 8. Semester, 2 SWS
Frankfurt im Studienplan kein eigenes Fach 8. Semester, 2 SWS

Stand: Studienordnungen und der Tübinger Studiengangleitfaden (März 2023) in der jeweils abgerufenen Fassung, Oktober 2026. Tübingen nennt als Inhalte unter anderem Festigkeitslehre, Chemie der Acrylate und der Abformmaterialien, Keramiken sowie Gipse, Wachse und Metalle. „Kein eigenes Fach“ heißt nicht, dass Materialien nicht vorkommen: In Marburg verlangt das Modul Dentale Technologie, Eigenschaften und fachgerechte Anwendung dentaler Werkstoffe wiederzugeben und sie zu verarbeiten. Marburg prüft den QB mit einer Klausur. Die Dentale Technologie steht im TPK-Artikel – die Praktika am Phantom im Artikel zum Phantomkurs.

Materialgruppen

Gruppe Beispiele Wo Du sie im Studium nutzt
Plastische Füllungsmaterialien Komposit, Glasionomerzement; Amalgam seit 2025 nur als Ausnahme, siehe Amalgamverbot Zahnerhaltung am Phantom (Marburg)
Indirekte Restaurationen Keramik, Gold; allgemein Kunststoffe, metallische, keramische und biofunktionalisierte Werkstoffe Zahnerhaltung am Phantom, Klinische Werkstoffkunde (Marburg)
Modell- und Abformwerkstoffe Gips, Abformmaterialien, Drahtlegierungen, Kunststoffe kieferorthopädische Propädeutik (Marburg), TPK
Wachs und Gips Wachs, Gips für Zahnmodellationen TPK (Marburg, Frankfurt: Materialliste)

Eigenschaften und Zusammensetzung gehören zum Lernstoff, nicht in die Tabelle. Das Marburger Modul zur Klinischen Werkstoffkunde verlangt, Werkstoffe in ihrer Zusammensetzung zu beschreiben und nach klinisch relevanten Parametern einzuordnen. Du sollst ihnen die richtige Indikation zuweisen – und bei Materialunverträglichkeiten das geeignete Material auswählen.

Amalgam und Medizinprodukterecht

Seit dem 1. Januar 2025 darf Dentalamalgam in der EU nicht mehr für zahnärztliche Behandlungen verwendet werden. Ausnahme: Der Zahnarzt hält es wegen spezifischer medizinischer Erfordernisse des Patienten für zwingend notwendig (Art. 10 Abs. 2a der Verordnung (EU) 2017/852 in der Fassung der Verordnung (EU) 2024/1849). Marburgs Studienordnung von 2023 führt Amalgam im Modul Zahnerhaltung am Phantom noch neben Komposit; wie Deine Uni mit dem Verbot umgeht, steht in der Kursordnung. Dentalwerkstoffe sind Medizinprodukte nach Verordnung (EU) 2017/745 und in der Regel CE-gekennzeichnet. Individuell gefertigter Zahnersatz gilt als Sonderanfertigung, trägt keine CE-Kennzeichnung und braucht eine Konformitätserklärung nach Anhang XIII.

Prüfung und Lernen

Im Z2 sollst Du die „zahnmedizinischen, werkstoffkundlichen und zahntechnischen Grundlagen“ des vorklinischen und klinischen Abschnitts beherrschen (§ 46 Abs. 1 Nr. 1); mehr im Artikel zum Z2. Im Z3 gehört Klinische Werkstoffkunde zu den neun Querschnittsbereichen des schriftlichen Teils (§ 72 Abs. 1); er umfasst 200 Fragen in fünf Stunden (Abs. 4 und 5). Der IMPP-Gegenstandskatalog (Version 1.2.1) ordnet das Fach mehr als 20 Abschnitten zu, etwa den Unverträglichkeiten und Allergien gegen dentale Werkstoffe. Die Z3-Fächerliste steht im Artikel zum Gegenstandskatalog, den schriftlichen Teil beschreibt der Z3-Artikel.

Lernhinweise aus den Lernzielen der Marburger Module:

  1. Zu jeder Werkstoffgruppe Zusammensetzung, klinisch relevante Parameter, Indikation und Verarbeitung lernen.
  2. Materialunverträglichkeiten mitlernen, denn sie sind Lernziel und Teil des GK.
  3. Im Praktikum Werkstoffe selbst verarbeiten; das fachgerechte Verarbeiten dentaler Werkstoffe ist Lernziel des Marburger Moduls Dentale Technologie.
  4. Digital gefertigte Restaurationen bestehen aus denselben Materialgruppen, siehe Digitale Zahnmedizin im Studium.

Wie Werkstoffkunde in die Fächerfolge passt, zeigt der Artikel zu den wichtigsten Fächern.

Quellen

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