Gehalt

Zahnarzt-Gehalt im öffentlichen Dienst 2026

RedaktionVon Redaktion7 Min. Lesezeit
Schriftbild: Was verdient man im öffentlichen Dienst – Gehalt in der Zahnmedizin

Als Berufsanfänger verdienst Du im kommunalen Gesundheitsamt mindestens 5.298,27 Euro brutto im Monat (TVöD-VKA, Entgeltgruppe 14, Stufe 1) und an der Uniklinik 5.792,90 Euro (TV-Ärzte/TdL, Ä 1). Mit der höchsten Stufe sind es bis zu 8.204,11 Euro in Entgeltgruppe 15 und bis zu 9.576,69 Euro in Ä 2. Angestellte Zahnärzte in Praxen kommen im Median auf 6.944 Euro. Wie viel es wird, entscheiden Träger, Gruppe und Stufe.

Tarife im Überblick

Einsatzort Tarifvertrag und Gruppe Brutto im Monat (niedrigste bis höchste Stufe) Stand
Gesundheitsamt, kommunal TVöD-VKA, E 14 5.298,27 bis 7.551,78 Euro ab 1. Mai 2026
Gesundheitsamt, kommunal TVöD-VKA, E 15 5.827,86 bis 8.204,11 Euro ab 1. Mai 2026
Universitätsklinik TV-Ärzte/TdL, Ä 1 5.792,90 bis 7.436,05 Euro 1. April 2026 bis 31. August 2027
Universitätsklinik TV-Ärzte/TdL, Ä 2 7.645,72 bis 9.576,69 Euro 1. April 2026 bis 31. August 2027
Kommunale Klinik TV-Ärzte/VKA, Gruppe I und II 5.722,05 bis 7.355,29 Euro und 7.552,19 bis 9.698,91 Euro ab 1. Juni 2026
Praxis, angestellt frei verhandelt Median 6.944 Euro, Quartile 5.714 und 9.070 Euro Dentale Gehaltsstudie 2025

Alle Werte sind Vollzeit-Monatsentgelte brutto ohne Sonderzahlungen; die Praxiswerte enthalten sie. Die Stufe richtet sich nach der Berufserfahrung im Betrieb.

Gesundheitsamt: E 14 und E 15

Einen eigenen Tarifvertrag für Zahnärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst gibt es nicht, wohl aber eigene Tätigkeitsmerkmale. Die Entgeltordnung des TVöD (VKA) führt in Teil B Abschnitt II „Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte“ auf:

  • Entgeltgruppe 14: Zahnärztinnen und Zahnärzte mit entsprechender Tätigkeit, also auch ohne Fachzahnarzt-Titel.
  • Entgeltgruppe 15: Fachzahnärztinnen und Fachzahnärzte mit entsprechender Tätigkeit, oder Zahnärztinnen und Zahnärzte, denen mindestens fünf Zahnärztinnen oder Zahnärzte durch ausdrückliche Anordnung ständig unterstellt sind.

In E 15 kommt eine Zulage von 300 Euro im Monat hinzu (Besondere Regelungen für Ärztinnen und Ärzte, Nr. 3; Textfassung von Januar 2024). Die Stadt Brandenburg an der Havel schrieb 2026 die Leitung ihres Zahnärztlichen Dienstes mit E 14 bis E 15 aus – und ließ E 14 auch für Approbierte ohne Fachzahnarzt-Titel zu (Fachzahnarzt für das öffentliche Gesundheitswesen). Bei Landesbehörden gilt der TV-L; seine Eingruppierung für Zahnärzte ist hier nicht geprüft, deshalb stehen keine TV-L-Zahlen in der Tabelle. Welcher Tarif für Dein Amt gilt und wie die Stelle bewertet wird, steht in der Ausschreibung. Was die Stelle inhaltlich ausmacht, beschreibt Zahnarzt im Gesundheitsamt.

Die Stufen steigen mit den Jahren im Betrieb. Stufe 2 folgt nach einem Jahr, Stufe 3 nach weiteren zwei, Stufe 4 nach weiteren drei, Stufe 5 nach weiteren vier und Stufe 6 nach weiteren fünf Jahren (§ 16 Abs. 3 TVöD-VKA). Die höchste Stufe erreichst Du also nach 15 Jahren.

Stufe in E 14 Nach Jahren im Betrieb Brutto im Monat
1 Einstieg 5.298,27 Euro
2 1 5.643,35 Euro
3 3 6.094,01 Euro
4 6 6.594,12 Euro
5 10 7.151,57 Euro
6 15 7.551,78 Euro

Die Werte gelten ab 1. Mai 2026. Ob frühere Berufserfahrung bei der Einstellung angerechnet wird, entscheidet der Arbeitgeber.

Rechenbeispiel: Berufsanfänger im Gesundheitsamt

Das Beispiel nimmt eine Einstellung in E 14, Stufe 1, in Vollzeit an und rechnet die Tabelle ab 1. Mai 2026 auf das ganze Jahr. Die Jahressonderzahlung beträgt im TVöD-VKA seit 2026 85 Prozent des durchschnittlichen Monatsentgelts von Juli bis September (§ 20).

Posten Euro brutto
12 Monate x 5.298,27 63.579,24
Jahressonderzahlung, 85 Prozent von 5.298,27 4.503,53
Jahresbrutto 68.082,77
Im Durchschnitt je Monat 5.673,56
Zum Vergleich: Praxis-Median 12 x 6.944 83.328,00

Das Gesundheitsamt liegt am Anfang damit rund 15.200 Euro im Jahr oder 1.270 Euro im Monat unter dem Praxis-Median – dieser Abstand schrumpft mit den Stufen. Ab Stufe 4 (nach sechs Jahren) steht der Jahresverdienst mit rund 84.700 Euro (12,85 x 6.594,12) auf dem Niveau des Praxis-Medians. Das Netto hängt von Steuerklasse, Kindern und Krankenversicherung ab; der Lohnsteuerrechner des Bundesfinanzministeriums liefert es für den Einzelfall. Dass der Median der Praxis über alle Erfahrungsstufen mittelt, schränkt den Vergleich ein.

Uniklinik: TV-Ärzte

Der TV-Ärzte der Länder (TdL) gilt nach § 1 Abs. 1 für „Ärztinnen und Ärzte einschließlich Zahnärztinnen und Zahnärzte“, die an einer Universitätsklinik überwiegend in der Patientenversorgung arbeiten. Er kennt vier Gruppen: Ä 1 (Ärztin oder Arzt mit entsprechender Tätigkeit), Ä 2 (Fachärztin oder Facharzt), Ä 3 (Oberärztin oder Oberarzt) und Ä 4 (ständige Vertretung des Chefarztes). Als Zahnarzt startest Du in Ä 1, Stufe 1, mit 5.792,90 Euro und erreichst in Stufe 6 7.436,05 Euro. Ä 2 beginnt bei 7.645,72 Euro und endet bei 9.576,69 Euro; Ä 3 reicht bis 11.265,33 Euro. Ob Fachzahnärzte in Ä 2 eingruppiert werden, regelt der Wortlaut nicht ausdrücklich, er nennt dort nur Fachärzte. Die Tabelle gilt bis 31. August 2027 und liegt danach höher (Ä 1 Stufe 1: 5.934,83 Euro).

Der Abstand zum Gesundheitsamt ist am Anfang überschaubar. Ä 1 Stufe 1 liegt 494,63 Euro im Monat über E 14 Stufe 1; Sonderzahlungen sind darin nicht berücksichtigt. Kommunale Kliniken zahlen nach dem TV-Ärzte/VKA (Gruppe I ab 5.722,05 Euro, Gruppe II ab 7.552,19 Euro, Stand 1. Juni 2026), der ebenfalls ausdrücklich Zahnärztinnen und Zahnärzte erfasst; die ganze Tabelle steht in Gehalt als MKG-Chirurg.

Angestellt oder verbeamtet?

Neben Tarifbeschäftigten gibt es Beamtenstellen im öffentlichen Dienst. Deren Bezahlung richtet sich nach der Besoldungstabelle des jeweiligen Landes und nicht nach den Tarifen oben; eine Besoldungsgruppe für Zahnärzte im Gesundheitsamt ließ sich nicht belegen, deshalb stehen hier keine Beträge. Bei der Bundeswehr gilt eine eigene Besoldung (Zahnarzt bei der Bundeswehr).

Und die Praxis?

Das Gehalt als angestellter Zahnarzt liegt im Median bei 6.944 Euro (Quartile 5.714 und 9.070 Euro, Dentale Gehaltsstudie 2025), mit Umsatzbeteiligung nach oben offen. Wer eine eigene Praxis führt, trägt das unternehmerische Risiko. Die Abwägung zwischen Anstellung und Niederlassung steht in Angestellt oder selbstständig?. Der öffentliche Dienst bietet ein Tabellenentgelt, das Du kennst, bevor Du unterschreibst; die Praxis bietet ein höheres Einkommen – abhängig von Umsatz und Verhandlung.

Quellen

Redaktion
Über die Redaktion

Redaktion

Die Redaktion von zahnmedizinstudium.eu betreut die Ratgeber-Artikel und Universitätsprofile auf dieser Seite – unabhängig und mit besonderem Blick auf Zulassung, Studieninhalte und Karrierewege in der Zahnmedizin.

Alle Artikel der Redaktion →