Was macht ein...?

Zahnarzt im Gesundheitsamt: Aufgaben, Weiterbildung, Gehalt

RedaktionVon Redaktion3 Min. Lesezeit
Zahnärztin des Gesundheitsamts untersucht bei einer Schulzahnreihenuntersuchung die Zähne eines Kindes – Was macht ein Zahnarzt im öffentlichen Gesundheitsdienst?

Zahnärzte im Gesundheitsamt untersuchen Kita- und Schulkinder, werten Daten zur Mundgesundheit aus und organisieren die Gruppenprophylaxe. Die Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Öffentliches Gesundheitswesen (ÖGW) ist ein bundesweit geregelter Titel, für den Einstieg aber nicht in jedem Fall nötig (Fachzahnarzt für öffentliches Gesundheitswesen, Fachzahnarzt werden). Das Gehalt beginnt kommunal bei 5.298,27 Euro brutto im Monat (TVöD-VKA, E 14, Stufe 1, Stand 1. Mai 2026; Gehalt im öffentlichen Dienst).

Was gehört zur Gruppenprophylaxe?

Rechtsgrundlage ist § 21 SGB V. Die Krankenkassen fördern danach zusammen mit Zahnärzten und den zuständigen Landesstellen Maßnahmen bei Kindern bis zum 12. Lebensjahr, in Schulen und Behinderteneinrichtungen mit überproportionalem Kariesrisiko bis zum 16. Lebensjahr. Sie sollen vorrangig in Gruppen stattfinden, vor allem in Kindergärten und Schulen, und umfassen:

  1. die Untersuchung der Mundhöhle,
  2. die Erhebung des Zahnstatus,
  3. die Zahnschmelzhärtung,
  4. Ernährungsberatung und Mundhygiene.

Für Kinder mit besonders hohem Kariesrisiko sind spezifische Programme zu entwickeln. Der Wochenplan besteht deshalb aus Terminserien an Kitas und Schulen, Dokumentation und Abstimmung mit Schulleitungen und Jugendämtern. Daneben stehen Gesundheitsberichterstattung, Beratung, Gutachten und Schulungen für Erzieherinnen oder Lehrkräfte.

Die Daten solcher Untersuchungen fließen in die bundesweite Erfolgskontrolle der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) ein. Danach hatten im Schuljahr 2015/16 79 Prozent der 12-Jährigen ein kariesfreies bleibendes Gebiss; in der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (Erhebung 2023) waren es 77,6 Prozent. Die DAJ untersucht im Schuljahr 2025/26 erneut 3-, 6- bis 7- und 12-Jährige.

Wie ist die Stellenlage?

Die BZÄK-Statistik „Nachgezählt“ führt nur Kieferorthopädie und Oralchirurgie als Fachzahnärzte; wie viele Zahnärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst arbeiten oder wie viele Stellen offen sind, steht dort nicht. Stellen findest Du in den Ausschreibungen der Gesundheitsämter. Ein Beispiel ist die Leitung des Zahnärztlichen Dienstes der Stadt Brandenburg an der Havel 2026 (E 14 bis E 15 TVöD-VKA). E 14 stand auch Approbierten ohne Fachzahnarzt-Titel offen (Details).

Wo arbeiten Zahnärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst?

Der klassische Arbeitsort ist das Gesundheitsamt einer Stadt oder eines Landkreises – dazu kommen Landesbehörden und Einrichtungen der Gesundheitsberichterstattung. Die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen beschreibt die Fachzahnärzte als häufig in leitender Funktion in Behörden angestellt. Wie die Versorgung von Kindern und Pflegebedürftigen in der Praxis aussieht, zeigen die Artikel Kinderzahnarzt und Seniorenzahnarzt.

Weiterbildung zum Fachzahnarzt ÖGW

Dauer je Bundesland, Praxis- und ÖGD-Anteile sowie den Lehrgang an der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf erklärt der Artikel Fachzahnarzt für öffentliches Gesundheitswesen.

Für wen passt der öffentliche Gesundheitsdienst?

Er passt zu Dir, wenn Prävention, Epidemiologie und Organisation Dich mehr reizen als der Behandlungsstuhl. Das tarifliche Einstiegsgehalt von 5.298,27 Euro liegt unter dem Median angestellter Zahnärzte in Praxen von 6.944 Euro (Dentale Gehaltsstudie 2025).

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