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Zahnarzt mit eigener Praxis: Einkommen und Netto

RedaktionVon Redaktion6 Min. Lesezeit
Praxisinhaber berechnet am Schreibtisch monatliche Einnahmen und Ausgaben seiner Zahnarztpraxis – Eigene Praxis: Was bleibt wirklich übrig?

Eine Zahnarztpraxis erzielte 2024 im Schnitt 305.000 Euro Reinertrag, im Median 217.000 Euro (Destatis, je Praxis). Je Praxisinhaber lag der Einnahmen-Überschuss 2023 im Median bei 180.300 Euro (KZBV). Beide Werte stehen vor Einkommensteuer, Altersvorsorge, Krankenversicherung und Kredittilgung. Warum sich die Statistiken unterscheiden und was nach den Abzügen bleibt, rechnet Reinertrag Zahnarztpraxis: Umsatz, Kosten, was bleibt durch. Hier geht es um die Entwicklung seit 2023, um Praxisform, Fachgebiet und Alter und um den Vergleich mit der Anstellung.

Einnahmen, Aufwendungen und Reinertrag 2023 und 2024

Zahnarztpraxis, je Praxis 2023 2024 Veränderung 2024
Einnahmen 894.000 € 937.000 € +4,8 %
Aufwendungen 610.000 € 632.000 € +3,6 %
Reinertrag (Mittel) 284.000 € 305.000 € +7,4 %
Reinertrag (Median) nicht genannt 217.000 € –
Tätige Personen je Praxis 10,1 10,2 +1,0 %

Quelle: Destatis, Kostenstrukturstatistik im medizinischen Bereich, Stand 23.07.2026 (2023: Pressemitteilung vom 24.07.2025). Rechtliche Einheiten einschließlich BAG und MVZ.

Im Jahr davor war der Anstieg größer: 2023 wuchsen die Einnahmen um 13,2 Prozent, die Aufwendungen um 11,7 Prozent und der Reinertrag um 16,9 Prozent. Die Verbraucherpreise stiegen 2023 um 5,9 Prozent. In beiden Jahren legten die Einnahmen der Zahnarztpraxen stärker zu als die Aufwendungen; bei den Arztpraxen war es 2022 und 2023 umgekehrt. Der Median liegt 88.000 Euro unter dem Mittel, weil einzelne sehr umsatzstarke Praxen den Durchschnitt anheben.

Praxisform, Fachgebiet und Alter

Bei der Praxisform sind laut IDZ (nach KZBV-Angaben) 79,8 Prozent der Zahnarztpraxen Einzelpraxen, 16,4 Prozent Berufsausübungsgemeinschaften und 3,9 Prozent MVZ. Eine BAG teilt ihren Gewinn unter den Inhabern – deshalb gehört der Wert je Praxis nicht einer Person. Im Zi-Panel entfielen 2023 auf eine Praxis durchschnittlich 255.500 Euro Einnahmen-Überschuss, auf einen Inhaber 214.700 Euro. Einen Einkommenswert getrennt nach Einzelpraxis und BAG enthalten die Veröffentlichungen von Destatis und KZBV nicht.

Beim Fachgebiet trennt Destatis nur die allgemeine Stomatologie (278.000 Euro Reinertrag je Praxis, 2024) von einer Sammelgruppe aus Kieferorthopädie, Oralchirurgie und sonstigen Fachgebieten. Welche Aussage diese Gruppe zulässt, steht in Reinertrag Zahnarztpraxis. Für die Fachrichtungen gibt es keinen eigenen Praxis-Reinertrag, wohl aber Gehälter Angestellter (Kieferorthopäde, Oralchirurg) und Investitionszahlen: Fachpraxen für Kieferorthopädie brauchten 2024 laut InvestMonitor im Schnitt rund 45 Prozent, Fachpraxen für Oralchirurgie und MKG rund 60 Prozent mehr Kapital als allgemeinzahnärztliche Praxen.

Nach dem Alter schlüsselt das Jahrbuch der KZBV den Einnahmen-Überschuss für Einzelpraxen ohne angestellte Zahnärzte auf.

Alter des Inhabers Alte Bundesländer Neue Bundesländer
unter 40 208.600 € 188.700 €
40 bis 44 226.700 € 183.300 €
45 bis 49 203.000 € 139.800 €
50 bis 54 204.100 € 170.900 €
55 bis 59 190.700 € 186.700 €
60 und älter 144.100 € 109.100 €

Quelle: KZBV-Jahrbuch 2025, Tab. 5.20 und 5.22, Mittelwerte je Inhaber 2023, nur Einzelpraxen ohne angestellte Zahnärzte. Die Werte sind nicht mit dem Gesamtmittel von 214.700 Euro vergleichbar, und sie zeigen Querschnitte verschiedener Inhaber, keinen Karriereverlauf.

Im Westen liegt der höchste Wert bei den 40- bis 44-Jährigen, im Osten bei den unter 40-Jährigen. In beiden Regionen verdienen die Inhaber ab 60 am wenigsten.

Vom Reinertrag zum Netto

Die Rechnung aus Reinertrag Zahnarztpraxis gilt hier verkürzt für vier Ausgangswerte. Sie rechnet mit dem Steuer- und Beitragsrecht von 2026, einem Alleinstehenden ohne Kirchensteuer, gesetzlicher Krankenversicherung mit Höchstbeitrag und dem Regelbeitrag des Berliner Versorgungswerks (19 Prozent der Bemessungsgrenze, 19.266 Euro im Jahr); ein Praxisdarlehen ist hier nicht abgezogen.

Einnahmen-Überschuss je Inhaber, 2023 Netto im Jahr Netto im Monat
Median Ost: 157.400 € 80.246 € 6.687 €
Median gesamt: 180.300 € 92.999 € 7.750 €
Median West: 189.000 € 97.845 € 8.154 €
Mittelwert: 214.700 € 112.157 € 9.346 €

Von jedem Euro Gewinn bleiben damit etwa 51 bis 52 Cent. Ein Darlehen von 350.000 Euro über zehn Jahre senkt den Monatswert im ersten Jahr beim Median auf rund 4.690 Euro. Die Inhaber arbeiteten 2023 im Schnitt 44,0 Stunden pro Woche (KZBV). Die KZBV rechnet mit 42 Arbeitswochen und 32,5 Behandlungsstunden pro Woche und kommt beim Mittelwert von 214.700 Euro auf 157 Euro Einkommen vor Steuern je Behandlungsstunde; das bezieht sich auf die Behandlungszeit, nicht auf die gesamte Arbeitszeit.

Vergleich mit der Anstellung

Ein angestellter Zahnarzt mit dem Median von 6.944 Euro brutto (83.328 Euro im Jahr, 40 Wochenstunden) behält rund 3.880 Euro netto im Monat (Gehalt als angestellter Zahnarzt, Was verdient ein Zahnarzt?). Dem Median-Inhaber bleiben ohne Darlehen etwa 7.750 Euro – bei 44 statt 40 Wochenstunden. Der Reinertrag lässt sich nicht mit einem Bruttogehalt vergleichen, und der Abstand schrumpft nach Steuern, Vorsorge und Tilgung. Die Gegenüberstellung beider Wege mit Altersvorsorge und Risiko steht in Angestellt oder selbstständig als Zahnarzt.

Risiko und Investition

Wer niedergelassen ist, trägt das Risiko steigender Kosten allein. Die Aufwendungen der Zahnarztpraxen wuchsen 2023 um 11,7 Prozent und damit knapp doppelt so schnell wie die Verbraucherpreise (5,9 Prozent). Dazu kommt die Anfangsinvestition: Die Übernahme einer Einzelpraxis kostete 2024 im Schnitt 450.000 Euro, die Neugründung einer Einzelpraxis im Median 690.000 Euro (IDZ/apoBank). Käufer zahlten für eine Einzelpraxis im Schnitt 226.000 Euro Kaufpreis, davon 153.000 Euro für den ideellen Wert (Patientenstamm). Die Zahlen zu den Wegen in die Niederlassung stehen in Praxisübernahme oder Neugründung?, die Finanzierung in Eigene Zahnarztpraxis gründen.

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