Vollzeit-Zahnärztinnen und -Zahnärzte im Z-MVZ verdienen laut apoBank-Gehaltsstudie 2025 im Durchschnitt 102.500 Euro brutto im Jahr, in Praxen 76.900 Euro. Dafür arbeiten sie im Schnitt 41,2 statt 38 Wochenstunden, und 87 Prozent erhalten eine Umsatzbeteiligung. Die Stichprobe ist klein: 45 Angestellte im MVZ. Der Median von 6.944 Euro aus der Dentalen Gehaltsstudie gilt dagegen für alle Angestellten zusammen, gleich ob in Einzelpraxis, Berufsausübungsgemeinschaft oder MVZ, und ist deshalb keine MVZ-Zahl.
Z-MVZ und Praxis im Vergleich
| Merkmal | Z-MVZ | Praxis (Einzelpraxis, BAG) |
|---|---|---|
| Bruttogehalt pro Jahr, Vollzeit (Durchschnitt) | 102.500 € | 76.900 € |
| Umgerechnet pro Monat | 8.542 € | 6.408 € |
| Wochenstunden (Durchschnitt) | 41,2 (36,7 vertraglich, 4,5 Überstunden) | 38,0 (35,8 vertraglich, 2,2 Überstunden) |
| Mit Umsatzbeteiligung | 87 % | 60 % |
| Befragte in Vollzeit | 45 | 178 |
Quelle: apoBank-Gehaltsstudie 2025, Befragung im DocCheck-Panel (Januar bis Juni 2025). Der Anteil mit Umsatzbeteiligung in Praxen ergibt sich aus 40 Prozent Festgehalt. Das Gehalt liegt im MVZ um ein Drittel höher. Die Arbeitszeit liegt um 8 Prozent höher, eine Ursache für den Abstand nennt die Auswertung nicht. Je Wochenstunde bleibt ein Vorsprung: 2.488 gegenüber 2.024 Euro Jahresbrutto, rund 23 Prozent mehr.
Was die Zahlen nicht sagen
Ob ein Zentrum inhabergeführt ist oder zu einer Kette gehört, trennt keine der Quellen. Die 8.542 Euro im Monat sind ein Durchschnitt aus 45 Antworten. Das ist wenig – einzelne Angebote können weit darüber oder darunter liegen, und eine Befragung ersetzt keine Vollerhebung. Nimm die Werte als Orientierung für das Gespräch, nicht als Maßstab für ein konkretes Angebot. Die Übersicht über alle Stufen von der Assistenz bis zur Praxis steht in Was verdient ein Zahnarzt?, die Medianwerte nach Erfahrung in Gehalt als angestellter Zahnarzt.
Umsatzbeteiligung im MVZ
Das Grundprinzip und das Rechenbeispiel mit Fixum, Schwelle und Prozentsatz stehen in Gehalt als angestellter Zahnarzt. Im MVZ läuft die Terminplanung oft zentral. Sie bestimmt mit, wie viel Honorar Du erwirtschaften kannst. Die Dentale Gehaltsstudie nennt als Einflussgrößen die interne Fallverteilung, die Kapazität und die Terminvergabe sowie die Verteilung der Neupatienten. Ein Beispiel mit angenommenen Werten: 4.500 Euro Fixum und 25 Prozent Beteiligung ab 14.000 Euro Honorar. Bei 20.000 Euro Honorar sind das 6.000 Euro brutto, bei nur 16.000 Euro 5.000 Euro. Größere Praxen und MVZ regeln die Verteilung des Teamhonorars teils über einen Honorarverteilungsvertrag. Lass ihn vor der Unterschrift prüfen.
Vorteile und Preis
Als Angestellter trägst Du kein Investitionsrisiko für Stühle, Röntgengerät oder Mietvertrag. Das Gehalt ist im Schnitt höher als in der Praxis – die Arbeitszeit auch, um rund 3 Wochenstunden. Teilzeit ist seltener: Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) nennt für investorengetragene MVZ mit 36 Prozent die niedrigste Teilzeitquote aller Praxisformen (Stand 31.12.2023). Ein Beteiligungsmodell koppelt Dein Gehalt zudem an den Umsatz, und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) beschreibt für investorengetragene MVZ erheblichen Umsatzdruck.
Investoren: Stand und Regulierung
Stand: Oktober 2026. Die KZBV zählte zum 31. Dezember 2023 468 investorengetragene MVZ, rund 30 Prozent aller zahnärztlichen MVZ (Auswertung vom April 2024; neuere bundesweite Zahlen enthält die Z-MVZ-Seite der KZBV nicht). Der Koalitionsvertrag von 2025 kündigt ein iMVZ-Regulierungsgesetz an. Ein Gesetz gibt es nicht, und nach Angaben einer Fachkanzlei lag bis September 2026 nicht einmal ein Referentenentwurf vor. Die KZBV fordert in einem Beschluss der Vertreterversammlung ein Gesetz noch im Jahr 2026 mit räumlicher und fachlicher Gründungsbeschränkung für Krankenhäuser. Die Gegenseite argumentiert mit verfassungs- und europarechtlichen Grenzen (Gutachten im Auftrag des Bundesverbandes der Betreiber medizinischer Versorgungszentren, Mai 2023), und die genannte Kanzlei sieht bislang keine belastbaren Nachweise, dass investorengetragene MVZ die Versorgungsqualität gefährden. Die ausführliche Darstellung mit Zahlen, Kritik und Trägerprüfung steht in Arbeiten im Z-MVZ.
Fragen im Vorstellungsgespräch
- Wer ist der Träger, und gehört das MVZ zu einer Kette (Handelsregister, Praxisschild)?
- Umsatzziele und Zielvereinbarungen – und wie wirken sie auf die Beteiligung?
- Wie werden Termine und Neupatienten verteilt, und wer entscheidet über Behandlungsplanung und Material?
- Überstunden: bezahlt oder ausgeglichen (im Schnitt 4,5 pro Woche in der apoBank-Stichprobe)?
- Fortbildungsbudget und Rückzahlungsklauseln?
- Kündigungsfrist und Wettbewerbsverbot?
Wer später eine eigene Praxis plant, findet Zahlen dazu in Zahnarzt mit eigener Praxis: Einkommen und Netto, Abwägung und Gründung in Angestellt oder selbstständig? und Eigene Zahnarztpraxis gründen.
Quellen
- apoBank: Gehaltsstudie 2025, Angestellt in der ambulanten Zahnmedizin: MVZ 102.500 Euro und Praxis 76.900 Euro Jahresbrutto in Vollzeit, Wochenstunden, Umsatzbeteiligung 87 Prozent im MVZ, Festgehalt in Praxen 40 Prozent; n = 324 (MVZ 45, Praxen 178), Befragung im DocCheck-Panel mit FVDZ und apoBank-Panel, Feldzeit 07.01. bis 15.06.2025
- Deutscher Zahnarzt Service: Das Gehalt als angestellter Zahnarzt: Einflussgrößen auf die Beteiligung, Honorarverteilungsvertrag in Großpraxen und MVZ; Beitrag eines Mitherausgebers der Dentalen Gehaltsstudie 2025 (Personalvermittler)
- KZBV: Fremdinvestoren in der vertragszahnärztlichen Versorgung (Stand April 2024): 468 iMVZ zum 31.12.2023, rund 30 Prozent aller MVZ, Teilzeitquote der iMVZ 36 Prozent
- KZBV: Zahnmedizinische Versorgungszentren (Z-MVZ): Positionen, Gutachten im Auftrag des Betreiberverbands BBMV und Gegengutachten der Zahnärzteschaft, keine neuere Gesamtzahl als April 2024
- KZBV: Gesetzliche Regulierung von iMVZ nicht länger aufschieben: Beschluss der Vertreterversammlung, Gesetz im Jahr 2026, räumliche und fachliche Gründungsbeschränkung; Position der Zahnärzteschaft
- Bundeszahnärztekammer: Investorengesteuerte medizinische Versorgungszentren (iMVZ): Umsatzdruck auf angestellte Zahnärzte; Position eines Berufsverbands
- Lyck+Pätzold: iMVZ-Regulierung, Wo stehen wir im Herbst 2026? (22.09.2026): Koalitionsvertrag 2025, kein Referentenentwurf Stand September 2026; Beitrag einer auf Leistungserbringer spezialisierten Kanzlei

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