Praxisinhaber arbeiten im Schnitt 44 Stunden pro Woche, davon 32,5 Stunden am Behandlungsstuhl. Angestellte in Vollzeit kommen laut einer Umfrage der apoBank auf 38 Stunden in der Praxis und 41,2 Stunden im Z-MVZ. Der Rest der Zeit gehört der Verwaltung, der Dokumentation und dem Team. Wie ein Tag genau abläuft, hängt davon ab, ob Du in einer Einzelpraxis, einer Berufsausübungsgemeinschaft oder einem Z-MVZ arbeitest und ob Du angestellt bist oder die Praxis führst.
Die Arbeitswoche in Zahlen
| Gruppe | Wochenarbeitszeit | Aufteilung | Quelle |
|---|---|---|---|
| Praxisinhaber (2023) | 44,0 Stunden | 32,5 Behandlung, 8,5 Praxisverwaltung, 3,0 Sonstiges | KZBV-Jahrbuch 2025 |
| Angestellte in Einzelpraxis oder BAG, Vollzeit (2025) | 38 Stunden | 35,8 vertraglich, 2,2 Überstunden | apoBank-Umfrage, n = 178 |
| Angestellte im Z-MVZ, Vollzeit (2025) | 41,2 Stunden | 36,7 vertraglich, 4,5 Überstunden | apoBank-Umfrage, n = 45 |
Zum Vergleich: Alle Erwerbstätigen in Deutschland arbeiteten laut KZBV im Schnitt 34,1 Stunden pro Woche, die Praxisinhaber damit rund 29 Prozent mehr. Den leichten Anstieg gegenüber 2022 (43,8 Stunden) führt die KZBV vollständig auf mehr Verwaltungsarbeit zurück (8,5 statt 8,3 Stunden). Die apoBank-Zahlen stammen aus einer Online-Befragung unter 324 angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzten (Feldzeit Januar bis Juni 2025), nicht aus einer amtlichen Statistik; die Gruppe der Z-MVZ-Angestellten ist mit 45 Befragten klein.
Ein Beispiel-Tag in der Einzelpraxis
Das folgende Beispiel ist ein Rechenmodell, keine Messung. Annahme: ein Praxisinhaber mit Fünf-Tage-Woche, dessen Zeitbudget dem KZBV-Durchschnitt entspricht. Aus 44,0 Wochenstunden werden 8,8 Stunden pro Tag: 6,5 Stunden Behandlung, 1,7 Stunden Verwaltung, 0,6 Stunden Sonstiges. Die Uhrzeiten sind frei gewählt.
| Uhrzeit | Tätigkeit | Zeitbudget |
|---|---|---|
| 8:00 bis 12:30 | Behandlung: geplante Termine, dazwischen Notfälle | 4,5 Std. |
| 12:30 bis 13:30 | Mittagspause (nicht eingerechnet) | – |
| 13:30 bis 15:30 | Behandlung | 2,0 Std. |
| 15:30 bis 17:10 | Dokumentation, Abrechnung, Personal, Bestellungen | 1,7 Std. |
| 17:10 bis 17:45 | Fortbildung, Fachlektüre, Absprachen mit dem Labor | 0,6 Std. |
Eine Patientenzahl pro Tag enthält das Modell bewusst nicht. Sie hängt vom Behandlungsspektrum ab, denn eine Kontrolle dauert Minuten und eine Wurzelbehandlung ein Vielfaches davon. Notfälle werden zwischen die geplanten Termine geschoben und verschieben den Plan.
Dokumentation und Verwaltung
Nach § 630f BGB muss jede Behandlung in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang dokumentiert werden: Anamnese, Befunde, Therapie, Einwilligungen und Aufklärungen. Die Akte wird zehn Jahre nach Abschluss der Behandlung aufbewahrt. Dazu kommen Abrechnung, Personal und Materialbeschaffung, bei Praxisinhabern auch die wirtschaftliche Steuerung. Das erklärt die 8,5 Stunden Praxisverwaltung pro Woche aus der KZBV-Statistik.
Das Team
Eine durchschnittliche Zahnarztpraxis beschäftigte 2023 laut KZBV 8,13 Personen. Darunter waren 5,13 Zahnmedizinische Fachangestellte (einschließlich ZMF, ZMP, ZMV und Dentalhygienikerinnen), 0,79 Auszubildende, 0,52 angestellte Zahnärzte und 0,25 Zahntechniker. ZFA assistieren am Stuhl und übernehmen Rezeption und Terminplanung (Was macht eine ZFA?); professionelle Zahnreinigungen führen Prophylaxefachkräfte und Dentalhygienikerinnen im Rahmen der Delegation durch. Ein Teil Deiner Arbeitszeit geht damit in Koordination und Führung – nicht in die Behandlung.
Patientenkontakt
Zahnarztangst gehört zum Alltag, und Vertrauen aufzubauen ist Teil der Behandlung, gerade bei Kindern und bei Patienten mit schlechten Vorerfahrungen. Wie die Behandlung ängstlicher Patienten aussieht, beschreibt Was macht ein Zahnarzt für Angstpatienten?. In der Praxis behandelst Du viele Patienten über Jahre. Du kennst Krankengeschichte und Ängste, trägst aber auch die Verantwortung für langfristig haltbare Arbeit.
Notdienst
Der zahnärztliche Notdienst wird regional geregelt, durch Kammern und Kassenzahnärztliche Vereinigungen, und unterscheidet sich im Detail. Ein Beispiel ist die Notfalldienstordnung der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg (Stand: 25.07.2026), die nur dort gilt: Jeder Zahnarzt in der ambulanten Versorgung ist grundsätzlich zur Teilnahme verpflichtet, Vorbereitungs- und Entlastungsassistenten ausgenommen. Der Dienst gilt an Samstagen, Sonntagen, gesetzlichen Feiertagen und den Werktagen zwischen Weihnachten und Neujahr. Er beginnt in der Regel um 8:00 Uhr und dauert 24 Stunden, mit je einer mindestens einstündigen Behandlungszeit am Vormittag und am Nachmittag in der Praxis; außerhalb davon musst Du für Notfälle erreichbar sein. Die Einteilung übernehmen die Bezirkszahnärztekammern. Anderswo gilt anderes: In Bayern sind laut KZVB alle Vertragszahnärzte und MVZ verpflichtet, in Nordrhein und Westfalen-Lippe beginnt der Dienst werktags schon am Abend (Stand: Oktober 2026; Vergleich in Zahnärztlicher Notdienst). Zu Notdienst und Teilzeit steht mehr in Work-Life-Balance als Zahnarzt.
Weitere Arbeitsumfelder und Fortbildung
| Umfeld | Was den Alltag prägt | Mehr |
|---|---|---|
| Einzelpraxis, BAG | Behandlung plus Verwaltung; Inhaber tragen Personal- und Wirtschaftsverantwortung | Angestellt oder selbstständig |
| Z-MVZ | Angestellte mit 41,2 Wochenstunden und Umsatzbeteiligung bei 87 Prozent (apoBank, 2025) | Arbeiten im Z-MVZ |
| Universitätszahnklinik | Lehre und Behandlung komplexer Überweisungsfälle | Wissenschaftliche Karriere |
| Gesundheitsamt | Gruppenprophylaxe bei Kindern unter zwölf Jahren (§ 21 SGB V) | Zahnarzt im Gesundheitsamt |
| Hilfseinsätze | Zahnmedizin im Ausland | Mit dem Bohrer um die Welt |
Vertragszahnärzte müssen alle fünf Jahre gegenüber ihrer Kassenzahnärztlichen Vereinigung nachweisen, dass sie ihrer Fortbildungspflicht nachgekommen sind (§ 95d SGB V); ein Teil der Arbeitszeit geht deshalb in Kurse und Fachlektüre. Wie die ersten Monate als Berufseinsteiger aussehen, zeigt Die ersten 100 Tage in der Assistenz.
Quellen
- KZBV-Jahrbuch 2025: Arbeitszeiten je Praxisinhaber 2023 (Tab. 5.31: 44,0 Stunden, davon 32,5 Behandlung, 8,5 Verwaltung, 3,0 Sonstiges; Vergleich mit 34,1 Stunden aller Erwerbstätigen) und Beschäftigte je Praxis (Tab. 5.37: 8,13); Grundlage Zahnärzte-Praxis-Panel des Zi, Betriebsjahre 2022 und 2023
- apoBank: Gehaltsstudie 2025, Angestellt in der ambulanten Zahnmedizin (Grafiken, PDF): Wochenstunden Vollzeit in Praxis (38) und Z-MVZ (41,2), vertragliche Stunden und Überstunden, 87 Prozent Umsatzbeteiligung im MVZ; Online-Befragung im DocCheck-Panel, n = 324, Feldzeit 07.01. bis 15.06.2025 (Befragung der Bank, keine amtliche Statistik)
- Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg: Notfalldienstordnung: Teilnahmepflicht (§ 2), Dienstzeiten, Behandlungszeiten und Erreichbarkeit (§ 5); Fassung mit Änderung vom 25.07.2026
- KZVB: Ihre Notdiensteinteilung (Abruf Oktober 2026): Teilnahmepflicht der Vertragszahnärzte und MVZ in Bayern
- Gemeinsame Notfalldienstordnung Nordrhein (§ 4) und KZV Westfalen-Lippe: Notfalldienstordnung, Stand 11/2025: sprechstundenfreie Zeiten ab 18 Uhr beziehungsweise 13 Uhr
- § 630f BGB (gesetze-im-internet.de): Pflicht zur Dokumentation der Behandlung in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang, Aufbewahrung zehn Jahre
- § 95d SGB V (gesetze-im-internet.de): Fortbildungspflicht, Nachweis alle fünf Jahre gegenüber der Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigung
- § 21 SGB V (gesetze-im-internet.de): Gruppenprophylaxe für Kinder unter zwölf Jahren
- Zahnheilkundegesetz (ZHG), § 1: delegierbare zahnärztliche Tätigkeiten, etwa Prophylaxe (Abs. 5)

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