Zahnärztinnen und Zahnärzte arbeiten überwiegend zu planbaren Zeiten, aber nicht ohne Dienste. Praxisinhaber kamen 2023 im Schnitt auf 44 Wochenstunden, angestellte Vollzeitkräfte in Praxen 2025 auf 38. Dazu kommt der zahnärztliche Notdienst, zu dem Vertragszahnärzte verpflichtet sind: an Wochenenden und Feiertagen, in manchen Regionen auch an Werktagabenden und nachts. Teilzeit gelingt über die Anstellung oder einen halben Versorgungsauftrag. In Bayern sind knapp 39 Prozent der zahnärztlich Tätigen angestellt.
Arbeitszeit in Zahlen
| Gruppe | Wert | Aufteilung | Quelle, Stand |
|---|---|---|---|
| Praxisinhaber | 44,0 Wochenstunden | 32,5 Behandlung, 8,5 Verwaltung, 3,0 Sonstiges | KZBV-Jahrbuch 2025, Daten 2023 |
| Angestellte in Einzelpraxis oder BAG, Vollzeit | 38,0 Wochenstunden | 35,8 vertraglich, 2,2 Überstunden | apoBank-Umfrage 2025, n = 178 |
| Angestellte im Z-MVZ, Vollzeit | 41,2 Wochenstunden | 36,7 vertraglich, 4,5 Überstunden | apoBank-Umfrage 2025, n = 45 |
| Urlaub der Angestellten | mindestens 24 Werktage, bei Fünf-Tage-Woche 20 Arbeitstage | gesetzlicher Mindestanspruch | § 3 BUrlG |
Die apoBank-Werte stammen aus einer Online-Befragung von 324 angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzten (Januar bis Juni 2025), nicht aus einer amtlichen Statistik. Praxisinhaber haben keinen Urlaubsanspruch nach dem Bundesurlaubsgesetz; sie dürfen sich bei Krankheit, Urlaub oder Fortbildung innerhalb von zwölf Monaten bis zu drei Monate vertreten lassen (§ 32 Abs. 1 Zahnärzte-ZV). Eine Teilzeitquote für Zahnärztinnen und Zahnärzte weist keine der geprüften Statistiken aus (BLZK-Zahnärztestatistik, BZÄK „Nachgezählt“, KZBV-Jahrbuch 2025). Wie der Alltag in diesen Stunden aussieht, steht in Der Berufsalltag als Zahnarzt.
Teilzeit kostet Gehalt. Annahme: Das Gehalt sinkt linear mit den Stunden, eine Umsatzbeteiligung bleibt außen vor. Vom Median 6.944 Euro brutto bei 40 Wochenstunden (Dentale Gehaltsstudie 2025) bleiben bei 32 Stunden (vier Tage) rund 5.555 Euro und bei 24 Stunden (drei Tage) rund 4.166 Euro.
Notdienst: Pflicht und Zeiten
Es gibt einen flächendeckenden zahnärztlichen Notdienst, den Kassenzahnärztliche Vereinigungen und Kammern regional organisieren. Nach der KZV Bayerns sind grundsätzlich alle Vertragszahnärzte ohne Altersgrenze und alle Medizinischen Versorgungszentren zur Teilnahme verpflichtet; befreit sind nur Zahnärzte mit der Gebietsbezeichnung Kieferorthopädie. Seit 2026 teilt die KZVB nach Radien ein, die sich nach Bevölkerungs- und Zahnarztdichte unterscheiden; eine feste Zahl an Diensten je Zahnarzt nennt sie nicht. Nach der Notfalldienstordnung der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg gilt der Dienst an Samstagen, Sonntagen, Feiertagen und den Werktagen zwischen Weihnachten und Neujahr. Er beginnt um 8:00 Uhr und dauert in der Regel 24 Stunden – mit je mindestens einer Stunde Behandlungszeit vormittags und nachmittags in der Praxis; dazwischen musst Du für Notfallpatienten erreichbar sein (§ 5). Vorbereitungs- und Entlastungsassistenten sind dort ausgenommen (§ 2). In Nordrhein und Westfalen-Lippe beginnt die sprechstundenfreie Zeit schon werktags am Abend, in Berlin und Hamburg gibt es zusätzlich Abend- und Nachtdienste (Stand: Oktober 2026; Überblick in Zahnärztlicher Notdienst).
Ob angestellte Zahnärzte Dienste übernehmen, regelt je nach Region schon die Notdienstordnung: In Nordrhein, Westfalen-Lippe und Hamburg zählen Angestellte mit, Vorbereitungsassistenten sind in Nordrhein und Baden-Württemberg ausgenommen. Ergänzend gilt der Arbeitsvertrag; das BLZK-Muster sieht eine Zahl von Diensten mit Ausgleich vor (Arbeitsvertrag prüfen). In Kliniken kommen Bereitschaftsdienste hinzu, bei MKG-Chirurgen vergütet nach TV-Ärzte/VKA (Gehalt als MKG-Chirurg).
Anstellung und Teilzeit: die Zahlen der BLZK
Die Zahnärztestatistik der Bayerischen Landeszahnärztekammer (Stand Ende 2025) zählt 12.512 zahnärztlich Tätige, davon 4.839 angestellt (38,7 Prozent). 2015 waren es 2.669 von 11.540 (23,1 Prozent). Frauen stellen 69,2 Prozent der Angestellten (3.350 von 4.839) und 37,7 Prozent der niedergelassenen Zahnärzte (2.721 von 7.216). Die Zahlen gelten für Bayern. Bundesweit zählt die BZÄK 29.848 angestellte unter 73.511 zahnärztlich Aktiven (41 Prozent, Stichtag nicht genannt). Den Vergleich beider Wege zieht Angestellt oder selbstständig?.
Wer angestellt ist, vereinbart die Wochenstunden im Vertrag. Wer eine Zulassung hat, kann den Versorgungsauftrag schriftlich auf die Hälfte beschränken (§ 19a Abs. 2 Zahnärzte-ZV). Wie größere Einheiten mit Arbeitszeiten umgehen, zeigt Arbeiten im Z-MVZ; Familienphasen behandelt Zahnärztin mit Familie.
Fachrichtung, Praxisform und Belastung
Planbarer als andere Fachrichtungen ist die Kieferorthopädie – sie ist in Bayern als einzige Fachrichtung vom Notdienst der KZVB befreit. Andere Regionen befreien mehr: Hamburg zusätzlich Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen und, auf Antrag, Kinderzahnärzte und Zahnärzte ab 65, Nordrhein ab 68 Jahren auf Antrag. Das Z-MVZ bringt dagegen mehr Überstunden (4,5 statt 2,2 pro Woche in der apoBank-Umfrage). Frei von Belastung ist der Beruf nicht. In einer Erhebung der Arbeitsgruppe um Hans-Peter Jöhren waren 13,1 Prozent der befragten deutschen Zahnärzte von Burn-out betroffen und 30,8 Prozent gefährdet (zm 15/2024; die Stichprobengröße nennt der Beitrag nicht). Digitale Verfahren wie Intraoralscanner und digitales Röntgen ersetzen einzelne Arbeitsschritte. Ob eine Praxis dadurch früher schließt, hängt auch vom Aufwand der Einführung ab (Digitale Zahnmedizin im Studium). Wie sich die Fachrichtungen im Alltag unterscheiden, vergleicht Spezialisieren oder Generalist bleiben?.
Fragen für das Vorstellungsgespräch
- Welche Wochenstunden stehen im Vertrag, und wie werden Überstunden ausgeglichen?
- Wie viele Notdienste fallen im Jahr an, und welchen Ausgleich gibt es?
- Wer vertritt mich bei Urlaub und Krankheit, und wen vertrete ich?
- Wie viele bezahlte Fortbildungstage stehen mir zu?
- Ist eine spätere Reduzierung der Stunden möglich, und wie wirkt sie auf die Umsatzbeteiligung?
- Fließt die Umsatzbeteiligung in Urlaub, Krankheit und Mutterschutz weiter?
Die Antworten gehören in den Vertrag. Checkliste und Muster stehen in Bewerbung als Assistenzzahnarzt und Arbeitsvertrag prüfen. Die Regeln der Vorbereitungszeit erklärt Die Assistenzzeit.
Quellen
- Bayerische Landeszahnärztekammer: Zahnärztestatistik, angestellte Zahnärzte in Bayern nach Geschlecht (Stand Ende 2025): 4.839 Angestellte, davon 3.350 Frauen; Reihe 2015 bis 2025
- BLZK: niedergelassene Zahnärzte in Bayern nach Geschlecht und zahnärztlich Tätige in Bayern nach Geschlecht (jeweils Stand Ende 2025): 7.216 Niedergelassene, davon 2.721 Frauen; 12.512 Tätige
- Bundeszahnärztekammer: Nachgezählt: 73.511 zahnärztlich Aktive, 43.663 niedergelassen, 29.848 angestellt (Stichtag auf der Seite nicht genannt; Abruf Oktober 2026)
- KZBV-Jahrbuch 2025: Arbeitszeit der Praxisinhaber 2023 (Tab. 5.31), Grundlage Zahnärzte-Praxis-Panel des Zi
- apoBank: Gehaltsstudie 2025, Angestellt in der ambulanten Zahnmedizin: Wochenstunden und Überstunden in Vollzeit, n = 324 (Befragung der Bank, keine amtliche Statistik)
- KZVB: Ihre Notdiensteinteilung (Abruf Oktober 2026): Teilnahmepflicht der Vertragszahnärzte und MVZ, Befreiung der Kieferorthopäden, Einteilung nach Radien seit 2026
- Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg: Notfalldienstordnung: Teilnahmepflicht (§ 2), Dienstzeiten, Behandlungszeiten, Erreichbarkeit (§ 5); Fassung mit Änderung vom 25.07.2026
- Gemeinsame Notfalldienstordnung Nordrhein (Abruf Oktober 2026): sprechstundenfreie Zeiten (§ 4), Angestellte über den Arbeitgeber und Vorbereitungsassistenten ausgenommen (§ 1), Befreiung ab 68 Jahren (§ 7)
- KZV Westfalen-Lippe: Notfalldienstordnung, Stand 11/2025: sprechstundenfreie Zeiten, Angestellte nur über den Arbeitgeber
- KZV Berlin: Zahnärztlicher Notdienst IV. Quartal 2026: zusätzliche Nachtdienste
- KZV Hamburg: Verpflichtung zur Teilnahme am Notdienst (Abruf Oktober 2026): Pflicht auch für angestellte Zahnärzte, Abenddienst 19 bis 1 Uhr
- Hamburger Zahnärzteblatt: Der Notdienst, ein Hamburger Vorzeigemodell mit Abnutzungserscheinungen: Befreiungen (Bericht der KZV, 2023)
- § 3 Bundesurlaubsgesetz: Mindesturlaub 24 Werktage
- Zahnärzte-ZV, § 32 und § 19a: Vertretung bei Krankheit, Urlaub und Fortbildung; Beschränkung des Versorgungsauftrags auf die Hälfte
- ZWP online: Dentale Gehaltsstudie 2025: Median 6.944 Euro brutto bei 40 Wochenstunden (Beitrag des Anbieters)
- zm-online: Burn-out bei Zahnärzten, Ausgabe 15/2024: 13,1 Prozent betroffen, 30,8 Prozent gefährdet (Erhebung der Autorengruppe um Jöhren), Vergleich mit 2012

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