Gehalt

Was verdient ein Zahnarzt?

RedaktionVon Redaktion6 Min. Lesezeit
Zahnarzt betrachtet am Schreibtisch eine Übersicht zu Gehalt und Einkommen – Was verdient ein Zahnarzt?

Angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte verdienen im Median 6.944 Euro brutto im Monat (Dentale Gehaltsstudie 2025, 40 Wochenstunden). In der Assistenzzeit sind es 3.750 Euro. Praxisinhaber kamen 2024 laut Destatis im Mittel auf 305.000 Euro Reinertrag je Praxis (Median 217.000 Euro). Dieser Praxisgewinn liegt vor Steuern und Vorsorge – er ist kein Gehalt, und die Tabelle trennt deshalb Monatsbrutto und Jahreswerte.

Zahnarzt-Gehalt im Überblick

Stufe Brutto pro Monat Pro Jahr Quelle, Stand
Vorbereitungsassistenz (Median) 3.750 € (1. Jahr 3.500 €, 2. Jahr 3.985 €) 45.000 € Dentale Gehaltsstudie 2025
Angestellt, direkt nach der Assistenzzeit (Median) 5.901 € 70.812 € Dentale Gehaltsstudie 2025
Angestellt, 2 bis 6 Jahre später (Median) 6.842 € 82.104 € Dentale Gehaltsstudie 2025
Angestellt, alle Stufen (Median; Quartile 5.714 € und 9.070 €) 6.944 € 83.328 € Dentale Gehaltsstudie 2025
Angestellt, mehr als 10 Jahre Erfahrung (Median) ca. 7.650 € ca. 91.800 € Dentale Gehaltsstudie 2025
Praxisinhaber, Einnahmen-Überschuss je Inhaber (Mittel; Median 180.300 €) 214.700 € KZBV-Jahrbuch 2025, Daten 2023
Praxis, Reinertrag je Praxis (Mittel; Median 217.000 €) 305.000 € Destatis, Daten 2024

Die Jahreswerte der Angestellten sind das Zwölffache des Monatsbruttos. Reinertrag und Einnahmen-Überschuss sind Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben, vor Steuern, Altersvorsorge und Versicherungen. Mehrere Inhaber können sich den Betrag einer Praxis teilen; mit einem Bruttogehalt ist er nicht vergleichbar.

Vom Assistenzgehalt (3.750 Euro) zum Median der Angestellten (6.944 Euro) steigt das Monatsbrutto um gut 85 Prozent. Der Gewinn eines Inhabers (214.700 Euro im Mittel) ist das 2,6-Fache des Angestelltenbruttos von 83.328 Euro, bevor Steuern und Vorsorge abgehen.

Netto-Beispiel: Was bleibt von 6.944 Euro?

Etwa 3.880 Euro im Monat. Die Rechnung gilt für Steuerklasse I ohne Kinder und ohne Kirchensteuer, bei gesetzlicher Krankenversicherung mit 2,9 Prozent Zusatzbeitrag und einem Beitrag zum Versorgungswerk statt zur gesetzlichen Rentenversicherung (Annahme: 9,3 Prozent vom Brutto). Die Lohnsteuer stammt aus dem Lohnsteuerrechner des Bundesfinanzministeriums für 2026.

Posten Euro pro Monat
Bruttogehalt (Median aller Angestellten) 6.944,00
Lohnsteuer (Solidaritätszuschlag fällt nicht an) −1.679,25
Krankenversicherung (8,75 % bis zur Bemessungsgrenze von 5.812,50 €) −508,59
Pflegeversicherung (2,4 % bis 5.812,50 €, kinderlos) −139,50
Arbeitslosenversicherung (1,3 %) −90,27
Versorgungswerk (Annahme 9,3 %) −645,79
Netto etwa 3.880

Der Beitrag zum Versorgungswerk richtet sich nach der Satzung der jeweiligen Kammer. Privat Versicherte zahlen andere Beiträge. Weil die Vorsorgeaufwendungen beim Lohnsteuerabzug nicht voll wirken, kann die Steuer in der Einkommensteuererklärung niedriger ausfallen. Mit 83.328 Euro Jahresbrutto liegt der Median über der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro (2026); Angestellte können sich dann privat versichern.

Angestellt: Festgehalt plus Umsatzbeteiligung

Die meisten Angestellten erhalten zusätzlich zum Fixum eine Umsatzbeteiligung: 62 Prozent laut Dentaler Gehaltsstudie 2025, 65 Prozent laut apoBank-Gehaltsstudie 2025. Beide Zahlen stammen aus verschiedenen Befragungen. An der Dentalen Gehaltsstudie nahmen knapp 3.000 Personen teil, darunter mehr als 1.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte; Herausgeber sind vier Unternehmen der Dentalbranche, darunter der Personalvermittler Deutscher Zahnarzt Service. Die apoBank ließ 324 angestellte Zahnärzte im DocCheck-Panel befragen (Januar bis Juni 2025). Quartile, Rechenbeispiel und Verhandlungspunkte stehen in Gehalt als angestellter Zahnarzt, die Assistenzzeit in Gehalt als Assistenzzahnarzt, das MVZ in Gehalt im Z-MVZ.

Die eigene Praxis

Wer sich niederlässt, trägt das unternehmerische Risiko und bezahlt Personal, Miete und Kredite aus den Einnahmen. Übrig bleibt der Reinertrag – und der schwankt stark: Die Hälfte der Praxisinhaber lag 2023 unter 180.300 Euro Einnahmen-Überschuss (KZBV). Wie diese Zahlen zustande kommen und was von ihnen netto bleibt, erklärt Umsatz, Kosten, Reinertrag. Das Einkommen nach Praxisform und Fachgebiet steht in Zahnarzt mit eigener Praxis: Einkommen und Netto.

Fachrichtung, Standort, Geschlecht

Kieferorthopäden verdienen als Angestellte laut Deutschem Zahnarzt Service im Median 10.128 Euro brutto im Monat, Oralchirurgen 9.306 Euro (Quartile 8.240 bis 12.125 Euro und 7.375 bis 10.655 Euro; Angaben des Mitherausgebers der Studie, Abruf Oktober 2026). Details in Gehalt als Kieferorthopäde und Gehalt als Oralchirurg. MKG-Chirurgen sind Fachärzte mit Doppelapprobation – der TV-Ärzte/VKA zahlt Fachärzten an kommunalen Kliniken 7.552 bis 9.699 Euro im Monat (Stand 1. Juni 2026). An Unikliniken beginnt die Stufe Ä1 bei 5.792,90 Euro, mehr dazu in Gehalt im öffentlichen Dienst und Gehalt als MKG-Chirurg.

Regional liegt der Median auf dem Land bei 7.200 Euro und in Städten bei 6.683 Euro; die Regionalwerte stehen in Zahnarzt-Gehalt nach Region. Zahnärztinnen und Zahnärzte beziehen laut den Herausgebern ein vergleichbares Grundgehalt, Männer erzielen aber durch höhere Umsätze ein höheres Gesamteinkommen. Die apoBank-Befragung kommt auf rund 9 Prozent weniger für Frauen bei Festgehalt und rund 20 Prozent weniger bei Umsatzbeteiligung; die Männer arbeiteten dort 2 bis 3 Wochenstunden länger. Zum Berufsalltag mit Kindern: Zahnärztin mit Familie. Gehälter im Ausland vergleicht Zahnarzt-Gehälter im internationalen Vergleich.

Wie lange dauert der Weg zum höheren Gehalt?

Das Studium dauert elf Semester Regelstudienzeit, danach folgen zwei Jahre Assistenzzeit. Die Stufe „mehr als zehn Jahre Berufserfahrung“ (7.650 Euro) liegt also frühestens gut 17 Jahre nach dem Studienbeginn; eine Fachzahnarzt-Weiterbildung (Überblick) oder die Niederlassung verlängern den Weg. Wie Du dahin kommst, steht in Wie wird man Zahnarzt?.

Quellen

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