Zahnärztinnen und Zahnärzte diagnostizieren und behandeln Erkrankungen von Zähnen, Zahnfleisch, Kiefer und Mundschleimhaut und beraten zur Vorbeugung. Sie füllen und überkronen Zähne, entfernen sie, wenn nötig, und planen Zahnersatz. Grundlage ist ein eigenes Studium mit eigenem Staatsexamen und eigener Approbation; ein Fachzahnarzt-Titel ist für die Praxis nicht nötig.
Was zeichnet die Arbeit als Zahnarzt aus?
Der Beruf verbindet medizinisches Wissen mit Handwerk. Ob eine Füllung dicht sitzt oder eine Krone exakt passt, entscheidet über den langfristigen Erhalt eines Zahns. Dazu kommt das Gespräch mit den Patienten – Zahnarztangst ist Teil des Alltags, und Erklären gehört zur Behandlung. Digitale Verfahren wie Intraoralscanner und CAD/CAM sind in vielen Praxen angekommen; im Studium zeigt das der Artikel Digitale Zahnmedizin im Studium.
Worin liegen die Aufgaben eines Zahnarztes?
| Bereich | Typische Aufgaben |
|---|---|
| Diagnostik | Untersuchung von Zähnen, Zahnfleisch und Mundschleimhaut, Auswertung von Röntgenbildern |
| Konservierende Zahnheilkunde | Füllungen, Wurzelbehandlungen, Versorgung von Zahnhartsubstanzdefekten |
| Prothetik | Planung und Eingliederung von Kronen, Brücken, Prothesen und Implantatversorgungen |
| Kleinere Chirurgie | Zahnentfernungen, einfache Weisheitszahnentfernungen, kleine Eingriffe am Zahnfleisch |
| Prophylaxe | Professionelle Zahnreinigung, Fluoridierung, Beratung zu Mundhygiene und Ernährung |
| Funktionsdiagnostik | Abklärung von Kiefergelenkbeschwerden und Zähneknirschen (Bruxismus) |
| Notfälle | Akute Schmerzbehandlung, Versorgung nach Zahnunfällen |
Bei komplexeren Fällen überweist der Zahnarzt: verlagerte Weisheitszähne gehen zum Oralchirurgen, Fehlstellungen zum Kieferorthopäden, Tumoren im Mund-Kiefer-Bereich zum MKG-Chirurgen. Der MKG-Chirurg hat dagegen Human- und Zahnmedizin studiert und ist Facharzt (MKG-Chirurg werden). Zahnmedizin und Humanmedizin sind getrennte Studiengänge mit eigenen Prüfungen und eigener Approbation.
Wo arbeiten Zahnärzte?
Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zählte zum 31.12.2024 insgesamt 103.998 Zahnärztinnen und Zahnärzte, davon 73.511 zahnärztlich aktiv. Von diesen waren 43.663 in eigener Praxis niedergelassen und 29.848 angestellt, in Praxen, Medizinischen Versorgungszentren (Z-MVZ) oder anderen Einrichtungen. Die niedergelassene Zahnärzteschaft war im Schnitt 53,6 Jahre alt; 8,4 Prozent von ihnen waren älter als 66. Zahlen zum Stichtag 31.12.2025 stehen bei der BZÄK im Oktober 2026 noch nicht. Was die Wahl zwischen Anstellung und eigener Praxis bedeutet, steht in Angestellt oder selbstständig.
Außerhalb der Praxis arbeiten Zahnärzte an Universitätskliniken (Lehre, Forschung, komplexe Überweisungsfälle), im öffentlichen Gesundheitsdienst (Gruppenprophylaxe an Schulen und Kitas, siehe Zahnarzt im Gesundheitsamt) und als Sanitätsoffiziere bei der Bundeswehr (Zahnarzt bei der Bundeswehr). Hinzu kommen ungewöhnliche Arbeitsorte und die forensische Zahnmedizin, in der Zahnärzte als Sachverständige für Polizei und Gerichte tätig sind.
Wie sieht die Arbeitswoche aus?
Praxisinhaber arbeiteten 2023 im Durchschnitt 44,0 Stunden pro Woche. Am Behandlungsstuhl verbrachten sie davon 32,5 Stunden; die übrige Zeit ging in Verwaltung und Sonstiges.
| Anteil der Arbeitswoche (Praxisinhaber, 2023) | Stunden pro Woche |
|---|---|
| Behandlung | 32,5 |
| Praxisverwaltung | 8,5 |
| Sonstiges (Fortbildung, Labor, Berufspolitik) | 3,0 |
| Gesamt | 44,0 |
Das sind Mittelwerte des Zahnärzte-Praxis-Panels des Zi, ausgewertet im KZBV-Jahrbuch 2025; Angestellte sind darin nicht erfasst. Die Verwaltung nimmt demnach 19 Prozent der Zeit ein. Gearbeitet wird im Team – eine durchschnittliche Praxis beschäftigte 2023 insgesamt 8,13 Personen, darunter 5,13 Zahnmedizinische Fachangestellte einschließlich ZMF, ZMP, ZMV und Dentalhygienikerinnen. Wer was übernimmt, beschreiben Was macht eine ZFA?, Was macht eine Dentalhygienikerin? und Was macht ein Zahntechniker?. Einen Beispieltag, Notdienst und Unterschiede zwischen den Arbeitsformen behandelt der Artikel Der Berufsalltag als Zahnarzt.
Wie wird man Zahnarzt?
Der Weg beginnt mit dem Zahnmedizinstudium nach der Approbationsordnung für Zahnärzte und Zahnärztinnen (ZApprO), die für den Studienbeginn ab dem Wintersemester 2021/22 gilt. Die Regelstudienzeit beträgt fünf Jahre und sechs Monate, also elf Semester; Absolventen des Jahres 2024 brauchten im Mittel 11,55 Semester (BZÄK). Der Zugang ist der schwierigere Teil – auf einen Studienplatz bewarben sich im Wintersemester 2024/25 10.954 Personen, angefangen haben 1.526 (Stiftung für Hochschulzulassung, laut BZÄK). Wie die Plätze vergeben werden, erklären NC Zahnmedizin und TMS für Zahnmedizin. Die Dauer im Detail steht in Wie lange dauert das Zahnmedizinstudium?.
Nach der Approbation sind zwei Jahre Vorbereitungszeit nötig, wenn Du Kassenpatienten abrechnen willst. Sie sind Voraussetzung für die Eintragung ins Zahnarztregister und damit für die vertragszahnärztliche Zulassung (§ 3 Zahnärzte-ZV). Für eine reine Privatpraxis oder eine Anstellung ohne Abrechnung über die Kassenzahnärztliche Vereinigung gilt die Pflicht nicht. Ablauf, Genehmigung und Teilzeit beschreibt Die Assistenzzeit; den gesamten Weg zeigt Wie wird man Zahnarzt?.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Ein approbierter Zahnarzt darf das gesamte Spektrum der Zahnheilkunde ausüben. Bundesweit verbreitet sind drei Fachzahnarzt-Titel: Kieferorthopädie, Oralchirurgie und öffentliches Gesundheitswesen. Regional kommen die Parodontologie (Westfalen-Lippe, Rheinland-Pfalz) und die Allgemeine Zahnheilkunde (Brandenburg) hinzu; alle Weiterbildungen führt Fachzahnarzt werden auf. Für Implantologie, Endodontologie oder Kinderzahnheilkunde gibt es keinen Fachzahnarzt-Titel, sondern Curricula und Tätigkeitsschwerpunkte; was Du dafür führen darfst, regelt Tätigkeitsschwerpunkt oder Fachzahnarzt. Der Doktortitel ist davon getrennt (Promotion in der Zahnmedizin).
Wie viel verdient ein Zahnarzt?
Angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte verdienen im Median 6.944 Euro brutto im Monat bei 40 Wochenstunden, Vorbereitungsassistenten 3.750 Euro (Dentale Gehaltsstudie 2025, Details in Gehalt als angestellter Zahnarzt). Zahnarztpraxen erzielten 2024 laut Statistischem Bundesamt einen Reinertrag von im Mittel 305.000 Euro (Median 217.000 Euro). Das ist der Überschuss der Praxis vor Steuern und Altersvorsorge. Manche Praxen haben mehrere Inhaber, der Wert pro Kopf liegt dann niedriger (Reinertrag erklärt). Eine Aufschlüsselung nach Karrierestufen gibt Was verdient ein Zahnarzt?.
Für wen passt der Beruf?
Der Beruf passt zu Dir, wenn Du gern präzise mit den Händen arbeitest, Patienten erklären und beruhigen kannst und eine Arbeitswoche mit hohem Verwaltungsanteil akzeptierst. Das Studium dauert elf Semester und enthält viele praktische Kurse; danach stehen Anstellung, eigene Praxis und Spezialisierung offen.
Quellen
- Bundeszahnärztekammer: Nachgezählt: 103.998 Zahnärztinnen und Zahnärzte, 73.511 aktiv, davon 43.663 niedergelassen und 29.848 angestellt; Durchschnittsalter niedergelassener Zahnärzte 53,6 Jahre, 8,4 Prozent älter als 66 (31.12.2024); 10.954 Bewerbungen und 1.526 Studienanfänger im Wintersemester 2024/25; durchschnittliche Studiendauer 11,55 Semester (Absolventen 2024); Stand der Seite im Oktober 2026 weiterhin 31.12.2024
- KZBV-Jahrbuch 2025: Arbeitszeiten je Praxisinhaber 2023 (44,0 Stunden pro Woche, davon 32,5 Behandlung, 8,5 Verwaltung, 3,0 Sonstiges; Tab. 5.31) und Beschäftigte je Praxis (8,13, davon 5,13 ZFA einschließlich ZMF, ZMP, ZMV und DH; Tab. 5.37), Grundlage Zahnärzte-Praxis-Panel des Zi
- Approbationsordnung für Zahnärzte (ZApprO), § 2: Studium der Zahnmedizin, Gliederung der Zahnärztlichen Prüfung, Regelstudienzeit von fünf Jahren und sechs Monaten
- Zahnheilkundegesetz (ZHG), § 1: Approbation als Zahnarzt und Ausübung der Zahnheilkunde
- Zulassungsverordnung für Vertragszahnärzte (Zahnärzte-ZV), § 3: mindestens zweijährige Vorbereitungszeit als Voraussetzung für die Eintragung ins Zahnarztregister (Abs. 2)
- IWW: Gehälter in deutschen Zahnarztpraxen (Dentale Gehaltsstudie 2025): Median der Vorbereitungsassistenten (3.750 Euro), alle Gehälter bei 40 Wochenstunden; Fachbeitrag eines Verlags, die Studie stammt von Anbietern aus der Dentalbranche
- ZWP online: Dentale Gehaltsstudie: Median angestellter Zahnärzte von 6.944 Euro brutto monatlich bei 40 Wochenstunden (Mitteilung der Studienanbieter)
- zm-online: Spezialisten für besondere Fälle: Fachzahnarzt für Parodontologie in Westfalen-Lippe und seit 2024 in Rheinland-Pfalz
- Statistisches Bundesamt: Arztpraxen 2024: Einnahmen, Aufwendungen und Reinertrag je Zahnarztpraxis im Jahr 2024 (Reinertrag im Mittel 305.000 Euro, Median 217.000 Euro)

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