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Braucht man handwerkliches Geschick für Zahnmedizin?

RedaktionVon Redaktion3 Min. Lesezeit
Nahaufnahme ruhiger Hände bei einer feinmotorischen Übung – Braucht man handwerkliches Geschick für Zahnmedizin?

„Ich war schon in der Schule handwerklich eine Katastrophe, kann ich trotzdem Zahnmedizin studieren?“ Die kurze Antwort: Ja. Handwerkliches Geschick wird im Studium in Kursen aufgebaut und geprüft – ein Vorwissen setzt die ZApprO nicht voraus. Wo und wie, zeigt die Tabelle.

Was konkret bewertet wird

Kurs Aufgabe Wann
TPK (Dentale Technologie, Anlage 1 Nr. 10) Wachs, Gips, Zahnmodellation; Marburg verlangt 16 bis 20 testierte Arbeiten, darunter Zahnmodellationen und die Präparation von 2 bis 6 Zähnen, dazu eine praktische Prüfung je nach Uni im 1. bis 4. Semester
Phantomkurs (Anlage 2) Präparation und Füllungen am Phantomkopf; Marburg: 13 bis 22 testierte Arbeiten in der Prothetik, 5 in der Zahnerhaltung, jeweils mit praktischer Prüfung nach dem Z1, meist 5. und 6. Semester
Z2, praktisches Prüfungselement (§ 47 ZApprO) Prothetik vier Tage in drei standardisierten Ausbildungssituationen (in der Regel festsitzend, abnehmbar, provisorisch); Zahnerhaltung vier Tage; Kieferorthopädie ein Tag mit einem präventionsorientierten Behandlungsgerät; Oralchirurgie ein halber Tag mit Lokalanästhesie, Extraktion, Schnittführung und Naht frühestens Ende 6. Semester, siehe Z2
Z3, mündlich-praktischer Teil (§ 63 ZApprO) praktisches und mündliches Prüfungselement in sieben Fächern bzw. Fächergruppen am Ende des Studiums

Stand: ZApprO in der Fassung vom 21.11.2024, Marburger Studienordnung 2023, Oktober 2026. Zu Zeitdruck, Beobachtung durch Dozierende und Bewertung im Phantomkurs steht alles Weitere im Artikel zum Phantomkurs. Wie Studierende zusätzlich aneinander üben, erklärt der Artikel über die Übungen am Kommilitonen.

Training: drei Vorschläge

Die folgenden Vorschläge sind Empfehlungen, keine Studienergebnisse.

  1. Offene Übungszeiten im Kursraum nutzen, soweit Fachschaft oder Institut sie anbieten; an Terminen außerhalb der Pflichtzeit lassen sich Wachsaufbau und Gipsmodelle wiederholen.
  2. Zahnformen zeichnen oder modellieren, in kurzen Einheiten über das Semester verteilt. Ziel ist das Gefühl für Kauflächen und Kronenformen, das der TPK in Marburg etwa mit 2 bis 8 Zahnmodellationen verlangt.
  3. Den eigenen Stand nach vier Wochen am Referenzmodell prüfen. In Marburg gelten ein Demonstrationsmodell und Fotos von Referenzarbeiten als Maßstab; Dozierende oder Assistierende geben Hinweise, wenn Du gezielt fragst.

Und wenn es nicht klappt?

Praktika dürfen wiederholt werden, die Regeln legt jede Uni fest. Marburg lässt Studienleistungen in der Regel einmal und Prüfungsleistungen dreimal wiederholen (§ 20 der Studienordnung), Mainz zweimal (§ 26), Frankfurt die praktische Prüfung in den Praktika der Propädeutik einmal (§ 23 Abs. 2) und dann die ganze Einheit noch einmal. Fehlt ein Schein der Anlage 1, bekommst Du keine Zulassung zum Z1 (§ 20 Abs. 1 ZApprO) – und der Phantomkurs ist erst nach bestandenem Z1 möglich (§ 5 Abs. 3). Den Z1 selbst darfst Du in jeder Fächergruppe zweimal wiederholen (§ 38 Abs. 1). Wenn Dir die praktische Arbeit schwerfällt, sprich früh mit der Kursleitung oder der Studienberatung.

Körperliche Voraussetzungen und Hilfsmittel

Die ZApprO regelt einen Nachteilsausgleich: Studierende mit einer Behinderung oder Beeinträchtigung, die sich leistungsmindernd auswirkt, können ihn beantragen, spätestens mit dem Antrag auf Zulassung zum jeweiligen Prüfungsabschnitt; die fachlichen Anforderungen bleiben unverändert (§ 22). Eine Lupenbrille führt die Frankfurter Materialliste als fakultativ (2,5-fache Vergrößerung). Bei einer Latexallergie verlangt die DGZMK-Stellungnahme von 1999 allergenfreie Handschuhe; welche Handschuhe Deine Uni bereitstellt, klärt das Institut. Zu Linkshändern und Tremor nennen die ausgewerteten Studienordnungen nichts, frag vor Studienbeginn bei der Fakultät.

Quellen

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