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Gehalt als Professor für Zahnmedizin: W1 bis W3

RedaktionVon Redaktion7 Min. Lesezeit
Schriftbild: Was verdient man als Professor für Zahnmedizin – Gehalt in der Zahnmedizin

Das Grundgehalt einer W-3-Professur liegt je nach Bundesland zwischen 7.247 und 8.668 Euro brutto im Monat. Bei W 2 sind es 6.030 bis 7.661 Euro, bei der Juniorprofessur W 1 5.299 bis 6.129 Euro (Besoldungsstand April 2026). Dazu kommen Leistungsbezüge, die bei jeder Berufung verhandelt werden; als grober Richtwert gelten bei W 3 rund 1.600 Euro. Das Grundgehalt ist in allen Fächern gleich. Wer eine Abteilung der Zahnklinik leitet, kann zusätzlich Erlösanteile aus der Patientenbehandlung erhalten – Zahlen dazu veröffentlicht niemand.

Grundgehalt nach Bundesland

Seit der Föderalismusreform setzt jedes Bundesland die Besoldung der Besoldungsordnung W selbst fest. W 1 ist die Juniorprofessur, W 2 und W 3 sind die regulären Professuren.

Bundesland W 1 W 2 (Stufe 1) W 3 (Stufe 1)
Baden-Württemberg 6.129 7.661 8.668
Bayern 5.539 6.824 8.039
Berlin 5.662 7.388 8.427
Brandenburg 5.446 7.115 8.407
Bremen 5.322 6.030 7.247
Hamburg 5.362 6.071 7.290
Hessen 5.566 6.988 7.748
Mecklenburg-Vorpommern 5.441 6.921 8.032
Niedersachsen 5.528 7.109 7.714
Nordrhein-Westfalen 5.591 7.289 8.028
Rheinland-Pfalz 5.603 6.777 7.662
Saarland 5.299 6.733 7.809
Sachsen 5.725 7.018 7.906
Sachsen-Anhalt 5.542 7.223 7.994
Schleswig-Holstein 5.363 6.965 7.859
Thüringen 5.453 7.001 7.892

Monatsgrundgehalt brutto in Euro, gerundet; Besoldungsstand April 2026 (Deutscher Hochschulverband, Baden-Württemberg gegengeprüft am Landesamt für Besoldung und Versorgung); in Berlin kommen zur W 1 noch 330 Euro Zulage hinzu. Einzelne Länder passen ihre Tabellen unterjährig an, maßgeblich ist die aktuelle Besoldungstabelle des Landes.

Zwischen Baden-Württemberg und Bremen liegen bei W 3 rund 1.420 Euro. Der Abstand schrumpft, weil Bremen und Hamburg auf W 2 und W 3 einen Grundleistungsbezug von monatlich 827,55 Euro (Bremen) und 826,17 Euro (Hamburg) zahlen. Mit ihm kommt eine W-3-Stelle in Bremen auf 8.074,70 Euro, also rund 590 Euro weniger als in Baden-Württemberg. Bund, Bayern, Hessen und Sachsen staffeln W 2 und W 3 außerdem nach Erfahrungsstufen. In Bayern steigt W 3 nach fünf und weiteren sieben Jahren von 8.039 auf 8.646 Euro. In Hessen sind es 7.748 bis 8.959 Euro, in Sachsen 7.906 bis 9.418 Euro.

Der Hochschulverband hat Stufen und Grundleistungsbezüge in sein Ranking vom Dezember 2025 eingerechnet. Danach reicht W 3 von 7.503 Euro in Niedersachsen bis 8.551 Euro in Sachsen; die Differenz beträgt 1.048 Euro. Die Werte liegen vor der Erhöhung von Baden-Württemberg um 2,82 Prozent zum 1. April 2026 und sind mit der Tabelle oben nicht direkt vergleichbar.

Leistungsbezüge

Neben dem Grundgehalt vergibt eine Hochschule in W 2 und W 3 variable Leistungsbezüge (§ 33 Bundesbesoldungsgesetz, für Landesprofessuren gelten Landesgesetze). Es gibt sie in drei Formen:

  1. Berufungs- und Bleibeleistungsbezüge, die bei der Berufung oder einer Bleibeverhandlung vereinbart werden.
  2. Leistungsbezüge für besondere Leistungen in Forschung, Lehre, Weiterbildung und Nachwuchsförderung.
  3. Leistungsbezüge für Funktionen in der Hochschulselbstverwaltung oder der Hochschulleitung, solange die Aufgabe dauert.

Eine amtliche Statistik zur Höhe gibt es nicht, jede Berufung wird einzeln verhandelt. Der Hochschulverband nennt als groben Richtwert rund 850 Euro (W 2) und rund 1.600 Euro (W 3) im Monat. Das ist eine Verbandsangabe ohne amtliche Fundstelle (Wiedergabe durch das Portal wissenschaftsstellen.de). Manche Professoren beziehen nur das Grundgehalt, andere mehr als 3.000 Euro.

Tatsächlich gezahlt wurden im Juni 2022 im Durchschnitt aller Fächer 7.400 Euro (W 2) und 9.530 Euro (W 3) brutto im Monat, jeweils mit Leistungsbezügen und weiteren Bestandteilen. Das Portal gibt damit eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts für den Hochschulverband wieder (Forschung & Lehre 11/2023).

Für die Pension zählen Leistungsbezüge nur eingeschränkt. Im Bundesrecht sind unbefristete Berufungs- und Leistungsbezüge bis zu 22 Prozent des Grundgehalts ruhegehaltfähig, wenn sie mindestens zwei Jahre bezogen wurden (§ 33 Abs. 3 BBesG); die Länder haben eigene Regeln.

Klinische Leitung und Erlösanteile

Wer an einer Universitätszahnklinik eine Abteilung leitet, behandelt auch Patienten. Ob daraus Einkommen neben der Besoldung entsteht, regeln das Landesrecht und der Dienstvertrag. In Bayern gibt es zum Beispiel Abteilungsleiter, die aufgrund einer genehmigten Nebentätigkeit zur Privatbehandlung berechtigt sind (Liquidationsberechtigte); sie müssen ärztliche Mitarbeiter an den Vergütungen angemessen beteiligen (Art. 56 Abs. 2 Bayerisches Hochschulinnovationsgesetz). Beträge nennt das Gesetz nicht. Eine Statistik gibt es auch nicht. Planen lassen sich deshalb nur zwei Dinge – Grundgehalt und vereinbarte Leistungsbezüge.

Rechenbeispiel und Vergleich

Beispiel: W 3 in Baden-Württemberg (eine Stufe) hat 8.667,56 Euro Grundgehalt. Mit der Annahme von 1.600 Euro Leistungsbezügen, dem Richtwert des Hochschulverbands, sind das 10.267,56 Euro brutto im Monat, rund 123.200 Euro im Jahr, ohne Sonderzahlungen und Zuschläge. Die Tabelle stellt das neben die Gehälter, die Zahnärzte auf dem Weg dorthin und in der Praxis erhalten.

Position Brutto im Monat Stand und Quelle
Angestellter Zahnarzt in der Praxis (Median) 6.944 Euro Dentale Gehaltsstudie 2025
Zahnarzt an der Uniklinik, Ä 1 5.792,90 bis 7.436,05 Euro TV-Ärzte (TdL), 1. April 2026 bis 31. August 2027
Oberarzt an der Uniklinik, Ä 3 9.576,69 bis 11.265,33 Euro TV-Ärzte (TdL), 1. April 2026 bis 31. August 2027
Juniorprofessur W 1 5.299 bis 6.129 Euro DHV, April 2026
W 2, Stufe 1 6.030 bis 7.661 Euro DHV, April 2026
W 3, Stufe 1 7.247 bis 8.668 Euro DHV, April 2026
Rechenbeispiel W 3 in Baden-Württemberg mit Leistungsbezügen 10.268 Euro eigene Rechnung, Annahme 1.600 Euro

Das Beispiel liegt rund 3.320 Euro im Monat über dem Median angestellter Zahnärzte in der Praxis (6.944 Euro, Gehalt als angestellter Zahnarzt). Ein Oberarzt der Uniklinik kommt tariflich auf 10.139,57 Euro ab dem vierten und auf 10.944,77 Euro ab dem siebten Jahr in Ä 3. Nach einigen Jahren liegt er damit auf dem Niveau der Professur im Beispiel – oder darüber. Der TV-Ärzte gilt nach § 1 auch für Zahnärztinnen und Zahnärzte, die überwiegend Patienten versorgen. Oberarzt ist nach § 12, wem die medizinische Verantwortung für einen Teil- oder Funktionsbereich der Klinik übertragen wurde. Alle Stufen stehen in Gehalt im öffentlichen Dienst. Die Fachärzte-Tarife der kommunalen Kliniken zeigt Gehalt als MKG-Chirurg, den Hub mit allen Wegen Was verdient ein Zahnarzt?. Die eigene Praxis behandelt Zahnarzt mit eigener Praxis: Einkommen und Netto.

Der Weg zur Professur

Am Anfang stehen Promotion und eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Zahnklinik, danach Habilitation oder eine Juniorprofessur mit Tenure-Track, am Ende die Berufung auf eine W-2- oder W-3-Stelle. Die Stationen beschreibt Die Uni-Karriere: Forschung und Lehre, die Doktorarbeit Promotion in der Zahnmedizin.

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