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Zahnarzt oder Arzt: Wer verdient mehr? Gehaltsvergleich 2026

RedaktionVon Redaktion7 Min. Lesezeit
Zahnarzt und Arzt im direkten Vergleich – Zahnarzt oder Arzt – wer verdient mehr?

Beim Einstieg verdienen Ärzte deutlich mehr als Zahnärzte – später rücken die Werte zusammen. Ein Assistenzarzt erhält im ersten Jahr nach dem Tarifvertrag TV-Ärzte/VKA 5.722 Euro brutto im Monat, ein Vorbereitungsassistent in der Zahnmedizin im Median 3.750 Euro. Die Praxen liegen näher beieinander: 2024 erzielten Arztpraxen im Mittel 338.000 Euro Reinertrag je Praxis, Zahnarztpraxen 305.000 Euro, beide vor Steuern. Wer zwischen Zahnmedizin und Humanmedizin schwankt, findet hier die Zahlen mit Quelle und Stand.

Der Vergleich auf einen Blick

Stufe Arzt Zahnarzt
Einstieg 5.722 € (Assistenzarzt, Entgeltgruppe I, Stufe 1) 3.750 € (Vorbereitungsassistent, Median)
nach zwei Jahren 6.278 € (Entgeltgruppe I, Stufe 3) 5.901 € (angestellt direkt nach der Assistenzzeit, Median)
erfahrener Angestellter 7.552 € bis 9.699 € (Facharzt, Entgeltgruppe II, Stufen 1 bis 6) 6.944 € (alle angestellten Zahnärzte, Median); etwa 7.650 € bei mehr als zehn Jahren Erfahrung
Praxis, Reinertrag je Praxis 2024 338.000 € (Mittel), 232.000 € (Median) 305.000 € (Mittel), 217.000 € (Median)

Monatsbrutto bei 40 Wochenstunden. Ärzte laut TV-Ärzte/VKA, Tabelle ab 1. Juni 2026 (Marburger Bund). Zahnärzte laut Dentaler Gehaltsstudie 2025 (IWW, ZP 03/2026). Praxen laut Destatis, Stand 23.07.2026, Arztpraxen einschließlich fachübergreifender BAG und MVZ, Zahnarztpraxen einschließlich BAG und MVZ.

Die Spalten messen nicht dasselbe. Der Ärztetarif gilt für Klinikärzte an kommunalen Häusern und enthält keine Zuschläge für Dienste. Die Zahnarzt-Mediane stammen aus einer Befragung, schließen Sonderzahlungen ein und stehen für Praxen und MVZ zusammen; die Studie geben vier Unternehmen der Dentalbranche heraus, darunter ein Personalvermittler. Einen Median für alle angestellten Humanmediziner liefern die geprüften Quellen nicht.

Der Einstieg: Vorbereitungszeit gegen Assistenzarzt

Wer später als Vertragszahnarzt zugelassen sein will, braucht zwei Jahre Vorbereitungszeit (§ 3 Abs. 2 Zahnärzte-ZV); sie läuft in der Regel als Vorbereitungsassistenz, im ersten Jahr zu 3.500, im zweiten zu 3.985 Euro (Median). Die Lücke zum Assistenzarzt beträgt im ersten Jahr rund 2.200 Euro im Monat.

Ein Rechenbeispiel für die ersten drei Berufsjahre, brutto und in Vollzeit, ohne Dienste und Zuschläge: Der Arzt kommt nach den Tarifstufen 1 bis 3 auf 68.665, 72.557 und 75.337 Euro, zusammen 216.558 Euro. Der Zahnarzt erreicht mit 3.500, 3.985 und 5.901 Euro im Monat 42.000, 47.820 und 70.812 Euro, zusammen 160.632 Euro. Die Differenz beträgt rund 55.900 Euro. Im dritten Jahr ist der Abstand klein – 5.901 Euro stehen 6.278 Euro gegenüber.

Die Vorbereitungszeit gilt für die Eintragung ins Zahnarztregister und damit für die Abrechnung mit den Kassen. In einer reinen Privatpraxis ist sie keine Voraussetzung, einen eigenen Median für diese Gruppe nennt die Studie aber nicht.

Facharzt und Fachzahnarzt

Ein Facharzt verdient nach TV-Ärzte/VKA 7.552 bis 9.699 Euro im Monat. Die Stufen steigen nach drei, sechs, acht, zehn und zwölf Jahren fachärztlicher Tätigkeit. Die Mindestweiterbildungszeit beträgt laut Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer (Stand 03.07.2026) je nach Gebiet 60 Monate, etwa in Allgemeinmedizin, Augenheilkunde und Radiologie, oder 72 Monate, etwa in Allgemeinchirurgie sowie Orthopädie und Unfallchirurgie. Verbindlich sind die Ordnungen der Landesärztekammern.

Der Median aller angestellten Zahnärzte liegt mit 6.944 Euro unter dem Einstiegswert dieser Tarifspanne (7.552 Euro). Zahnärzte mit Fachzahnarzt-Titel finden Wege und Dauer in Fachzahnarzt werden, Gehälter in Gehalt als Kieferorthopäde und Gehalt als Oralchirurg.

Wer verdient in der eigenen Praxis mehr?

Der Reinertrag ist das Ergebnis der gesamten Praxis vor Steuern und vor der Vorsorge der Inhaber, kein Gehalt. Gleich gegen gleich verglichen, lagen Arztpraxen (einschließlich fachübergreifender BAG und MVZ) 2024 bei 338.000 Euro im Mittel und 232.000 Euro im Median. Zahnarztpraxen (einschließlich BAG und MVZ) kamen auf 305.000 und 217.000 Euro. Der Abstand beträgt im Mittel 33.000 Euro. Innerhalb der Humanmedizin streuen die Fachgruppen stark.

Praxis, Reinertrag 2024 Euro je Praxis tätige Personen
Zahnarztpraxen insgesamt 305.000 € 10,2
davon allgemeine Stomatologie 278.000 € 9,8
Arztpraxen insgesamt 338.000 € 9,9
Allgemeinmedizin 273.000 € 7,9
Frauenheilkunde und Geburtshilfe 241.000 € 7,0
Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie 242.000 € 5,5
Kinder- und Jugendmedizin 292.000 € 9,0
Chirurgie, MKG-Chirurgie, Neurochirurgie 325.000 € 7,5
Innere Medizin 341.000 € 9,5
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde 340.000 € 8,1
Haut- und Geschlechtskrankheiten 339.000 € 8,7
Orthopädie und Unfallchirurgie 360.000 € 9,1
Urologie 413.000 € 8,6
Augenheilkunde 547.000 € 11,4
Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie 1.287.000 € 26,9

Quelle: Destatis, Stand 23.07.2026. Die Fachgruppen der Ärzte gelten ohne fachübergreifende BAG und MVZ; die Werte sind je Praxis, nicht je Inhaber, und die Personenzahl unterscheidet sich stark.

Eine Hausarztpraxis erzielt danach weniger als die durchschnittliche Zahnarztpraxis, eine Augenarztpraxis fast das Doppelte, eine Radiologiepraxis ein Vielfaches. Zu den Fachgebieten der Zahnmedizin trennt Destatis nur eine Sammelgruppe aus Kieferorthopädie, Oralchirurgie und sonstigen Fachgebieten ab, die Reinertrag Zahnarztpraxis einordnet. Die KZBV schreibt im Jahrbuch 2025 unter Verweis auf eine Destatis-Analyse, die zahnärztlichen Einkommen lägen 2023 im Mittelfeld der Facharztgruppen. Alle Stufen des Zahnarztgehalts zeigt Was verdient ein Zahnarzt?.

Bei der Niederlassung gelten unterschiedliche Regeln. Für Ärzte ordnen die Landesausschüsse bei Überversorgung Zulassungsbeschränkungen an (§ 103 Abs. 1 SGB V), für Zahnärzte gilt das nicht (Abs. 8). Privatleistungen rechnen Ärzte nach der GOÄ und Zahnärzte nach der GOZ ab (jeweils § 1).

MKG-Chirurg: Arzttarif für Zahnärzte mit Doppelapprobation

Der MKG-Chirurg ist Facharzt und wird in der Klinik nach TV-Ärzte/VKA bezahlt: 7.552 bis 9.699 Euro als Facharzt, 9.460 bis 10.811 Euro als Oberarzt (Stand 1. Juni 2026). Der Unterschied zum Zahnarzt-Gehalt kommt aus dem Tarif. Weg, Dauer und Gehalt stehen in MKG-Chirurg werden und Gehalt als MKG-Chirurg.

Was der Vergleich nicht zeigt

Die Studienzeit beträgt in der Humanmedizin sechs Jahre und drei Monate (§ 1 ÄApprO), in der Zahnmedizin fünf Jahre und sechs Monate (§ 2 ZApprO) – ein Unterschied von neun Monaten. Die regelmäßige Arbeitszeit eines Klinikarztes liegt bei 40 Wochenstunden (§ 7 TV-Ärzte/VKA), dazu kommen Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft und Schichtarbeit nach dem Tarifvertrag. Angestellte Zahnärzte rechnet die Gehaltsstudie mit 40 Stunden, Praxisinhaber arbeiteten 2023 im Schnitt 44,0 Stunden pro Woche (KZBV). Fachliche Unterschiede, Alltag und Planbarkeit beider Berufe behandelt Zahnmedizin oder Humanmedizin?.

Quellen

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