Was macht ein...?

Was macht ein Parodontologe?

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Parodontologe untersucht das Zahnfleisch einer Patientin auf Anzeichen einer Parodontitis – Was macht ein Parodontologe?

Parodontologen behandeln Erkrankungen des Zahnhalteapparats: Zahnfleisch, Wurzelzement, Wurzelhaut und Kieferknochen. Im Mittelpunkt steht die Parodontitis, eine bakteriell verursachte Entzündung, die unbehandelt zu Knochenabbau und Zahnverlust führt. Einen Fachzahnarzt-Titel gibt es nur in Westfalen-Lippe (seit 1983) und Rheinland-Pfalz (seit 2024); überall sonst läuft die Spezialisierung über Fortbildung (Fachzahnarzt Parodontologie).

Wie häufig die Erkrankung ist, zeigt die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6, IDZ 2025). Danach haben 17,5 Prozent der 35- bis 44-Jährigen und 52,7 Prozent der 65- bis 74-Jährigen eine schwere Parodontitis (Stadium III oder IV). Insgesamt leiden rund 14 Millionen Menschen in Deutschland an einer schweren Parodontalerkrankung. Die GKV-Zahnärzte begannen 2024 rund 932.000 Parodontitis-Neubehandlungen (KZBV-Jahrbuch 2025).

Wie läuft eine Parodontitis-Behandlung ab?

Für gesetzlich Versicherte regelt die PAR-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) die systematische Behandlung. Die Krankenkasse muss sie vorab genehmigen; die Praxis stellt den Antrag.

  1. Befund. Der Zahnarzt bestimmt Stadium und Schweregrad (Grading) und fragt nach Risikofaktoren wie Diabetes mellitus und Rauchen. Bei Bedarf folgt ein Aufklärungs- und Therapiegespräch.
  2. Antiinfektiöse Therapie. In den tiefen Zahnfleischtaschen werden alle erreichbaren weichen und harten Beläge entfernt, dazu kommt die Anleitung zur Mundhygiene. Bei besonders schweren Verläufen kann ein Antibiotikum angezeigt sein.
  3. Befundevaluation und Chirurgie. Danach prüft der Zahnarzt, ob einzelne Zähne noch chirurgisch behandelt werden müssen.
  4. Unterstützende Parodontitistherapie (UPT). Sie beginnt drei bis sechs Monate nach der Therapie, dauert zwei Jahre und umfasst unter anderem Zahnreinigung und Befundkontrolle. Je nach Schweregrad liegen mindestens drei, fünf oder zehn Monate zwischen den Terminen.

2024 wurden 59 Prozent der neuen Fälle dem Grad B zugeordnet, 37 Prozent dem Grad C und 4 Prozent dem Grad A. Auf die UPT entfielen 61 Prozent des abgerechneten Punktevolumens (KZBV-Jahrbuch 2025) – die Nachsorge ist der größte Posten. Wer die Nachsorge im Praxisteam übernimmt, beschreibt Was macht eine Dentalhygienikerin?

Worin liegen die Aufgaben eines Parodontologen?

Die Weiterbildungsordnung der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe zählt zum Gebiet Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Erkrankungen parodontaler und periimplantärer Gewebe. Dazu kommen die primäre Implantatversorgung, die mukogingivale und plastische Parodontalchirurgie und die Perioprothetik. Der OP-Katalog nennt die Mindestzahlen:

Bereich Mindestzahl im Katalog (Westfalen-Lippe)
Systematische Parodontitistherapie (selbstständig) 90 Patienten
Parodontalchirurgie (Lappenoperationen, Osteoplastik u. a.) 100 Sextanten
Regenerative Parodontalchirurgie 5 Zähne
Mukogingivale und plastische Parodontalchirurgie (Rezessionsdeckung) 5 Sextanten
Unterstützende Parodontitistherapie 200 Behandlungen
Behandlung von Risikopatienten (z. B. Diabetiker, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) 20 Patienten
Enossale Implantationen 8 Implantate
Periimplantäre Erkrankungen 5 Sextanten

Hinzu kommt die Mitwirkung an drei interdisziplinären Behandlungen, etwa mit Kieferorthopäden oder bei der Implantatversorgung (Was macht ein Implantologe?).

Wo arbeiten Parodontologen?

In eigener Praxis, in einer Gemeinschaftspraxis, angestellt in einer Praxis oder einem Z-MVZ und an Universitätszahnkliniken. Die Weiterbildung zum Fachzahnarzt ist in Westfalen-Lippe eng an die Universität Münster angebunden. In Rheinland-Pfalz war Stand Mai 2024 nur die Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung der Universitätsmedizin Mainz als Weiterbildungsstätte zugelassen. Ende 2023 gab es in Westfalen-Lippe 63 Fachzahnärzte für Parodontologie – eine Aufteilung der Parodontologen nach Arbeitsform weist die BZÄK-Statistik nicht aus.

Wie wird man Parodontologe?

Die Qualifikation läuft über vier Wege, die sich in Dauer, Kosten und Titel unterscheiden:

Weg Dauer und Umfang Kosten Titel
Fachzahnarzt (Westfalen-Lippe, Rheinland-Pfalz) 4 Jahre: ein allgemeinzahnärztliches Jahr, drei fachspezifische Jahre; Prüfung bei der Kammer Weiterbildungsstelle gegen Vergütung (Westfalen-Lippe: mindestens Mindestlohn) „Fachzahnarzt für Parodontologie“, geschützt
DG-PARO-Spezialist circa 5.000 Stunden, davon zwei Jahre an einer Fachabteilung; Prüfung vor einer DG-PARO-Kommission nicht veröffentlicht „DG PARO-Spezialist“, Verbandstitel
Curriculum Parodontologie (APW, DG PARO) etwa 1,5 Jahre berufsbegleitend: 5 Wochenenden, 2 Onlinemodule, Hospitation, Supervision, Kolloquium 6.136 Euro (Mitglieder), 6.721 Euro (Nichtmitglieder), Stand Oktober 2026 Fortbildungsnachweis, kein Titel
Master (M.Sc.) 5 Semester berufsbegleitend; Aufstiegsweiterbildung zum Spezialisten mit 60 ECTS-Credits möglich (bis 31.12.2029) 6.600 Euro je Semester plus 100 Euro Einschreibegebühr (HMU Erfurt) akademischer Grad

Den Fachzahnarzt-Weg beschreibt Fachzahnarzt Parodontologie, die Curricula Curricula: Strukturierte Fortbildung, die Master Masterstudiengänge für Zahnärzte. Was Du mit Curriculum, Spezialistentitel oder Master auf dem Praxisschild führen darfst, erklärt Tätigkeitsschwerpunkt, Spezialist, Fachzahnarzt; die anderen Fachzahnarzt-Wege zeigt Fachzahnarzt werden.

Wie viel verdient ein Parodontologe?

Einen eigenen Median für Parodontologie weist die Dentale Gehaltsstudie 2025 nicht aus. Als Orientierung dient der Median aller angestellten Zahnärzte von 6.944 Euro brutto im Monat bei 40 Wochenstunden (Gehalt als angestellter Zahnarzt).

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