Was macht ein...?

Was macht ein Implantologe?

RedaktionVon Redaktion4 Min. Lesezeit
Implantologe erklärt anhand eines Kiefermodells das Einsetzen eines Zahnimplantats – Was macht ein Implantologe?

Implantologen setzen und versorgen Zahnimplantate, künstliche Zahnwurzeln meist aus Titan oder Zirkonoxid. Implantieren darf jeder approbierte Zahnarzt: Das Zahnheilkundegesetz beschränkt die Approbation nicht auf Teilgebiete (§ 1 ZHG). Curriculum, DGI-Stufen und Tätigkeitsschwerpunkt sind freiwillige Qualifikationsnachweise – einen Fachzahnarzt-Titel für Implantologie gibt es nicht. Was Du auf Praxisschild und Website führen darfst, erklärt Tätigkeitsschwerpunkt oder Fachzahnarzt.

Wer implantiert, und was ist der Unterschied zum Oralchirurgen?

Fachzahnärzte für Oralchirurgie weisen Implantationen in der Weiterbildung nach: Der OP-Katalog in Westfalen-Lippe verlangt 10 einfache Implantationen und 5 mit Augmentation. Bei Parodontologen in Westfalen-Lippe sind es mindestens 8 Implantate, und das Gebiet der MKG-Chirurgie umfasst nach der Muster-Weiterbildungsordnung die Implantologie. Dazu kommen allgemeine Zahnärzte mit Curriculum oder Tätigkeitsschwerpunkt. Der Titel unterscheidet also nicht, wer implantieren darf, sondern welche Weiterbildung nachgewiesen ist.

Worin liegen die Aufgaben eines Implantologen?

Aufgabe Inhalt
Planung Dreidimensionale Diagnostik per digitaler Volumentomografie (DVT), um Knochenangebot und Implantatposition zu beurteilen
Insertion Einbringen des Implantats in den Kieferknochen, mit Bohrschablone oder computergestützt
Knochenaufbau Augmentation bei zu wenig Knochen, Sinuslift im Oberkiefer-Seitenzahnbereich
Prothetische Versorgung Krone, Brücke oder Prothese auf dem Implantat, abgestimmt mit dem Zahntechniker (Was macht ein Prothetiker?)
Nachsorge Kontrollen und Vorbeugung der Periimplantitis, einer Entzündung des Gewebes um das Implantat

Von der Diagnostik bis zur endgültigen Versorgung vergehen meist mehrere Termine über Monate. Implantologisch tätige Zahnärzte arbeiten in allgemeinzahnärztlichen Praxen, Implantatzentren, oralchirurgischen und MKG-Praxen und an Universitätszahnkliniken.

Wie wird man Implantologe?

Der Standardweg ist das DGI/APW-Curriculum Implantologie, das es seit 1998 gibt. Es dauert etwa 18 Monate, besteht aus neun zweitägigen Wochenendveranstaltungen (acht Module, ein interdisziplinäres Modul; Modul 9 ist optional) und umfasst mehr als 130 Unterrichtsstunden. Die Kosten betragen 7.455 Euro für DGI-Mitglieder und 8.295 Euro für Nichtmitglieder, jeweils netto (Stand Oktober 2026). Rund 6.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte haben das Programm nach Angabe der DGI absolviert. Weitere Curricula und ihre Kosten stehen in Curricula: Strukturierte Fortbildung.

Auf dem Curriculum bauen die DGI-Stufen auf:

Stufe Voraussetzung Fälle Erfahrung Weiteres
DGI-Zertifiziert Curriculum mit Prüfung 5 Patientenfälle in der Prüfung keine Angabe –
DGI-Advanced DGI-Mitglied, Curriculum, Kolloquium 100 eigene Implantate oder 35 selbst versorgte Fälle, davon 25 anspruchsvoll 2 Jahre 100 Fortbildungspunkte (60 % Implantologie)
DGI-Expert wie Advanced 200 eigene Implantate oder 70 selbst versorgte Fälle, davon 25 komplex 3 Jahre 200 Fortbildungspunkte (60 % Implantologie)
DGI-Spezialist DGI-Mitglied, Kolloquium 10 interdisziplinäre oder komplexe Fälle, bei 7 davon mindestens 3 Jahre Nachbeobachtung 3 Jahre durchgehend an einer DGI-anerkannten Weiterbildungsstätte 2 Publikationen, 2 Kongressvorträge, Lehrtätigkeit

Der DGI-Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie setzt ein Curriculum mit mindestens 130 Stunden, drei Jahre implantologische Tätigkeit und 200 gesetzte Implantate oder 70 versorgte Fälle je Kiefer voraus. Das Zertifikat kostet 250 Euro Verwaltungsgebühr und ist fünf Jahre gültig; die Rezertifizierung verlangt erneut 200 Implantate oder 70 Fälle je Kiefer in fünf Jahren und 100 Fortbildungspunkte. Es ist schildfähig – die Richtlinien der jeweiligen Landeszahnärztekammer gelten. Master-Programme (M.Sc.) vergleicht Master Implantologie (MSc).

Wie viel verdient ein Implantologe?

Eine eigene Gehaltsstatistik für Implantologie gibt es nicht. Als Orientierung dient der Median angestellter Zahnärzte von 6.944 Euro brutto im Monat bei 40 Wochenstunden (Gehalt als angestellter Zahnarzt).

Welcher Weg passt?

  1. Willst Du nur implantieren, genügen Approbation und Praxis; das Curriculum (18 Monate, rund 7.455 Euro netto für DGI-Mitglieder) schafft einen belegbaren Fortbildungsstand.
  2. Willst Du das Schild „Tätigkeitsschwerpunkt“, brauchst Du zusätzlich drei Jahre Erfahrung und 200 Implantate oder 70 Fälle je Kiefer.
  3. Willst Du Implantationen als Teil eines Titels, führt der Weg über die Oralchirurgie (drei bis vier Jahre) oder die MKG.

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