Implantologen setzen und versorgen Zahnimplantate, künstliche Zahnwurzeln meist aus Titan oder Zirkonoxid. Implantieren darf jeder approbierte Zahnarzt: Das Zahnheilkundegesetz beschränkt die Approbation nicht auf Teilgebiete (§ 1 ZHG). Curriculum, DGI-Stufen und Tätigkeitsschwerpunkt sind freiwillige Qualifikationsnachweise – einen Fachzahnarzt-Titel für Implantologie gibt es nicht. Was Du auf Praxisschild und Website führen darfst, erklärt Tätigkeitsschwerpunkt oder Fachzahnarzt.
Wer implantiert, und was ist der Unterschied zum Oralchirurgen?
Fachzahnärzte für Oralchirurgie weisen Implantationen in der Weiterbildung nach: Der OP-Katalog in Westfalen-Lippe verlangt 10 einfache Implantationen und 5 mit Augmentation. Bei Parodontologen in Westfalen-Lippe sind es mindestens 8 Implantate, und das Gebiet der MKG-Chirurgie umfasst nach der Muster-Weiterbildungsordnung die Implantologie. Dazu kommen allgemeine Zahnärzte mit Curriculum oder Tätigkeitsschwerpunkt. Der Titel unterscheidet also nicht, wer implantieren darf, sondern welche Weiterbildung nachgewiesen ist.
Worin liegen die Aufgaben eines Implantologen?
| Aufgabe | Inhalt |
|---|---|
| Planung | Dreidimensionale Diagnostik per digitaler Volumentomografie (DVT), um Knochenangebot und Implantatposition zu beurteilen |
| Insertion | Einbringen des Implantats in den Kieferknochen, mit Bohrschablone oder computergestützt |
| Knochenaufbau | Augmentation bei zu wenig Knochen, Sinuslift im Oberkiefer-Seitenzahnbereich |
| Prothetische Versorgung | Krone, Brücke oder Prothese auf dem Implantat, abgestimmt mit dem Zahntechniker (Was macht ein Prothetiker?) |
| Nachsorge | Kontrollen und Vorbeugung der Periimplantitis, einer Entzündung des Gewebes um das Implantat |
Von der Diagnostik bis zur endgültigen Versorgung vergehen meist mehrere Termine über Monate. Implantologisch tätige Zahnärzte arbeiten in allgemeinzahnärztlichen Praxen, Implantatzentren, oralchirurgischen und MKG-Praxen und an Universitätszahnkliniken.
Wie wird man Implantologe?
Der Standardweg ist das DGI/APW-Curriculum Implantologie, das es seit 1998 gibt. Es dauert etwa 18 Monate, besteht aus neun zweitägigen Wochenendveranstaltungen (acht Module, ein interdisziplinäres Modul; Modul 9 ist optional) und umfasst mehr als 130 Unterrichtsstunden. Die Kosten betragen 7.455 Euro für DGI-Mitglieder und 8.295 Euro für Nichtmitglieder, jeweils netto (Stand Oktober 2026). Rund 6.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte haben das Programm nach Angabe der DGI absolviert. Weitere Curricula und ihre Kosten stehen in Curricula: Strukturierte Fortbildung.
Auf dem Curriculum bauen die DGI-Stufen auf:
| Stufe | Voraussetzung | Fälle | Erfahrung | Weiteres |
|---|---|---|---|---|
| DGI-Zertifiziert | Curriculum mit Prüfung | 5 Patientenfälle in der Prüfung | keine Angabe | – |
| DGI-Advanced | DGI-Mitglied, Curriculum, Kolloquium | 100 eigene Implantate oder 35 selbst versorgte Fälle, davon 25 anspruchsvoll | 2 Jahre | 100 Fortbildungspunkte (60 % Implantologie) |
| DGI-Expert | wie Advanced | 200 eigene Implantate oder 70 selbst versorgte Fälle, davon 25 komplex | 3 Jahre | 200 Fortbildungspunkte (60 % Implantologie) |
| DGI-Spezialist | DGI-Mitglied, Kolloquium | 10 interdisziplinäre oder komplexe Fälle, bei 7 davon mindestens 3 Jahre Nachbeobachtung | 3 Jahre durchgehend an einer DGI-anerkannten Weiterbildungsstätte | 2 Publikationen, 2 Kongressvorträge, Lehrtätigkeit |
Der DGI-Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie setzt ein Curriculum mit mindestens 130 Stunden, drei Jahre implantologische Tätigkeit und 200 gesetzte Implantate oder 70 versorgte Fälle je Kiefer voraus. Das Zertifikat kostet 250 Euro Verwaltungsgebühr und ist fünf Jahre gültig; die Rezertifizierung verlangt erneut 200 Implantate oder 70 Fälle je Kiefer in fünf Jahren und 100 Fortbildungspunkte. Es ist schildfähig – die Richtlinien der jeweiligen Landeszahnärztekammer gelten. Master-Programme (M.Sc.) vergleicht Master Implantologie (MSc).
Wie viel verdient ein Implantologe?
Eine eigene Gehaltsstatistik für Implantologie gibt es nicht. Als Orientierung dient der Median angestellter Zahnärzte von 6.944 Euro brutto im Monat bei 40 Wochenstunden (Gehalt als angestellter Zahnarzt).
Welcher Weg passt?
- Willst Du nur implantieren, genügen Approbation und Praxis; das Curriculum (18 Monate, rund 7.455 Euro netto für DGI-Mitglieder) schafft einen belegbaren Fortbildungsstand.
- Willst Du das Schild „Tätigkeitsschwerpunkt“, brauchst Du zusätzlich drei Jahre Erfahrung und 200 Implantate oder 70 Fälle je Kiefer.
- Willst Du Implantationen als Teil eines Titels, führt der Weg über die Oralchirurgie (drei bis vier Jahre) oder die MKG.
Quellen
- § 1 Zahnheilkundegesetz: Approbation berechtigt zur Ausübung der Zahnheilkunde, Begriff der Zahnheilkunde
- DGI: Curriculum Implantologie: seit 1998, rund 18 Monate, neun Wochenendveranstaltungen, mehr als 130 Stunden, Kosten netto 7.455 Euro (Mitglieder) und 8.295 Euro (Nichtmitglieder), rund 6.000 Absolventen (Abruf Oktober 2026)
- DGI: Qualifikationsstufen: Anforderungen für DGI-Zertifiziert, Advanced, Expert und Spezialist
- DGI: Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie: Voraussetzungen, Gültigkeit fünf Jahre, Verwaltungsgebühr 250 Euro, schildfähig im Rahmen der Kammerrichtlinien
- DGI: Rezertifizierung Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie: 200 Implantate oder 70 Fälle je Kiefer in fünf Jahren, 100 Fortbildungspunkte
- Weiterbildungsordnung der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, Anlage 1 Oralchirurgie: 10 einfache Implantationen und 5 mit Augmentation (Stand 26.11.2016)
- Weiterbildungsordnung der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, Anlage 3 Parodontologie: mindestens 8 Implantate im OP-Katalog
- Bundesärztekammer: (Muster-)Weiterbildungsordnung, Fassung vom 03.07.2026: Gebiet Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie umfasst die Implantologie
- ZWP online: Dentale Gehaltsstudie: Median angestellter Zahnärzte von 6.944 Euro brutto monatlich (Mitteilung der Studienanbieter)

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