Was macht ein...?

Was macht ein Implantologe?

Von Redaktion5 Min. Lesezeit
Implantologe erklärt anhand eines Kiefermodells das Einsetzen eines Zahnimplantats – Was macht ein Implantologe?

Ein Implantologe ist ein Zahnarzt mit Spezialisierung auf das Einsetzen und Versorgen von Zahnimplantaten: künstlichen Zahnwurzeln, meist aus Titan oder Zirkonoxid, die verlorene Zähne ersetzen. „Implantologe“ ist dabei kein Fachzahnarzt-Titel, sondern eine Bezeichnung, die man sich über strukturierte Fortbildung erarbeitet. Implantologisch tätig sind zudem nicht nur spezialisierte Zahnärzte im engeren Sinn, sondern häufig auch Oralchirurgen, MKG-Chirurgen und Parodontologen, die Implantologie in ihr jeweiliges Fachgebiet integrieren.

Was zeichnet die Arbeit als Implantologe aus?

Implantologie gehört zu den am stärksten gewachsenen Bereichen der Zahnmedizin der vergangenen zwei Jahrzehnte. Sie verbindet chirurgische Präzision (die Implantatposition entscheidet über Ästhetik und Haltbarkeit) mit prothetischer Planung, denn am Ende steht immer eine Krone, Brücke oder Prothese auf dem Implantat. Anders als bei einer einzelnen Füllung ist Implantologie ein interdisziplinärer Prozess: Von der 3D-Diagnostik über die Operation bis zur endgültigen Versorgung sind oft mehrere Termine über Monate hinweg nötig, teils in Zusammenarbeit mit Zahntechnik-Laboren.

Worin liegen die Aufgaben eines Implantologen?

Zu den typischen Aufgaben gehören:

  • Implantatplanung: dreidimensionale Diagnostik per digitaler Volumentomografie (DVT), um Knochenangebot und -qualität am geplanten Implantatort zu beurteilen
  • Operative Insertion: chirurgisches Einbringen des Implantats in den Kieferknochen, häufig computergestützt (navigierte Implantologie) oder mit individuell gefertigten Bohrschablonen
  • Augmentation: Knochenaufbau bei unzureichendem Knochenangebot, etwa mit Eigenknochen oder Knochenersatzmaterial
  • Sinuslift: Anhebung des Kieferhöhlenbodens im Oberkiefer-Seitenzahnbereich, wenn dort zu wenig Knochenhöhe für ein Implantat vorhanden ist
  • Prothetische Versorgung: Planung und Eingliederung von implantatgetragenem Zahnersatz, von der Einzelkrone bis zur Vollprothese auf mehreren Implantaten
  • Nachsorge: regelmäßige Kontrolle der Implantate und Prophylaxe gegen Periimplantitis, eine entzündliche Erkrankung des implantatumgebenden Gewebes, die dem Implantatverlust vorausgehen kann

Wo arbeiten Implantologen?

Implantologisch tätige Zahnärzte finden sich in fast jeder Art von Praxis: von der allgemeinzahnärztlichen Praxis, die Implantologie als eine von mehreren Leistungen anbietet, über spezialisierte Implantatzentren bis hin zu oralchirurgischen und MKG-chirurgischen Praxen, die komplexere chirurgische Fälle übernehmen. Auch Z-MVZs setzen zunehmend auf implantologisch spezialisierte Angestellte, weil Implantatversorgungen zu den umsatzstärksten Leistungen einer Praxis zählen. An Universitätszahnkliniken werden vor allem anspruchsvolle Fälle mit umfangreichem Knochenaufbau sowie die Ausbildung des Nachwuchses angesiedelt.

Wie wird man Implantologe?

Der Einstieg erfolgt meist über das DGI/APW-Curriculum Implantologie der Deutschen Gesellschaft für Implantologie, seit 1998 der etablierte Standardweg, mit rund 1,5 Jahren Dauer, neun Wochenendmodulen und über 130 Unterrichtsstunden (Quelle: dginet.de). Danach staffelt die DGI ihre Qualifikation in mehreren Stufen mit steigenden Anforderungen an Fallzahlen, Erfahrung und Fortbildung:

  • DGI-Zertifiziert für Implantologie: Curriculum, Prüfung und mindestens 5 dokumentierte Fälle
  • DGI-Advanced: 100 gesetzte Implantate oder 35 eigenständig versorgte Fälle, davon 25 anspruchsvolle Fälle, mindestens 2 Jahre Berufserfahrung und 100 Fortbildungspunkte
  • DGI-Expert: 200 gesetzte Implantate oder 70 eigenständig versorgte Fälle, davon 25 komplexe Fälle, mindestens 3 Jahre Erfahrung und 200 Fortbildungspunkte
  • DGI-Spezialist:in für Implantologie®: 3 Jahre durchgehende Tätigkeit an einer DGI-anerkannten Weiterbildungsstätte, mindestens 2 wissenschaftliche Publikationen, 2 Kongressvorträge, Lehrtätigkeit sowie 10 dokumentierte komplexe interdisziplinäre Fälle mit mindestens 3 Jahren Nachbeobachtung

(Quelle: dginet.de, Qualifikationsstufen)

Parallel dazu kann man bei der zuständigen Landeszahnärztekammer den Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie nach § 17 Berufsordnung führen. Die Anforderungen ähneln denen der DGI-Stufen: meist mindestens 200 gesetzte oder versorgte Implantate beziehungsweise 70 Patientenfälle je Kiefer sowie 5 dokumentierte, eigenständig behandelte Fälle. Der Tätigkeitsschwerpunkt ist auf 5 Jahre befristet und muss danach mit erneutem Fallnachweis sowie 100 Fortbildungsstunden verlängert werden (Quellen: dzoi.de, dginet.de). Einen Überblick über die Abgrenzung zu Fachzahnarzt und Spezialist liefert der Artikel Tätigkeitsschwerpunkt, Spezialist, Fachzahnarzt: Wer darf sich was nennen?

Wer tiefer einsteigen möchte, kann einen Masterstudiengang Implantologie (M.Sc.) absolvieren: etwa den DGI-Master „Orale Implantologie und Parodontologie“ mit einer Regelstudienzeit von 24 Monaten. An der Universität Mainz kostet er beispielsweise 7.300 Euro pro Semester, macht in vier Semestern rund 29.200 Euro; an der Steinbeis-Hochschule liegen die Studiengebühren je nach Vorqualifikation zwischen etwa 13.400 und 16.480 Euro pro Jahr (Quellen: dgi-master.de, daad.de). Details dazu im Artikel Master Implantologie (MSc).

Wie viel verdient ein Implantologe?

Eine gesonderte Gehaltsstatistik speziell für implantologisch tätige Zahnärzte gibt es nicht. Implantologische Leistungen zählen aber zu den umsatzstärksten Bereichen einer Zahnarztpraxis, da sie überwiegend privat oder als hochwertige Eigenleistung abgerechnet werden. Als grobe Orientierung dient das allgemeine Zahnärztegehalt: Angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte verdienen laut Dentaler Gehaltsstudie 2025 im Median rund 6.944 Euro brutto monatlich, spezialisierte Oralchirurgen mit implantologischem Schwerpunkt im Median rund 9.306 Euro. Belastbare, veröffentlichte Zahlen ausschließlich für Implantologie gibt es dagegen nicht.

Fazit – Lohnt sich die Spezialisierung auf Implantologie?

Die Spezialisierung auf Implantologie lohnt sich für alle, die chirurgisches Handwerk mit prothetischer Präzision verbinden möchten und keine Scheu vor stetiger Fortbildung haben: anders als bei einem Fachzahnarzt-Titel ist der Weg hier nie „fertig“, sondern läuft über mehrere aufeinander aufbauende Qualifikationsstufen. Wirtschaftlich zählt Implantologie zu den attraktivsten Bereichen der Zahnmedizin, weil die Nachfrage nach festsitzendem, implantatgetragenem Zahnersatz seit Jahren wächst.

Wer sich konsequent weiterbildet, kann sich vom Curriculum bis zum DGI-Spezialisten hocharbeiten, ein Weg, der Jahre dauert, aber international anerkannt ist.

FAQs

Was macht ein Implantologe?

Ein Implantologe setzt Zahnimplantate ein und versorgt sie prothetisch mit Kronen, Brücken oder Prothesen. Dazu gehören die 3D-Diagnostik per DVT, die operative Implantation, gegebenenfalls Knochenaufbau oder Sinuslift sowie die langfristige Nachsorge zur Vermeidung von Periimplantitis.

Ist Implantologe ein Fachzahnarzt-Titel?

Nein. Implantologie ist kein staatlich geschützter Fachzahnarzt-Titel, sondern eine Spezialisierung über strukturierte Curricula, zum Beispiel der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI), sowie den Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie bei der jeweiligen Landeszahnärztekammer.

Wie viel verdient ein Implantologe?

Eine gesonderte Statistik dazu gibt es nicht. Implantologische Leistungen zählen zu den umsatzstärksten Praxisbereichen, da sie überwiegend privat abgerechnet werden. Als Orientierung gilt das allgemeine Zahnärztegehalt von im Median rund 6.944 Euro brutto monatlich für angestellte Zahnärzte laut Dentaler Gehaltsstudie 2025.

Über die Redaktion

Redaktion

Die Redaktion von zahnmedizinstudium.eu recherchiert und verfasst alle Ratgeber-Artikel und Universitätsprofile auf dieser Seite – unabhängig und mit besonderem Blick auf Zulassung, Studieninhalte und Karrierewege in der Zahnmedizin.

Alle Artikel von Redaktion →