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Zahngesundheit im Ländervergleich: Wo Deutschland steht

RedaktionVon Redaktion5 Min. Lesezeit
Weltkarte mit kleinen Zahn-Symbolen als Markierung verschiedener Länder – Zahngesundheit im Ländervergleich

12-Jährige in Deutschland haben im Schnitt 0,5 kariöse, fehlende oder gefüllte Zähne (DMFT), und 77,6 Prozent von ihnen haben keine Karies (DMS 6, Erhebung 2021 bis 2023). In Europa reichen die Werte der Erhebungen von 2011 bis 2022 von 0,30 in Dänemark bis 6,88 in Nordmazedonien. Weltweit leiden fast 3,5 Milliarden Menschen an oralen Erkrankungen (WHO 2022).

Der DMFT-Wert

Der DMFT-Index (Decayed, Missing, Filled Teeth, auf Deutsch Karieserfahrung) zählt bei einer Altersgruppe, meist den 12-Jährigen, wie viele bleibende Zähne kariös, fehlend oder gefüllt sind. Er ist der gängigste Kennwert für den Vergleich zwischen Ländern. Ergänzend nennen Studien den Anteil kariesfreier Kinder. Die Länderwerte stammen aus Erhebungen unterschiedlicher Jahre und Methoden und sind nur bedingt exakt vergleichbar.

Deutschland: Ergebnisse der DMS 6

Die 6. Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6) des Instituts der Deutschen Zahnärzte untersuchte 2021 bis 2023 rund 3.400 Menschen an 90 Zentren; die Ergebnisse wurden am 17. März 2025 in Berlin vorgestellt.

Altersgruppe Kennwert Wert (2021 bis 2023)
8 bis 9 Jahre Karieserfahrung / kariesfrei 1,4 Zähne / 59,9 %
12 Jahre Karieserfahrung / kariesfrei 0,5 Zähne / 77,6 %
35 bis 44 Jahre Karieserfahrung 8,3 Zähne (seit 1989 halbiert)
65 bis 74 Jahre Karieserfahrung / zahnlos 17,6 Zähne / 5,0 % (2014: 12,4 %)

Quelle: KZBV-Jahrbuch 2025, S. 94 f.

Der Anteil der 12-Jährigen ohne Karieserfahrung stieg von 41,8 Prozent (1997) über 70,1 (2005) auf 81,3 Prozent (2014) – 2023 waren es 77,6 Prozent, also etwas weniger als zuvor. Die KZBV wertet die Ergebnisse als Erfolg der präventionsorientierten Zahnmedizin: Zur Prävention zählen sechs Früherkennungsuntersuchungen bis zum Ende des sechsten Lebensjahres und die Individualprophylaxe vom 7. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (G-BA). Was Zahnärztinnen und Zahnärzte in der Kinder- und Jugendzahnmedizin tun, beschreibt Was macht ein Kinderzahnarzt?; weitere Kariesfakten stehen in den acht Fakten über Zähne.

Europa

Ein systematischer Review (International Journal of Paediatric Dentistry, 2025) wertete Erhebungen von 2011 bis 2022 an 493.360 Kindern aus 36 europäischen Ländern aus. Die Karieserfahrung der 12-Jährigen reichte von 0,30 in Dänemark bis 6,88 in Nordmazedonien. Je höher das Einkommen eines Landes, desto niedriger der DMFT – der Zusammenhang war statistisch deutlich.

Region (Einteilung der UN) DMFT 12-Jährige, Mittel der Länderwerte Spanne
Westeuropa 0,80 0,44 bis 1,36
Nordeuropa 1,30 0,30 bis 4,45
Südeuropa 2,31 0,65 bis 6,88
Osteuropa 2,87 1,77 bis 3,53

Quelle: Review, Tabelle zu den Regionen; Erhebungen 2011 bis 2022.

Der Review gruppiert die Länder auch nach Einkommen: In Ländern mit sehr hohem Einkommen liegt der DMFT im Mittel bei 0,85, bei hohem Einkommen bei 2,49 und bei mittlerem Einkommen bei 3,17. Die Studienländer des Portals fallen in die beiden letzten Gruppen.

Land Region Einkommensgruppe im Review
Polen Osteuropa hoch
Lettland Nordeuropa hoch
Litauen Nordeuropa hoch
Ungarn Osteuropa mittel
Rumänien Osteuropa mittel
Bulgarien Osteuropa mittel
Kroatien Südeuropa mittel

Tschechien enthält der Review nicht. Einzelne Länderwerte stehen in den Originalstudien des Reviews und variieren mit Erhebungsjahr und Methode; die Studienorte beschreiben die Länderartikel, etwa Polen, Kroatien und Litauen.

Weltweit

Der Global Oral Health Status Report der WHO (2022) schätzt, dass fast 3,5 Milliarden Menschen an oralen Erkrankungen leiden, drei von vier davon in Ländern mit mittlerem Einkommen (S. 6). Unbehandelte Karies betrifft an den bleibenden Zähnen mehr als 2 Milliarden Menschen, an den Milchzähnen 514 Millionen Kinder (S. 30).

Auch die zahnärztliche Versorgung ist ungleich verteilt.

WHO-Region Zahnärzte je 10.000 Einwohner (2014 bis 2019)
Amerika 5,67
Europa 5,64
Westpazifik 4,55
Östliches Mittelmeer 2,50
Südostasien 1,64
Afrika 0,33
weltweit 3,28

Quelle: WHO 2022, Tabelle 13, S. 66. In Afrika arbeiten nur 1,4 Prozent aller Zahnärzte, die Dichte ist 17-mal niedriger als in Amerika. Als wirksame Hebel gegen Karies nennt die WHO weniger Zucker und eine ausreichende Fluoridversorgung der Bevölkerung (S. 66). Wie sich Zahnarztgehälter weltweit unterscheiden, steht in Zahnarzt-Gehälter im internationalen Vergleich.

Was das für Dein Studium bedeutet

Sinkende Karies verschiebt die Arbeit in der Praxis. Nach der DMS 6 haben 17,5 Prozent der 35- bis 44-Jährigen und 52,7 Prozent der 65- bis 74-Jährigen eine schwere Parodontitis (Stadium III und IV), insgesamt rund 14 Millionen Menschen. Der Zahnersatz verschiebt sich zu festsitzenden, teils implantatgestützten Formen (KZBV-Jahrbuch 2025, S. 95). Das stärkt Parodontologie, Prothetik und Alterszahnmedizin; mehr dazu im Berufsalltag als Zahnarzt und unter Seniorenzahnarzt. Wer im Ausland studiert, trifft in Osteuropa auf höhere Karieserfahrung (Regionalmittel 2,87 gegenüber 0,80 in Westeuropa); einen Überblick über die Studienländer gibt Zahnmedizin im Ausland studieren.

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