Doc Holliday, Horace Wells, William Morton, G. V. Black, Zane Grey und Paul Revere waren Zahnärzte oder übten zahnärztliche Tätigkeiten aus. Einen Abschluss als Zahnarzt belegen die abgerufenen Quellen nur für Holliday und Grey; Morton verließ die Zahnschule ohne Abschluss. Die Tabelle fasst zusammen, wofür jeder bekannt ist.
| Person | Bekannt für | Zahnmedizinischer Bezug |
|---|---|---|
| John Henry „Doc” Holliday | Revolverheld, O.K. Corral 1881 | Doctor of Dental Surgery, 1. März 1872 |
| Horace Wells | Lachgas, Dezember 1844 | Zahnarzt in Hartford |
| William T. G. Morton | Äthernarkose, 16. Oktober 1846 | Zahnarzt in Boston, Baltimore College ohne Abschluss verlassen |
| G. V. Black | Kavitätenklassifikation, „Operative Dentistry” 1908 | Zahnarzt und Lehrer in den USA |
| Zane Grey | Westernromane, „Riders of the Purple Sage” 1912 | Zahnmedizinabschluss University of Pennsylvania 1896 |
| Paul Revere | Warnritt 1775 | Zahnarbeiten laut Anzeigen 1768 und 1770 |
Doc Holliday
Holliday begann 1870 am Pennsylvania College of Dental Surgery in Philadelphia und erhielt dort am 1. März 1872 den Grad Doctor of Dental Surgery, als einer von 26 Absolventen. Seine Abschlussarbeit trug den Titel „Diseases of the Teeth”. Danach praktizierte er in Atlanta mit Dr. Arthur C. Ford.
Kurz nach der Praxiseröffnung diagnostizierten Ärzte eine Tuberkulose und empfahlen ein trockenes Klima. 1873 ging Holliday nach Dallas, wo er zahnärztlich arbeitete und spielte; Hustenanfälle bei der Behandlung schadeten dem Geschäft, das Glücksspiel wurde die Haupteinnahme. Am 26. Oktober 1881 stand er in Tombstone, Arizona, an der Seite der Earp-Brüder beim Gunfight am O.K. Corral.
Der Spitzname „Doc” stammt vom Beruf. Laut History.com bekam er ihn mit dem Abschluss 1872 – „Doc” steht für den Doctor of Dental Surgery.
Horace Wells und William Morton
Wells ließ sich laut Chaturvedi und Gogna am 11. Dezember 1844 in Hartford unter Lachgas von seinem Kollegen John Riggs einen Zahn ziehen und sagte danach, er habe nicht einmal einen Nadelstich gespürt. Die Vorführung in Boston am 20. Januar 1845 misslang – er wurde ausgepfiffen.
Morton studierte am Baltimore College of Dental Surgery, ohne den Abschluss zu machen, und ging ab 1844 an die Harvard Medical School. Dort erfuhr er von dem Chemiker Charles T. Jackson, dass Äther betäubt. Am 30. September 1846 zog er einem Patienten unter Äther schmerzfrei einen Zahn. Am 16. Oktober 1846 betäubte er im Massachusetts General Hospital den Patienten Gilbert Abbott, dem der Chirurg John Collins Warren einen Halstumor entfernte. Das Krankenhaus nennt dies die erste erfolgreiche öffentliche Demonstration der Äthernarkose. Über die Priorität stritten Morton und Jackson jahrelang; die Quellen dazu führt das Krankenhaus als „Ether Controversy”.
G. V. Black
Greene Vardiman Black schuf ein System zur Einteilung von Kavitäten und Instrumenten. 1891 führte er in einer Arbeit über die Behandlung der Schmelzränder den Begriff „extension for prevention” ein, 1908 erschien sein zweibändiges Werk „Operative Dentistry” – nach Singh ein Buch, das die zahnärztliche Ausbildung deutlich anhob.
Zane Grey
Grey erhielt ein Stipendium der University of Pennsylvania, schloss 1896 das Zahnmedizinstudium ab und eröffnete 1898 eine Praxis in New York. 1905 heiratete er Lina „Dolly” Roth und gab die Zahnmedizin auf, um zu schreiben. Laut dem Fachportal Dentaltown ermöglichte ihm Dollys Erbe diesen Schritt. Sein erster Erfolg war „The Heritage of the Desert” (1910); 1915 lagen 15 Bücher von ihm vor. „Riders of the Purple Sage” (1912) gilt als sein bekanntestes Werk.
Paul Revere
Revere warb 1768 und 1770 in der Boston Gazette für Zahnarbeiten. Joseph Warren fiel 1775 bei Bunker Hill; fast ein Jahr später soll Revere die Leiche an einer Zahnarbeit erkannt haben, die er selbst gemacht hatte. Das Paul Revere House sieht dafür keine ausreichenden Belege: Es stehe nicht fest, dass Revere dabei eine Rolle spielte.
Weiterlesen
Wie die Fachgeschichte im Ganzen verlief, steht in der Geschichte der Zahnmedizin; das Lehrbuch von 1728 behandelt Pierre Fauchard, und die erste deutsche Zahnärztin ist Henriette Hirschfeld-Tiburtius. Wer heute Karriere außerhalb der Praxis sucht, findet Wege in Berufe rund um die Zahnmedizin und in der Uni-Karriere.
Quellen
- New Georgia Encyclopedia: John Henry „Doc” Holliday: Studium 1870 bis 1872, Praxis Atlanta, Tuberkulose, Dallas 1873, O.K. Corral 26. Oktober 1881
- History.com: Doc Holliday dies of tuberculosis: Spitzname „Doc” mit dem Abschluss 1872 (Portal, ergänzender Beleg)
- Traywick, HistoryNet: Doc Holliday: Abschluss am 1. März 1872 mit 26 Absolventen, Abschlussarbeit, Dallas
- Chaturvedi/Gogna: Ether day, Med J Armed Forces India 2011: Wells am 11. Dezember 1844, Morton am 16. Oktober 1846
- zm-online: Pioniere der Anästhesie, zm 20/2016: Wells in Boston am 20. Januar 1845
- Universalis: William Thomas Green Morton: Baltimore College ohne Abschluss, Harvard ab 1844, Jackson, 30. September und 16. Oktober 1846
- Massachusetts General Hospital: The Ether Dome und Ether and Ether Dome History: öffentliche Demonstration 1846, Literatur zur Ether Controversy
- Singh: Remembering Sir G.V. Black, Indian J Dent 2015: Kavitätenklassifikation, „extension for prevention” 1891, „Operative Dentistry” 1908
- National Park Service: Zane Grey: Abschluss 1896, Praxis 1898, Heirat und Berufswechsel 1905, Bücher
- Dentaltown: This dentist loved to write and wrote to live, Teil 2: Finanzierung durch Dollys Erbe (Fachportal)
- Paul Revere House: Paul Revere and Dentistry: Anzeigen 1768 und 1770, Warren, Beweislage

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