Prothetiker sind Zahnärzte, die sich auf Zahnersatz spezialisiert haben: Kronen, Brücken, Teil- und Totalprothesen und Versorgungen auf Implantaten. „Prothetiker“ ist ein Alltagsbegriff – einen Fachzahnarzt-Titel gibt es dafür nicht (Fachzahnarzt werden). Die Qualifikation läuft über das APW/DGPro-Curriculum und den Verbandstitel „Spezialist für Prothetik der DGPro“; was Du auf dem Praxisschild führen darfst, regelt das Berufsrecht (Tätigkeitsschwerpunkt oder Fachzahnarzt).
Wie läuft eine Zahnersatzversorgung ab?
Für gesetzlich Versicherte verläuft sie nach der KZBV in vier Schritten:
- Befund und Plan. Die Praxis erstellt einen elektronischen Heil- und Kostenplan mit Befund, Regelversorgung, Therapie und voraussichtlichen Kosten. Nach Deiner Unterschrift geht er digital an die Krankenkasse.
- Genehmigung. Die Kasse prüft und setzt den Festzuschuss fest; das dauert in der Regel wenige Tage, bei einem Gutachterverfahren bis zu sechs Wochen.
- Behandlung. Sie beginnt grundsätzlich erst nach der Festsetzung (Ausnahme: akute Reparaturen). Der Zahnarzt nimmt Abdruck oder digitalen Scan; im Labor fertigt der Zahntechniker das Werkstück. Die Zusage der Kasse gilt sechs Monate, in dieser Zeit muss der Zahnersatz eingegliedert sein.
- Abrechnung. Du erhältst eine Rechnung über den Eigenanteil. Ändert sich der Plan unterwegs, prüft die Kasse ihn erneut.
Wie viele Termine dafür nötig sind, hängt von Befund und Versorgung ab.
Was zahlt die Kasse?
Der Festzuschuss deckt 60 Prozent der durchschnittlichen Kosten der Regelversorgung, mit Bonusheft 70 oder 75 Prozent. Die Regelversorgung ist die Standardtherapie für den Befund, bei einer Zahnlücke etwa eine festsitzende Brücke mit Metallkern, die an sichtbaren Stellen zahnfarben verblendet ist. Wählst Du eine rundum verblendete oder vollkeramische Brücke (gleichartige Versorgung) oder ein Implantat mit Krone (andersartige Versorgung), bleibt der Zuschuss gleich, und Du trägst die Mehrkosten. Das Beispiel der KZBV für einen fehlenden Eckzahn im Oberkiefer (Stand 1. Januar 2026):
| Zuschuss | Betrag |
|---|---|
| 60 Prozent (ohne Bonusheft) | 791,34 Euro |
| 70 Prozent (Bonusheft 5 Jahre) | 923,25 Euro |
| 75 Prozent (Bonusheft 10 Jahre) | 989,19 Euro |
| 100 Prozent (Härtefall) | 1.318,92 Euro |
Welche Aufgaben übernimmt ein Prothetiker?
| Bereich | Inhalt |
|---|---|
| Festsitzender Zahnersatz | Planung und Eingliederung von Kronen und Brücken |
| Herausnehmbarer Zahnersatz | Teil- und Totalprothesen bei größeren Lücken oder zahnlosem Kiefer |
| Implantatprothetik | Kronen, Brücken oder Prothesen auf Implantaten, Schnittstelle zur Implantologie |
| Komplexe Sanierungen | Behandlungskonzepte bei starkem Zahnverlust oder Bisssenkung, abgestimmt mit anderen Fachrichtungen |
Welche Werkstoffe dafür infrage kommen, erklärt Werkstoffkunde im Zahnmedizinstudium; wie digitale Abformung und Planung im Studium vorkommen, Digitale Zahnmedizin im Studium.
Wie wird man Spezialist für Prothetik?
Die Fachgesellschaft ist die Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien (DGPro, vormals DGZPW). Zwei Stufen führen zum Titel:
| Weg | Umfang | Kosten (Stand Oktober 2026) |
|---|---|---|
| APW/DGPro-Curriculum Prothetik | 16 Tage an 8 Wochenenden, 12 Unterrichtsstunden je Wochenende (96 Stunden), etwa 2 Jahre; ein dokumentierter eigener Fall; Test nach jeder Einheit, Abschlussgespräch mit Zertifikat | 565 Euro je Wochenende für Mitglieder, 645 Euro für Nichtmitglieder (Summe 4.520 bzw. 5.160 Euro, eigene Addition), dazu 482,20 Euro Abschlussgespräch; Termine der nächsten Serie noch nicht veröffentlicht |
| Spezialist für Prothetik der DGPro | mindestens 3 Jahre Ausbildung nach dem Staatsexamen an einer Abteilung für Zahnärztliche Prothetik einer Universität (weitere Stätten kann der Vorstand anerkennen); 8 dokumentierte Fälle, davon 2 mit mindestens 1 Jahr Nachsorge; 2 Publikationen in begutachteten Zeitschriften; Kolloquium von höchstens 60 Minuten | Verfahrensgebühr legt der DGPro-Vorstand jährlich fest; Erhalt nach 4 Jahren: 2 Jahrestagungen und 3 Fortbildungskurse |
Das Curriculum ist keine Spezialistenstufe, sondern die fachliche Fortbildung. Für den akademischen Weg gibt es berufsbegleitende Master (Masterstudiengänge für Zahnärzte); weitere Curricula zeigt Curricula: Strukturierte Fortbildung.
Was verdient man als Prothetiker?
Ein eigenes Prothetik-Gehalt weist keine Statistik aus. Als Orientierung dient der Median angestellter Zahnärzte von 6.944 Euro brutto im Monat bei 40 Wochenstunden (Gehalt als angestellter Zahnarzt). Was Praxisinhaber einnehmen, erklärt Umsatz, Kosten, Reinertrag.
Für wen passt das Fach?
Prothetik passt zu Dir, wenn Du planvoll und materialbezogen arbeitest und gern mit dem Labor abstimmst. Der Weg zum DGPro-Spezialisten dauert mindestens drei Jahre nach dem Staatsexamen – das Curriculum etwa zwei Jahre.
Quellen
- KZBV: Zahnersatz, Antrag bis Abrechnung: Heil- und Kostenplan, Genehmigung, Behandlungsbeginn, Gültigkeit der Zusage sechs Monate, Abrechnung
- KZBV: Festzuschüsse zum Zahnersatz (Stand 01.01.2026): 60 Prozent der Regelversorgung, Bonus 70 und 75 Prozent, Beispiel fehlender Eckzahn, gleichartige und andersartige Versorgung
- APW: Curriculum Prothetik: 16 Tage, 12 Unterrichtsstunden je Wochenende, Modulgebühren, Abschlussgespräch (Summen eigene Addition)
- DGPro: Curriculum Prothetik: gemeinsames Curriculum von APW und DGPro, 16 Tage an acht Kurswochenenden
- DGPro: Richtlinien zum Spezialisten der DGPro: Ausbildungsdauer, anerkannte Ausbildungsstätten, Fälle, Publikationen, Kolloquium, Erhaltungsbedingungen
- DGPro: Spezialist der DGPro: Spezialistenliste und Ausbildungsstätten
- ZWP online: Dentale Gehaltsstudie: Median angestellter Zahnärzte von 6.944 Euro brutto monatlich (Mitteilung der Studienanbieter)

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