Beim Losverfahren vergeben einzelne Hochschulen freie Restplätze per Zufall, ohne Note und ohne Test. In der Zahnmedizin bleiben nach dem Hauptverfahren und dem Koordinierten Nachrücken selten Plätze übrig. Die Uni Köln hat nach eigener Angabe in den letzten Jahren keine Human- oder Zahnmedizin-Plätze verlost, Ulm führt im Wintersemester 2026/27 kein Verfahren für Staatsexamenstudiengänge durch, und die LMU München schrieb zuletzt kein Zahnmedizin-Los aus. Freiburg dagegen sieht eines vor. Die geprüften Hochschulseiten nennen keine Antragsgebühr – das Los ist ein Zusatz zur regulären Bewerbung, kein Plan.
Was das Losverfahren ist
Das Losverfahren steht am Ende der Vergabe: Erst nach den drei Hauptquoten (Abiturbestenquote, ZEQ und AdH) und dem Koordinierten Nachrücken werden übrig gebliebene Plätze verlost. Plätze bleiben frei, weil Zugelassene absagen, den Standort wechseln oder die Einschreibung versäumen. Teilnehmen kann, wer die Zugangsvoraussetzungen der Hochschule erfüllt, unabhängig von Abiturnote oder Testergebnis.
Hochschulstart führt das Los nicht zentral durch. Das Koordinierte Nachrücken nimmt in der Zahnmedizin keine Neubewerber auf; Restplätze gehen nur an Bewerber, die zuvor abgelehnt wurden. Weitere freie Plätze veröffentlichen die Hochschulen zweimal im Jahr in der Studienplatzbörse von Hochschulkompass, die Anmeldung zum Los läuft direkt über die Hochschule. Ob ein Standort in einem Semester überhaupt verlost – das entscheidet sich erst nach dem Nachrücken.
Welche Hochschulen verlosen Zahnmedizin?
Eine Liste aller Standorte veröffentlicht niemand. Fünf Hochschulseiten zeigen das Bild (Abruf Oktober 2026).
| Hochschule | Aussage zur Zahnmedizin | Stand |
|---|---|---|
| Freiburg | Los vorgesehen: Anträge laut Fristenseite vom 1. bis 30. September (Wintersemester) und vom 1. bis 31. März (Sommersemester); in der Übersicht der Immatrikulationsfristen steht das Los im Sommersemester ausdrücklich nur für Zahnmedizin; Nicht-EU-Bewerber ausgeschlossen; Platzzahl nicht veröffentlicht | Oktober 2026 |
| Würzburg | Losanträge für zulassungsbeschränkte Fächer im 1. Fachsemester vom 1. bis 10.10.2026; die Terminübersicht führt sie im Block Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie, ohne Platzzahl | Wintersemester 2026/27 |
| Ulm | Für Staatsexamenstudiengänge im Wintersemester 2026/27 kein Losverfahren; Los nur in Bachelorfächern (Antrag 26.9. bis 2.10.2026) | Wintersemester 2026/27 |
| Köln | In den letzten Jahren kein Los für Human- und Zahnmedizin, weil alle Plätze im Hauptverfahren vergeben wurden; nach aktuellem Stand auch jetzt keines | Oktober 2026 |
| LMU München (WS 2024/25, WS 2025/26, SoSe 2026) | Bekanntmachungen zum 1. Fachsemester Staatsexamen: Tiermedizin (WS 2024/25), Pharmazie und Tiermedizin (WS 2025/26), Pharmazie (SoSe 2026); keine Zahnmedizin | September 2024 bis April 2026 |
Von diesen fünf Hochschulen nennt nur Freiburg Zahnmedizin ausdrücklich als Los-Studiengang. Platzzahlen veröffentlicht keine der Seiten.
So nimmst Du teil
Für das Los bewirbst Du Dich separat bei der Hochschule. Eine automatische Teilnahme nach der Ablehnung im Hauptverfahren gibt es nicht.
- Auf den Seiten der Studierendensekretariate prüfen, ob die Hochschule für Zahnmedizin ein Los ausschreibt. Das Koordinierte Nachrücken endete im Wintersemester 2026/27 am 30.9.2026, im Sommersemester 2027 endet es am 31.3.2027; die Losanträge folgen danach, die Fristen sind kurz.
- Antrag über das Portal der Hochschule fristgerecht stellen, teils mit beglaubigter Kopie der Hochschulzugangsberechtigung.
- Auslosung abwarten. Köln und Ulm verschicken nur Bescheide an die Ausgelosten.
- Bei Zusage die Einschreibefrist beachten; sie ist kurz, weil das Semester oft schon begonnen hat oder kurz bevorsteht.
Du kannst Dich an mehreren Hochschulen gleichzeitig bewerben. Termine für das Wintersemester 2027/28 hat hochschulstart noch nicht veröffentlicht (Stand Oktober 2026).
Losanträge selbst stellen oder stellen lassen
Genau hier liegt die eigentliche Hürde des Losverfahrens: nicht in der Bewerbung selbst, sondern im Beobachten. Jede Hochschule kündigt ihr Losverfahren eigenständig an, oft nur wenige Tage im Voraus, über ein eigenes Portal und mit eigenen Formularen. Wer alle Standorte selbst im Blick behalten will, muss über Wochen hinweg Dutzende Websites regelmäßig prüfen, und das ausgerechnet in der Zeit, in der die Zusagen und Absagen des regulären Verfahrens eintrudeln.
Wenn Du Dir diesen Aufwand sparen möchtest, übernimmt sonderplatz.de genau diesen Teil: Der Dienst überwacht die Fristen aller Hochschulen mit Losverfahren und stellt die Anträge für Dein Wunschfach fristgerecht, für einen Festpreis von 59,90 Euro pro Fach und Semester, ohne Abo. Neben Zahnmedizin sind unter anderem auch Human- und Tiermedizin, Pharmazie, Psychologie, Jura und BWL abgedeckt. Sinnvoll ist das vor allem, wenn Du breit streuen willst: Weil sich Deine Chance über viele Standorte hinweg summiert, macht gerade die lückenlose Abdeckung den Unterschied, und die ist von Hand kaum zu schaffen.
Wie realistisch die Chancen sind
Platzzahlen für das Zahnmedizin-Los veröffentlichen die geprüften Hochschulen nicht, Bewerberzahlen ebenfalls nicht. Ein Modell zeigt die Größenordnung. Angenommen, ein Standort verlost 2 Plätze unter 400 Anträgen: Deine Chance liegt dann bei 0,5 Prozent. Bei fünf solchen Standorten sind es rund 2,5 Prozent, bei zehn rund 4,9 Prozent. Das ist eine Obergrenze: Köln, Ulm und die LMU verlosen in der Zahnmedizin derzeit nichts, und die Annahmen sind frei gewählt, keine Messwerte. Als Hauptstrategie taugt das Los nicht. Einen deutlich besseren Hebel bieten die regulären Quoten, ein gutes TMS-Ergebnis oder eine passende Ausbildung.
Vorbereitung
Losanträge laufen oft nur wenige Tage. Halte eine beglaubigte Kopie der Hochschulzugangsberechtigung und einen Ausweis bereit. Manche Hochschulen verlangen zusätzlich einen Nachweis aus dem regulären Verfahren. Wer erst nach der Ausschreibung Dokumente sucht, verpasst die Frist.
Abgrenzung und Missverständnisse
Das Koordinierte Nachrücken ist Teil des regulären Verfahrens über hochschulstart; das Los folgt danach und läuft bei den Hochschulen. Die Studienplatzklage ist ein eigener Rechtsweg; einen Überblick aller Wege zeigt Zahnmedizin ohne NC. Eine Teilnahme erfolgt nie automatisch, auch nicht nach einer Ablehnung. Und Los heißt nicht: ohne Voraussetzungen. Köln etwa verlangt eine Hochschulzugangsberechtigung und weist darauf hin, dass die Zulassung im Los nicht automatisch zur Aufnahme des Studiums berechtigt.
Nächster Schritt
Stelle Deine reguläre Bewerbung über hochschulstart fertig. Prüfe nach dem Ende des Koordinierten Nachrückens (31.3.2027 im Sommersemester) die Seiten von Freiburg und Würzburg und anderer Wunschstandorte auf ein Zahnmedizin-Los.
Quellen
- Freiburg: Termine und Fristen: Losverfahren, Antragsfristen 1.9. bis 30.9. und 1.3. bis 31.3., Zahnmedizin im Sommersemester, Ausschluss von Nicht-EU-Bewerbern (Abruf Oktober 2026)
- Würzburg: Termine Wintersemester 2026/27: Losanträge zulassungsbeschränkter Fächer 1. bis 10.10.2026
- Ulm: Losverfahren: kein Losverfahren für Staatsexamenstudiengänge im Wintersemester 2026/27, Bescheid nur für Ausgeloste
- Köln: Losverfahren: kein Los für Human- und Zahnmedizin in den letzten Jahren, Zugangsvoraussetzungen, kein Ablehnungsbescheid
- LMU München, Bekanntmachung Losverfahren vom 24.9.2024: Tiermedizin im 1. Fachsemester, keine Zahnmedizin
- LMU München, Bekanntmachung Losverfahren vom 18.9.2025: Pharmazie und Tiermedizin im 1. Fachsemester, keine Zahnmedizin
- LMU München, Bekanntmachung Losverfahren vom 8.4.2026: Pharmazie im 1. Fachsemester, keine Zahnmedizin
- hochschulstart: Koordiniertes Nachrücken: keine Neubewerbung in der Zahnmedizin, Studienplatzbörse von Hochschulkompass, Anmeldung zum Los über die Hochschule
- hochschulstart: Termine: Ende des Koordinierten Nachrückens 30.9.2026 und 31.3.2027

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