Zahnmedizinstudium im Ausland

Zahnmedizinstudium in Österreich: MedAT-Z oder Privatuni DPU

Von Redaktion5 Min. Lesezeit
Wehende österreichische Flagge neben einem Zahnarzt im Kittel – Zahnmedizinstudium in Österreich: MedAT-Z oder Privatuni DPU

Österreich ist für angehende Zahnärzt:innen aus Deutschland gleich in zweifacher Hinsicht interessant: Zum einen über die öffentlichen Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck, an denen das Studium fast kostenfrei ist – der Zugang läuft dort allerdings über einen anspruchsvollen Aufnahmetest. Zum anderen über die private Danube Private University (DPU) in Krems, die auf einen zentralen Test verzichtet und stattdessen ein eigenes, mehrstufiges Auswahlverfahren durchführt. Beide Wege führen zum gleichen Berufsziel, unterscheiden sich aber grundlegend in Zulassung, Ablauf und Kosten.

Weg 1: Die öffentlichen Universitäten und der MedAT-Z

An den staatlichen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck ist das Zahnmedizinstudium für EU-Bürger:innen faktisch kostenfrei: es fällt lediglich der übliche österreichische Studienbeitrag beziehungsweise Österreichische Hochschülerschafts-Beitrag an, keine gesonderten Studiengebühren wie an Privatunis. Der Zugang ist dafür deutlich enger begrenzt: Über den MedAT-Z, den Medizinischen Aufnahmetest für das Zahnmedizinstudium, entscheidet sich, wer einen der wenigen Studienplätze erhält. Anders als in der Humanmedizin gibt es beim Zahnmedizin-Aufnahmetest keine gesonderte Kontingentregelung für EU-Bewerber:innen aus dem Ausland, die Plätze werden direkt nach Testergebnis vergeben, was den Wettbewerb zusätzlich verschärft.

Der MedAT-Z prüft neben naturwissenschaftlichem Basiswissen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik auch kognitive Fähigkeiten und (als Besonderheit gegenüber dem humanmedizinischen Test) ein eigenes Testmodul zu manuellen Fertigkeiten, in dem unter anderem eine Drahtbiegeprobe und zeichnerische Aufgaben zu bewältigen sind. Wie sich der Test im Detail zusammensetzt, welche Vorbereitung sich lohnt und wann die Anmeldefristen liegen, erklärt der Artikel MedAT-Z: Der Aufnahmetest in Österreich ausführlich.

Weg 2: Die Danube Private University Krems

Wer sich den zentralen Aufnahmetest sparen und stattdessen auf ein individuelleres Auswahlverfahren setzen möchte, findet an der Danube Private University (DPU) in Krems eine etablierte Alternative. Die DPU ist eine private, staatlich anerkannte Universität mit einem eigenständigen Diplomstudiengang Zahnmedizin und einem eigenen Aufnahmeverfahren, das nicht an den MedAT gekoppelt ist.

Für 2026 finden die Zahnmedizin-Aufnahmetests an der DPU in Präsenz am 30. Oktober und am 4. Dezember statt. Das Auswahlverfahren umfasst neben einer fachlichen Prüfung in der Regel auch ein persönliches Gespräch, in dem Motivation und Eignung für die praktische Seite des Zahnmedizinberufs eine Rolle spielen. Anders als bei den öffentlichen Universitäten kannst Du Dich an der DPU je nach Semesterlage sowohl zum Sommersemester als auch zum Wintersemester bewerben: welcher Starttermin infrage kommt, richtet sich nach dem jeweiligen Testtermin, also dem 30. Oktober beziehungsweise dem 4. Dezember.

Wie hart ist die Konkurrenz beim MedAT-Z?

Konkrete Punktegrenzen für eine Zulassung ändern sich von Jahr zu Jahr und lassen sich nicht seriös vorab pauschalisieren – wer mit festen Prozentwerten wirbt, verspricht mehr Sicherheit, als das Verfahren tatsächlich bietet. Realistisch einordnen lässt sich aber die Größenordnung: Für die vergleichsweise wenigen Zahnmedizin-Studienplätze an den vier staatlichen Universitäten bewerben sich jedes Jahr deutlich mehr Personen, als Plätze verfügbar sind, und der Anteil deutscher Bewerber:innen ist traditionell hoch. Wer sich für diesen Weg entscheidet, sollte die Testvorbereitung deshalb nicht unterschätzen und sich frühzeitig (idealerweise mehrere Monate vor dem Testtermin) systematisch mit den Testinhalten auseinandersetzen.

Kosten: fast kostenfrei versus 14.175 Euro pro Semester

Der finanzielle Unterschied zwischen beiden Wegen ist erheblich. An den öffentlichen Universitäten zahlst Du als EU-Bürger:in im Wesentlichen nur die regulären österreichischen Studienbeiträge – ein Betrag, der mit klassischen Studiengebühren nicht zu vergleichen ist. An der DPU Krems liegen die Studiengebühren dagegen bei 14.175 Euro pro Semester: damit gehört die DPU zu den teureren privaten Alternativen im europäischen Vergleich, bewegt sich aber im Rahmen dessen, was private Zahnmedizin-Ausbildungen europaweit kosten. Eine Einordnung gegenüber anderen Ländern findest Du im Artikel Was kostet das Zahnmedizinstudium im Ausland?

Wer sich zwischen beiden Wegen entscheidet, sollte diesen Kostenunterschied realistisch gegen die Zulassungschancen abwägen: Der MedAT-Z ist kostenlos in der Bewerbung, aber ungewiss im Ergebnis. Die DPU verlangt eine deutlich höhere finanzielle Investition, dafür ist der Zulassungsweg planbarer und weniger von einem einzelnen Prüfungstag abhängig.

Sprache und Studienaufbau

An den öffentlichen Universitäten wird auf Deutsch unterrichtet, weshalb Du für den MedAT-Z-Weg solide Deutschkenntnisse mitbringen solltest. An der DPU Krems läuft das Zahnmedizinstudium ebenfalls überwiegend auf Deutsch, richtet sich aber traditionell auch an internationale Bewerber:innen. In beiden Fällen ist das Studium als Diplomstudium organisiert, das vorklinische Grundlagenfächer mit einem zunehmend klinisch-praktischen Studienabschnitt verbindet – strukturell näher am deutschen Modell als etwa englischsprachige Studiengänge in Mittel- und Osteuropa.

Leben und Studieren an den vier Standorten

Die vier Studienorte unterscheiden sich spürbar in ihrem Charakter. Wien ist mit Abstand die größte und internationalste Stadt, mit entsprechend großem kulturellem Angebot, aber auch höheren Mietpreisen und der größten Studierendenzahl pro Jahrgang. Graz und Innsbruck sind kompakter und übersichtlicher, was viele Studierende gerade in den ersten Semestern als angenehm empfinden, während Krems als kleinere Stadt an der Donau vor allem durch die Nähe zur Weinregion Wachau und ein ruhigeres Lebensumfeld auffällt, ein Umfeld, das zur eher familiären Atmosphäre der DPU passt. Für alle vier Standorte gilt: Die Nähe zu Deutschland macht Heimatbesuche unkompliziert, und die Lebenshaltungskosten liegen insgesamt in einer ähnlichen Größenordnung wie in vergleichbaren deutschen Universitätsstädten, mit Wien am oberen und Krems eher am unteren Ende dieser Spanne.

Warum Österreich für deutsche Bewerber:innen besonders attraktiv ist

Die geografische und sprachliche Nähe zu Deutschland macht Österreich zu einem naheliegenden Ziel: kurze Anreisewege, keine Sprachbarriere im Studienalltag und ein Ausbildungssystem, das dem deutschen in vielen Punkten ähnelt. Gerade der MedAT-Z-Weg ist deshalb bei deutschen Bewerber:innen extrem gefragt, was die Konkurrenz um die begrenzten Plätze zusätzlich erhöht. Wer sich generell mit zulassungsfreien oder zulassungserleichterten Wegen in die Zahnmedizin beschäftigt, findet einen Überblick über weitere Optionen im Artikel Zahnmedizin ohne NC studieren.

Anerkennung des Abschlusses in Deutschland

Da Österreich EU-Mitglied ist, greift für beide Studienwege die europäische Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG. Ein in Wien, Graz, Innsbruck oder an der DPU Krems erworbener Zahnmedizin-Abschluss wird in Deutschland ohne inhaltliche Einzelfallprüfung anerkannt, sodass Du direkt in das Approbationsverfahren einsteigen kannst. Details zum Ablauf beschreibt der Artikel Anerkennung: Mit dem Auslandsabschluss zurück nach Deutschland, die konkreten Schritte zur Approbation selbst erklärt Die Approbation als Zahnarzt.

Welcher Weg passt zu Dir?

Der MedAT-Z-Weg eignet sich für alle, die bereit sind, sich intensiv auf einen anspruchsvollen Aufnahmetest vorzubereiten, und dafür ein nahezu kostenfreies Studium in Kauf nehmen. Die DPU Krems ist die Option für alle, die finanziell in eine planbarere Zulassung investieren können und wollen, ohne sich an einem einzigen Testergebnis zu messen. Wer sich bei der Entscheidung zwischen beiden Wegen oder generell bei der Wahl des passenden Auslandsstudiums unsicher ist, kann sich bei Beratungsanbietern wie StudiMed unabhängig informieren, welcher Weg zur eigenen Ausgangslage (Notenschnitt, Testvorbereitung, Budget) am besten passt.

Quellen

  • Danube Private University (DPU): Diplomstudium Zahnmedizin, Aufnahmeverfahren und Termine (dp-uni.ac.at)
  • MedAT-Informationsportal: medizinstudieren.at
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